Full text : Der Pommersche Landbund

/

31

der  Unternehmer  schon  anerkannt.  Dem  Kreisvertrauensmann  sind  von
unserer  Organisation  zu  geringe  Machtbefugnisse  zugestanden  worden.  An
die  Regierung  muß  die  Forderung  gestellt  werden,  daß  den  „Raubrittern"
in  Hintcrpommern  die  Waffen  aus  der  Hand  genommen  werden,  erforderlichenfalls ­
  mit  Gewalt.
Koch-  Schncidemühl:  Was  Haß  hier  anführte,  hat  er  auch  auf  der  Gaukonferenz
  angeführt  und  gesagt,  man  könnte  den  Arbeitgebern  auch  das  letzte
Hemd  nehmen.  Ich  bin  ihm  entgegengetreten.  Obwohl  ich  die  Arbeit  der  Kreisvertrauensleute
  schätze,  kann  ich  doch  nicht  dafür  eintreten,  daß  ihre  Machtbefugnis ­
  noch  vergrößert  wird.  Das  hat  jetzt  schon  üble  Folgen  gehabt.
Auch  ich  habe  es  oft  bedauert,  daß  den  Landarbeitern  so  wenig  passendes
Material  in  die  Hand  gegeben  wird.  Der  Pressedienst  muß  unbedingt
durchgeführt  werden.  Auch  im  deutschbleibendeu  Teil  der  Provinz  Westpreußen ­
  sind  die  Verhältnisse  genau  so  wie  in  der  jetzigen  Provinz  Pommern. ­
  Die  Vertrauensleute  aus  Schlochau  und  Deutschkrone  wissen,  daß
dort  der  Landrat  Tarife  veröffentlicht,  die  den  Abmachungen  nicht  entsprechen, ­
  und  wenn  er  berichtigen  soll,  erklärt  er,  er  hätte  das  Protokoll
verloren.  Mit  Hilfe  des  Militärs  wollen  diese  Leute  sich  die  frühere  Macht
wieder  aneignen.  Ist  es  nicht  möglich,  den  Kreisvertrauensleuten  dadurch
Entlastung  zu  verschaffen,  daß  die  Gewerkschaftskartelle  Arbeitersektetäre
anstellen?  Ost  sitzen  schon  20  Mann  morgens  vor  dem  Büro  des  Kreisvertrauensmannes, ­
  um  Rat  zu  holen.  Das  wäre  doch  Aufgabe  von  Arbeitersekretären. ­
  (Sehr  richtig!)  —  Der  Gauaufteilung  stehe  ist  sehr  sympathisch ­
  gegenüber.  Die  Gauleitung  muß  am  Sitz  der  Regierung  sein;  denn
der  Gauleiter  muß  fortgesetzt  mit  dem  Regierungspräsidenten  als  Vorsteher ­
  der  Demobilmachungskommission  verhandeln.  Vielleicht  könnte  den
großen  Gauen  ein  zweiter  Gauleiter  zur  Verfügung  gestellt  werden.  Der
Innendienst  und  der  Verkehr  mit  den  Behörden  ,müßte  aber  dem  ersten
Gauleiter  überlassen  bleiben.  Die  Krcisvcrtrauensleute  senden  sehr  wenig
Material  an  die  Gauleiter  ein.
S  tü  l  p  n  er  -  Stolp:  Ich  spreche  im  Sinne  der  Kreisvertrauensleute
des  dunkelsten  Hinterpommern,  wenp  ich  die  vom  Vorstand  geplante  Neuorganisation ­
  begrüße.  Für  dieses  Gebiet,  ist  unbedingt  eine  weitere  Kraft
notwendig.  Durch  die  vielen  Ratsuchenden  wird  der  Kreisuertraurnsmann
von  seiner  eigentlichen  Aufgabe  abgelenkt.  Die  Kreise  Stolp,  Schlawe  und
Lauenburg  sind  viel  zu  sehr  mit  schriftlichen  Anfragen  überlastet.  Eine
Planmäßige  Agitation  wird  den  Vertrauensleuten  dadurch  außerordentlich
erschwert.  Die  geringe  Bezahlung  trägt  daran  nicht  Schuld.  Die  Kollegew
arbeiten  aus  Idealismus.  Immerhin  ist  eine  bessere  Regelung  der  Besoldung ­
  notwendig.  Wir  Manchen  in  unserem  Winkel  unbedingt  eine  weitere
Kraft.
Segebrecht-Anklam:  Die  finanziellen  Verhältnisse  der  Krcisvertrauensleute
  sind  vielfach  ungenügend  geregelt;  aber  das  hat  wohl  keinen
daran  gehindert,  seine  volle  Pflicht  und  Schuldigkeit  zu  tun.  Wenn  der
Kreisvertrauensmann  seine  agitatorische  Aufgabe  nicht  erfüllen  kann,  so
liegt  das  an  der  Ueberlastung  mit  Anfragen,  Klagen,  Beschwerden  und
Gesuchen.  Darum  begrüße  ich  es,  daß  nun  Außenbeamte  in  Gestalt  neuer
Bezirksleiter  zur  Unterstützung  der  Kreisvertrauensleute  angestellt  werden
sollen.  Diese  Beamten  dürfen  nicht  in  Stettin  wohnen,  sondern  sie  müssen
mitten  im  Bezirk  leben,  so  daß  sie  jederzeit  zur  Stelle  fein  können.  Besonders
wichtig  erscheint  mir  die  Einrichtung  einer  Pressezentrale.
Göbel-Stralsund:  Ich  begrüße  ebenfalls  die  Mitteilung  des  Vorstandes. ­
  Die  Teilung  unseres  Regierungsbezirkes  in  zwei  Gaue  erscheint
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.