Full text : Logik des Geldes

§  3.  Das  statische  Geldproblem.

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wissen:  Wie  weit  ist  die  Möglichkeit  einer  Wertkonstanz  oder
einer  Wertänderung  (insbesondere  einer  Wertverminderung)
bei  einem  Geldsystem  von  vornherein  gegeben?
§  3.
Das  statische  Geldproblem.
Es  trägt  nicht  zur  Vereinfachung  der  Sache  bei,  dennoch  wird
es  sich  kaum  je  vermeiden  lassen,  daß  das  »statische«  Grundproblem, ­
  die  Frage  nach  dem  Wesen  des  Geldes,  in  zahlreichen ­
  verschiedenen  Formeln  auftritt,  die  zwar  im  Grunde
genommen  alle  miteinander  verwandt  sind,  aber  dennoch
etwas  verschiedene  Ausgangspunkte  im  Denken  haben.  Ist
das  Geld  physei  oder  nomo,  verdankt  es  seine  Entstehung
natürlichen  Schwerkräften  oder  menschlicher  Übereinkunft? ­
  Dem  wirtschaftlichen  Wert  oder  der  staatlichen
Proklamation?  Ist  das  Metall  wichtiger  oder  der  Stempel?
Bleibt  das  Geld  im  wesentlichen  an  die  Faune  der  Natur  gebunden ­
  oder  kann  es  von  Menschen  erschaffen  werden?  Soll
die  Geldauffassung  sich  an  das  Körperliche,  sinnlich  Wahrnehmbare ­
  halten  oder  an  etwas  Gedachtes,  Geistiges?  Hat
der  Nationalökonom  oder  der  Jurist  in  der  Geldlehre  das  entscheidende ­
  Wort  zu  sprechen?  Wird  die  Seele  des  Geldes
in  der  Substanz  zu  suchen  sein  oder  in  der  Funktion  als
Zahlungsmittel,  in  der  Zahlkraft,  in  der  Kaufkraft?  Soll  man
das  Geld  in  der  Kategorie  der  Kausalität  vorstellen  oder
teleologisch?  Fiegt  in  der  Vergangenheit  oder  in  der  Zukunft
der  Schlüssel  für  das  Verständnis  seiner  Geltung?  Was  ist
das  Richtige,  Kosten-  oder  Nutzenlehre?  Muß  man  dem
Gelde  eigenen  Wert  zuerkennen  oder  es  als  bloßes  Zeichen
ansehen,  als  Symbol,  als  Marke,  als  Anweisung  auf  wirtschaftliche ­
  Werte?  Ist  es  Selbstzweck  oder  bloßes  Mittel?  Soll
das  Geld  im  Kreislauf  des  wirtschaftlichen  Lebens  als  Ware
gelten  oder  als  Gegensatz  zu  allen  Waren?  —
            
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