§ 3. Das statische Geldproblem.
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der Dinge. Auch der Metallist wird also heute nur ge
mäßigter Metallist sein dürfen, wenn er nicht mit den funda
mentalen Erkenntnissen unserer Wissenschaft sich in Wider
spruch setzen will. Erst die Nützlichkeit also verleiht dem
Metalle Wert. Nun liegt aber diese Nützlichkeit keineswegs
bloß in der erwähnten Eignung zu Schmuck und industrieller
Verwendung. Sondern sie liegt zu einem Teile darin, daß
Gold und Silber heute und lange schon als Geldstoff dienen.
Es kann darüber gestritten werden, in welchem Verhältnisse
heute und einst diese beiden verschiedenen Verwendungs
arten zueinander stehen und standen. Aber es gehört nicht
viel dazu, um einzusehen: Die Verwendung als Geld ist heute
ihrerseits ein Faktor der Nachfrage nach Edelmetall, und
wenn z. B. diese Verwendung und damit diese Nachfrage
aufhörte, würden die Preise der Edelmetalle stark sinken.
Oder noch deutlicher, der Wert der Edelmetalle entsteht zu
einem Teile erst durch die Möglichkeit ihrer Verwendung
als Geldstoff. Mögen ursprünglich vielleicht Gold und Silber
wegen ihrer Schönheit, ihres Glanzes und ihrer Unzerstörbar
keit schlechthin als beliebtes Tauschmittel sich eingebürgert
haben: es ist kein Zweifel, daß heute die Geldfunktion zu
einem großen Teile erst dem Metalle seinen Wert verleiht.
Und damit überblicken wir die Begründung für die ganze
Reihe von Theorien, die der Stoffwertlehre als Gegensätze
gegenübergestellt zu werden pflegen.
Wir haben so gezeigt, wie man, von der Stoffwerteigen
schaft des Geldes ausgehend, bei konsequenter Anwendung
der Ergebnisse der neueren Werttheorie von selbst zu der
Funktionslehre gelangt, mindestens ihr eine starke relative
Berechtigung zugestehen muß. Und von diesem Punkte
gesehen werden nun auch die einseitigen Zuspitzungen
dieser Funktionswertlehre, wenn auch nicht selbstverständ
lich, so doch verzeihlicher erscheinen: daß erst die Münze
Moll, Logik des Geldes. 2