Full text: Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die Wohnungsfrage. 
ihre Anlagen auf kleinere Orte mit billigem Boden verlegt, 
was sie um so eher kann, als die Verbindung der aufeinander 
angewiesenen Werkstätten durch Kleinbahnen vermittelt 
werden kann. Auch wird die Gewinnung elektrischer Kraft 
an Flüssen, Bergbächen usw. eine Dezentralisierung der 
Bevölkerung herbeiführen. Mit Notwendigkeit wird eine 
Entvölkerung der großen Städte eintreten, und dieser Um 
stand bildet für uns den Kernpunkt zur Lösung der 
Wohnungsfrage als eines Teiles der großen sozialen Frage. 
Schon bald werden in Preußen die Mieten durch die 
Ausführung des Rentengütergesetzes, wodurch wenigstens 
wieder mehr Bauernstellen geschaffen werden, ein wenig 
sinken. Letzteres wird noch mehr der Fall sein, wenn mau 
wirkliche einschneidende Reformen in der angedeuteten 
Weise vornimmt. Gesetze über Überfüllung der Wohnungen 
werden dann nicht nötig sein. Die Bürger werden bei den 
sinkenden Bodenwerten den Raum ihrer Wohnungen groß 
genug bemessen können. Ob man Wohnungsinspektoren 
einsetzen will, ist uns eine Doktorfrage, und alle die scharfen 
Eingriffe, welche Herr Dr. Miquel vor seiner Ernennung 
zum Minister zwecks Hebung der Wohnungsnot vorschlug, 
waren wohl mehr eine kluge Empfehlung des verehrten 
Herren an die Agrarier für die Zeit, da er wirklich auf den 
Ministerposten rücken würde. Denn, wie männiglich bekannt, 
ist die städtische Wohnungsfrage so recht der Tummel 
platz der Agrarier, der Großgrundbesitzer und ihrer Freunde, 
hier reagieren sie in zustimmendem Sinne, wenn man sie 
mit sozialen Problemen kitzelt. Von einer gründlichen 
Revision der Berechtigungen, welche sie auf den ländlichen 
Boden zu haben vorgeben, wollen sie nichts wissen, und 
deshalb ist ihr Steckenpferd die Ausbeutung des Volkes durch 
die städtischen Grundbesitzer. Hier haben sie nicht nur nicht 
das geringste gegen die totale Einziehung der städtischen 
Bodenrente, nein, sie agitieren mit großem Kraftaufwand
	        
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