Full text : Volkswirtschaftliches Quellenbuch

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Zweiter  Teil.  Handel.  XII.  Bankwesen.

Sprachgebrauch  sog.  Papiergelde,  auch  dem  einlösbaren  gegenüber  in  der  verschiedenen ­
  Art  der  Ausgabe,  daher  auch  der  verschiedenen  Art  der  Rückströmung
hervor:  die  Banknote  wird  regelmäßig  als  Darlehen,  daher  für  den  Erwerb  eines
Forderungsrechts  oder  gegen  Schuldschein  hinausgegeben,  bei  dessen  Verfall  entweder ­
  sie  selbst  in  sog.  „regelmäßiger  Rückströmung"  oder  an  ihrer  Stelle  Münze
zurückkehrt,  weshalb  nach  Ablauf  des  betreffenden,  üblich  ziemlich  kurzen  Termins
Meistens  höchstens  drei  Monate,  tatsächlich  gewöhnlich  viel  weniger)  entweder
überhaupt  kein  solches  Kreditpapier  im  Umlauf  bleibt  oder  Münze  dafür  in  der
Bank  hinterliegt:  alles  Papiergeld,  uneinlösbares  und  einlösbares,  wird  dagegen
als  Zahlung  (implizite  für  eine  fällige  Schuld,  aus  Ankäufen,  anderen  Zahlungsverpflichtungen), ­
  also  gegen  Quittung  ausgegeben,  gelangt  daher  nur  etwa  zuin
Zweck  der  Einlösung  oder  zu  anderen  Zahlungen  wieder  an  den  Emittenten,  der
es  dann  aber  regelmäßig  zu  seinen  Zahlungen  alsbald  wieder  ausgeben  muß
Mithin  bildet  die  Banknotenausgabe  nur  eine  zeitweilige,  die  Papiergeldausgabe
eine  dauernde  Vermehrung  der  Umlaufsmittel.
Die  Ursache  der  ersten  Ausgabe  von  Noten  ist  ein  vorausgehendes  Verkehrsbedürfnis, ­
  nämlich  ein  Bedarf  nach  Bankdarlehen,  diejenige  der  längeren  Zirkulation ­
  der  Noten  ein  stetiger  Bedarf  des  Verkehrs  gerade  an  Umlaufsmitteln  in
Notenform  (statt  Münze  rc.)  und  ein  fortdauernder  Bedarf  an  Darlehen,  dessentwegen ­
  die  zurückgeströmten  Noten  immer  von  neuem  ausgegeben  werden.  Eine
Hauptursache  des  gesteigerten  Bedarfs  an  Zirkulationsmitteln,  an  Münze  und
Noten  auch  für  den  kleinen  und  mittleren  Verkehr  —  wo  demnach  die  Frage
der  Größe  der  Notenstücke  wichtig  wird  —  ist  eine  vorausgehende,  bez.  sich  nach
dem  Prozeß  interlokaler  und  internationaler  Preisausgleichung  vollziehende  Erhöhung
des  durchschnittlichen  Stands  der  Waren-  und  Dienstpreise.  Die  Papiergeldausgabe
und  die  Papiergeldzirkulation  erfolgt  dagegen  im  wesentlichen  unabhängig  vom
Verkehrsbedürfnis.  Das  etwa  zur  Einlösung  zurückgekommene,  das  in  Zahlungen
an  Staatskassen  eingegangene  Papiergeld  gelangt  immer  sofort  wieder  zur  Verausgabung ­
  in  neuen  Zahlungen,  nicht  wegen  des  Verkehrsbedarfs,  sondern  wegen
des  Bedürfnisses  der  staatlichen  Finanzverwaltung.  Ebendeshalb  ist  die  sog.
„S  t  e  u  e  r  fu  n  d  a  t  i  o  n"  des  Papiergelds  (Stein)  keine  wahre  Fundation.
Man  kann  daher  auch  den  Zettelbanken  —  weder  der  Zentralbank  noch  den
kleinen  Banken  eines  dezentralistischen  Systems  —  keine  beliebige  Macht,  wirklich
jederzeit  einlösbare  Noten  auszugeben  und  in  Umlauf  zu  erhalten,  das  Land  „mit
Noten  zu  überschwemmen",  die  „Preise  willkürlich  zu  steigern",  den  „Geldwert  beliebig ­
  zu  verändern",  zuschreiben,  sobald  man  nur  die  einfachsten,  Nächstliegenden,
leicht  anwendbaren  Kautelen  gegen  zu  willfährige  Diskontierung  mittelst  der
Notenausgabe  trifft,  d.  h.  im  wesentlichen  eben  für  die  wirkliche  stete  Einlösbarkeit ­
  der  Note  sorgt.  In  so  fern  ist  aus  der  Verkehrsfunktion  der  Banknote
und  der  Zettelbank  die  Notwendigkeit  einer  sonst  restringierenden  Bankpolitik,  insbesondere ­
  des  Notenmonopols,  der  Zentralisierung  der  Notenausgabe,  der  „Verstaatlichung" ­
  des  Zettelbankwesens  nicht  schon  abzuleiten  und,  bloß  ökonomischtechnisch
  betrachtet,  nicht  schon  geboten.  Es  find  andere  Gründe,  welche  eine  solche
Bankpolitik  eventuell  rötlich  machen.
Vergleichung  der  Banknote  mit  anderen  Geldsurrogaten
des  Kreditverkehrs.  Die  Banknote  ist  diesen  spezifisch  gleichartig,  mehr
formell  als  materiell  von  ihnen  verschieden.  Sie  hat  zunächst  mit  allen  anderen
Kredit-Umlaufsmitteln  (girierten  Wechseln  und  Anweisungen,  einlösbarem  Staatspapiergeld) ­
  und  Zahlungseinrichtungen  des  Bankwesens  (Scheck-  und  Kontokorrentwesen, ­
  Clearingliouse)  die  Wirkung,  die  Münze  im  Verkehr  zu  ersetzen,  aber  an
            
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