Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

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wenige  die  Grundrente  ein,  und  damit  haben  wir  auch  infolge ­
  der  gestiegenen  Produktion  die  Möglichkeit  der  Ansammlung ­
  so  enormer  Vermögen,  wie  sie  die  Jetztzeit  darbietet ­
  und  wie  sie  das  Altertum  und  das  Mittelalter  nie  gekannt ­
  hat.  Diese  Reichtümer  werden  nicht  etwa,  wie  es
im  Mittelalter  der  Gutsherr  machte,  verzehrt  oder  produktiv
verwendet;  sie  werden  vorwiegend  wiederum  zinstragend
angelegt  und  treiben  die  Grundrente  in  die  Höhe,  und  damit ­
  ist  zugleich  die  Grundlage  für  weitere  Renten-  und
Zinsforderungen  gegeben.
Der  Boden  wird  teurer  und,  da  die  Bebauer  sich  durch
höhere  Preise  für  den  Raub  an  ihrer  Arbeit  schadlos  halten
wollen,  steigen  die  Rohstoffe.  Die  gesamte  Produktion
verteuert  sich,  während  die  Kauffähigkeit  —  der  Unternehmerprofit ­
  spielt  dabei  eine  Rolle  —  stetig  abnimmt.  Lange
Zeit,  zumal  wenn  die  Kommunikation  schlecht  und  neue
Länder  nicht  in  Konkurrenz  treten,  können  sich  wenigstens  die
Bauern  trotz  zunehmender  Verarmung  des  gesamten  Volkes
durch  erhöhte  Preise  halten,  denen  natürlich  bald  wieder
eine  Grundrentensteigerung  folgt.  Nehmen  wir  zum  Beweise ­
  der  enorm  gestiegenen  Bodenpreise,  denen  die  Preise
für  die  Produkte,  da  die  Bevölkerung  nicht  konsumfähig
bleibt,  nicht  folgen  können,  die  von  H.  Paasche  aufgestellte
Tabelle,  welche  uns  diese  Bewegung  zeigt.  Dabei  ist
immerhin  zu  beachten,  daß  bessere  Kommunikation,  andere
Technik,  gute  Ernten  einen  Einfluß  auf  die  Preisbewegung
haben.  Aber  selbst  das  blödeste  Auge  sieht,  daß  die
Bodenpreise  in  unverhältnismäßiger  Weise  zu  denen  der
Produkte  steigen.
Siehe  die  Tabelle  Seite  34.
Die  Grundrente  ist  in  einer  bedenklichen  Weise  in  die
Höhe  geschraubt;  sie  entspricht  längst  nicht  mehr  dem
natürlichen  Nutzwerte  des  jeweiligen  Bodens,  wenn  wir
W  eh  berg,  Die  Bodenreform.  3
            
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