fullscreen: Der Pommersche Landbund

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eine sozialistische Regierung hätten. Die sozialen Gesetze standen auch früher 
solange auf dem Papier, bis die Arbeiter sich organisiert hatten und durch ihre 
Macht sie verwirklichten. Das müßt Ihr auch den Arbeitern klar mache:,. 
Man kann aber von dev Regierung verlangen, daß sie die Arbeiter schützt 
gegen rigorose Entlassungen. Ein solches Gesetz muß erlassen werden zum 
Schutz der landwirtschaftlichen Produktion. Daswollenwirineiner 
Eingabe verlangen. 
Weiter müssen wir verlangen, daß die Schlichtungsausschüfse voll 
ständig neu aufgezogen werden. (Sehr richtig!) Ich habe Maßnahmen 
.getroffen, daß auch in der Deutschen Nationalversammlung ein Vorstoß 
seitens der sozialdemokratischen Fraktion unternommen wird, wie es schon 
in der Preußischen Landesversammlung geschieht. Seitens des Reichs 
arbeitsministeriums ist geplant, die Gewerbegerichte auf das Land zu 
übertragen. Die Beisitzer würden sowohl aus Arbeitnehmer- wie aus Ar 
beitgeberkreisen gewählt. Wir können aber jetzt nicht aus solche Wahlen 
warten, sondern im Sinne eines Notgesetzes müssen Gerichte 
eingesetzt werden, ib 1 i c über E i nz e l str ei t f ä l l e z u e u t - 
sch ei d en h ab e n. Da muß bis zu einer endgültigen Wähl die Ver 
tretung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer von den Organisationen der 
Arbeitgeber und Arbeitnehmer ernannt werden. 
Nach der Verordnung vom 23. Dezember 1918 gelten die S ch lich 
tn n g s a u s s ch ü s s e nicht für Einzelsälle; das müssen 
wir aber jetzt auch verlangen von der G e s e tz g e b u n g. 
So notwendig die Aufhebung der Gelsindeordnung war, so hat man damals 
doch verabsäumt, Gesetze zur Sicherung des Arbeitsfriedens auf dem Lande 
zu schaffen. Ihr alle könnt aber daran mithelfen durch Eingaben an die 
Regierung ans dem Lande/ Die Unternehmer schicken immerfort Eingaben; 
das muß auch von uns geschehen. Weiter mnß eine Vereinheit 
lichung der auf Grund des Tarifvertrags errichteten 
Ei n i.g un g s st e l l e n mit der, amtlichen Schlichtungsaus- 
s ch ü s s e n erfolgen. Es müssen also einerseits Schlichtnngsausschüsse 
für gemeinsame Streitigkeiten eines Betriebes bestehen und andererseits 
Arbeitsgerichte nach Art der Gewerbegerichte zur Schlichtung der Einzel 
sälle. 
K lei n e r - Bublitz: Es freut mich, daß der Vorstand jetzt endlich 
mit positiven Vorschlägen herauskommt. Wenn die Beisitzer ernannt werden 
sollen, dann müßte festgelegt werden, daß die Vorschläge nur von der Or 
ganisation gemacht werden können; sonst bekommen wir. wieder Beisitzer, 
die gar keinen Wert für die Arbeiter haben. Ich habe an den Wirtschafts 
minister Schmidt eine Eingabe gerichtet, daß in allen solchen Fällen, wo 
nachweislich durch die Schuld eines Arbeitgebers ein Streik entsteht, die 
Zwangsbewirtschaftung und bestimmte Strafen^ eintreten können. Nur so 
kann man die Arbeitgeber wirklich fassen. Helfen kann uns nur rücksichts 
loses Durchgreifen. Der Junker reagiert nur auf Macht. Der Pommersche 
Landbund sagte in der Versammlung, die Arbeitszeit mnß verlängert wer 
den. Der Arbeiter soll dadrtrch mehr verdienen, daß die Naturalien höher 
bewertet werden; aber der Barlohn muß erniedrigt werden. Herr von Kleist 
sagte: Wenn wir erst die Ueberzahl sind, müssen sich die- Landarbeiter fügen 
im Guten oder im Bösen. Auch wir müssen rücksichtslos vorgehen gegen Ar 
beitgeber, -die durch eigene Schuld Aussperrung oder Streik provozieren. 
Da mnß die Regierung mit Strafen vorgehen. Notwendig ist die bald 
mögliche Neubeseüung verschiedener Regierungsstellen. Die Regierungsräte, 
Landräte und ein Teil der Kreissekretäre arbeiten vollständig noch nach
	        
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