Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  Gruppe  der  Unentwegten

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durch  das  Leiden  des  andern  erkauft.  Auch  der  Mensch  ist
diesem  Gesetze  unterworfen.  Aber  schon  in  prähistorischer  Zeit
zeigt  sich  ein  wesentlicher  Vorzug  desselben.  Während  die
niederen  Gattungen  nur  die  Macht  zu  zerstören  besitzen  und
unfähig  sind,  die  Nahrungsmittel,  von  denen  sie  leben,  zu  vermehren, ­
  ist  das  Menschengeschlecht  nicht  in  Zahl  und  Bedürfnisbefriedigung ­
  durch  die  Fruchtbarkeit  der  Arten,  von  denen  es
lebt,  begrenzt,  sondern  es  kann  sich  durch  Ausübung  seiner
Produktivkraft  vermehren  und  sich  eine  höhere  Bedürfnisbefriedigung ­
  verschaffen.
Entwicklungsgeschichtlich  beginnt  allerdings  der  Mensch,
wie  die  niederen  Tierarten,  mit  ausschließlicher  Anwendung  der
Zerstörungskraft.  Die  Konkurrenz  zwischen  Mensch  und  Tier
geschieht  zunächst  durch  den  Krieg.  In  diesem  war  der  Mensch
ursprünglich  der  physisch  schwächere  Teil.  Aber  er  besaß  eine
Intelligenz,  die  höher  war  als  diejenige  seines  Konkurrenten.
Er  erfand  und  produzierte  die  Waffen,  mit  denen  er  jene  erschlug. ­
  Von  nun  an  gehörten  ihm  allein  die  Jagdgründe,  welche
er  vorher  mit  den  fleischfressenden  Tieren  zu  teilen  genötigt  war.
Die  von  den  Konkurrenten  der  Tierwelt  befreiten  menschlichen ­
  Jägerhorden  konnten  sich  jetzt  in  ausgiebigerem  Maße
vermehren.  Da  mußte  notwendig  ein  Augenblick  kommen,  wo
die  Zahl  der  menschlichen  Individuen  über  die  erreichbaren
Subsistenzmittel  hinaus  wuchs.  Man  hatte  nun  die  Wahl,  entweder ­
  den  Überschuß  durch  Kinderaussetzung  oder  Menschenopfer ­
  zu  beseitigen,  oder  durch  Raub,  Viehzucht  oder  Ackerbau
den  notwendigen  Unterhalt  für  die  zahlreichere  Bevölkerung  zu
gewinnen.  Welchen  dieser  Wege  die  primitiven  Stämme  wählten,
das  hing  von  der  Eigenart  der  einzelnen  ab.  Die  Stärkeren
griffen  zu  Mord  und  Raub;  die  Schwächeren  versuchten  es  erst
mit  der  Viehzucht,  welche  bereits  unendlich  ergiebiger  war,  als
die  Jagd  und  gingen  dann  zum  Ackerbau  über.
In  dem  Maße  als  die  fortschrittlichen  Stämme  produzieren
lernten,  anstatt  zu  zerstören,  wurden  sie  weniger  kriegstüchtig.
Sie  unterlagen  im  Kampfe  mit  den  unkultivierten  Jägerhorden,
während  in  der  primitiven  Epoche  des  Kampfes  zwischen  den
großen  Tierarten  und  dem  Menschen  der  Sieg  denen  gehörte,
welche  des  Fortschritts  am  fähigsten  waren.  So  erklärt  sich
die  Zerstörung  der  prähistorischen  Kulturen.
            
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