Full text : Volkswirtschaftliches Quellenbuch

3.  Griechen  und  Römer,  Araber  und  Italiener.

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3.  Griechen  und  Römer.  Araber  und  Italiener.
Von  Joseph  Grunzel.

G  r  u  n  z  e  l,  System  der  Handelspolitik.  2.  Aufl.  Leipzig,  Duncker  &  Humblot,  1906.  S.  28—33.
b  Die  Griechen  besaßen  für  den  Handel  keine  besondere  Wertschätzung,  denn  sie
^  Neben  vorwiegend  Ackerbau  und  überließen  die  kaufmännische  Tätigkeit  den
rv^uiziern.  Eine  Änderung  brachte  die  Wanderung  der  griechischen  Stämme  hervor,
El^-che  zu  einer  Übervölkerung  im  Süden  und  in  weiterer  Folge  zur  Besiedelung  der
^.^asiatischen  Küstenlandschaften  führte.  Die  große  Fruchtbarkeit  und  die  reiche
^?ederung  der  kleinasiatischen  Küste  begünstigten  den  Handelsverkehr  der  Pflanzstädte
Qj  .  der  Heimat:  der  gleichzeitige  Niedergang  des  phönizischen  Handels  eröffnete  den
^echenstädten  den  Weg  zur  Beherrschung  im  Ägäischen  und  Schwarzen  Meere,
sg  e  Perserkriege  machten  dieser  Blütezeit  ein  Ende,  erhoben  aber  dafür  Athen  zur
^i^niacht  der  Griechen.  Unter  Perikles  wurde  Athen  die  wichtigste  Handelsstadt  im
'  "chen  Mittelmeere.  Sie  tauschte  ihre  Produkte,  wie  Olivenöl,  Feigen  und  kunst-^^erbliche
  Erzeugnisse  aus  Stein,  Ton  und  Metall,  gegen  Getreide,  Häute  und
^^>iffbaumaterial  von  der  Nordküste  des  Schwarzen  Meeres,  Metalle  von  den  Inseln,
^ktilwaren  von  Persien,  Phönizien  und  Ägypten.  Die  Handelseinrichtungen  Athens
^gen  für  die  Intensität  des  Handelsverkehres  und  den  Grad  der  staatlichen  Fürsorge,
.  es  bestanden  Warenmagazine  für  die  Lagerung  der  Waren,  sowie  Verkaufs-^?^en,
  eigene  Gerichte  für  die  Handelsstreitigkeiten,  Gesetze  über  die  Zollabgaben,
swdie  Seedarlehen  unter  Verpfändung  des  Schiffes  oder  der  Ladung  usw.  Außer
■a  den  hat  sich  auch  Korinth  durch  seine  günstige  Lage  emporgeschwungen.  Eine
L^tlang  behauptete  Rhodus  eine  beherrschende  Stellung  im  Ägäischen  Meere;  das
-  ^kecht  von  Rhodus,  welches  zum  ersten  Male  gewisse  Grundsätze  für  den  Schiff-!
  Ortsverkehr  aufstellte,  hat  sich  bis  in  die  mittelalterlichen  Rechtssatzungen  gleicher  Art
^lgepflanzt.  Das  Weltreich  der  mazedonischen  Herrscher  machte  der  Stellung  der
Zechen  als  Handelsvolk  ein  jähes  Ende.
Nach  der  Zerstörung  von  Korinth  und  Karthago  wurde  Rom  zur  ersten
^"lldelsmacht,  schon  infolge  seiner  politischen  Machtstellung.  An  und  für  sich  besahen
Ie  Römer  wenig  Befähigung  für  den  Handelsbetrieb.  Sie  begnügten  sich  auch  dann
l l0c *).  als  ihnen  durch  die  griechischen  Ansiedelungen  die  Möglichkeit  des  Bezuges
irernder  Produkte  gegeben  war,  mit  den  heimischen  Erzeugnissen;  es  blieb  lange
tt)r  Ideal,  im  Haushalt  alles  zu  erzeugen,  was  im  Haushalt  gebraucht  wurde.  Dabei
9^11  nur  der  Ackerbau  als  eine  des  Bürgers  würdige  Beschäftigung,  während  Gewerbe
Handel  vorwiegend  Sache  der  Sklaven  waren.  Die  Unterwerfung  Karthagos
.Er  drängte  die  Römer  auf  die  See.  Die  erfolgreichen  Kriege  machten  die  Bürger
uüt  hem  Luxus  des  orientalischen  Lebens  bekannt  und  entfremdeten  sie  zugleich  dem
Ackerbau.  Der  Handel  brachte  alles,  was  man  sonst  mit  großer  Mühe  und  Gefahr
iEst  produzieren  mußte,  zu  billigen  Preisen  ins  Land.  Die  wichtigsten  Plätze  des
Welthandels  waren  ohnedies  unter  römische  Herrschaft  geraten.  So  bahnte  sich  denn
allmählich  auch  der  kaufmännische  Unternehmungsgeist  seine  Wege.  Aber  nicht  bloß
zur  See,  auch  zu  Lande  drang  der  Handel  gegen  Norden  vor.  Der  Ausbau  der
Kommunikationswege  in  der  Kaiserzeit  war  zwar  hauptsächlich  unter  dem  Gesichtspunkt ­
  der  militärischen  und  zivilen  Verwaltung  erfolgt,  diente  jedoch  in  zweiter  Linie
gleichzeitig  dem  Handelsverkehre.  Der  Export  ging  zumeist  nach  Norden,  indem
italienische  Kaufleute  Wein,  Früchte,  Schmuckgegenstände  usw.  nach  dem  nördlichen
Gallien  und  nach  Deutschland  brachten.  Der  weit  größere  Einfuhrhandel  benutzte
den  Seeweg  und  wurde  fast  ausschließlich  durch  Griechen,  Ägypter,  Syrier  usw.  vermittelt, ­
  war  also  passiv.  Der  Import  wurde  im  ersten  Jahrhundert  n.  Chr.  auf  etwa
            
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