Full text : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Bodenreform  im  Lichte  des  Freihandels.

Gesetze  an  sich  reißen,  dieselben  aber  nicht  aufzehren,.
sondern  sie  wiederum  unter  legaler  Form  kapitalisierend
anlegen  können.  Sinkende  Preise,  Arbeitslosigkeit  für  die
Produzenten  ist  die  Folge;  den  Arbeiter  schlägt  sein  eigenes
Produkt  tot.  Wird  der  Lohnarbeiter  durch  den  Unternehmer--profit
  ausgeplündert,  so  seufzt  der  Mittelstand,  wie  Bauern,.
Handwerker  und  Unternehmer,  unter  dem  Drucke  der  Rentenund
  Zinsschraube,  und  mit  ihnen  allen  leiden  die  freien
und  gelehrten  Berufe,  deren  Nahrung  von  dem  Wohlbefinden
der  großen  Masse  abhängig  ist  und  bleiben  wird.
In  klarer  Weise  hat  schon  Rodbertus  die  Ursachen  der
stets  wiederkehrenden  Geschäftskrisen,  die  heute  permanente
geworden  sind,  erläutert,  welche  er  in  der  Beraubung  der 1
Arbeit  durch  Grundrente,  Zins  und  Unternehmerprofit
sieht.  In  seinen  Briefen  an  von  Kirchmann  schildert  er'
treffend,  wie  die  Krisen  durch  Unterkonsumtion  entstehenmüssen. ­
  Unter  anderem  sagt  er:
„Tritt  der  ruhige  Beobachter  in  diese  kapitalreichen  Nationen
hinein,  wendet  er  sich  zu  den  einzelnen,  die  ihm  bis  dahin,
nur  vereinigt,  als  Ganzes  erschienen,  so  sieht  er  mit  Erstaunen,,
daß  trotz  dieser  ungeheueren  Häufung  von  Kapitalien,  trotz
dieser  unzähligen  Erfindungen  zur  Leitung  und  Beherrschung
der  Natur=  und  Menschenkräfte,  doch  der  Vorteil  davon  nur
zu  einem  geringen  Teile  sich  über  alle  Glieder  der  Nation,
ausdehnt;  daß  der  größere  Teil  dieser  Vorteile  nur  einer  auserwählten ­
  Klasse  der  Nation  zugute  kommt,  und  daß  sieh
vermöge  des  bisherigen  Lohn-  (Renten)  und  Zinssystems  und.
der  .Tendenz  zum  Sparen  diese  glücklichen  Klassen  in  einem
Widerspruche  befinden,  der  sie  selbst  nicht  zur  Ruhe  kommen:
läßt.  Aus  Egoismus  nehmen  sie  in  der  Form  des  Kapitalzinses ­
  und  des  Unternehmergewinnes  dem  Arbeiter  die  Hälfte
des  Produktes  und  die  Macht,  zu  verzehren;  und  aus  Egoismus
mögen  sie  selbst  auch  nicht  verzehren,  sondern  in  blindem
Eifer  schaffen  sie  immer  neue  Produktionsgeschäfte  für  Produkte,
die  niemand  kaufen  kann.  Mitten  in  den  Mitteln  des  Genusses
sitzend,  können  sie  sich  nicht  entschließen,  weder  die  umstehenden ­
  Arbeiter  mitgenießen  zu  lassen,  noch  selbst  zu  genießen. ­
  Gleich  einem  Sisyphus  quälen  sie  sich  in  dem  unlösbaren ­
  Widerspruch:  verkaufen  zu  wollen,  nachdem  sie  doch
dem  Käufer  die  Mittel  zum  Kaufen  genommen  haben.  So
            
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