Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

Die  Gruppe  der  Universitätsprofessoren

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die  Beobachtung  allein  nicht  zur  Begründung  der  Wirtschaftswissenschaft ­
  ausreicht.  Dieselbe  hat  nämlich  nicht  nur  Tatsachen ­
  festzustellen,  sondern  auch  deren  Ursachen  und  Wirkungen ­
  aufzufinden.  „Ich  leugne  entschieden,  daß  dies  durch
die  Beobachtung  allein  geschehen  könne.  Nichts  ist  so  verwickelt ­
  und  sozusagen  unergründlich,  wie  die  Erscheinungen
des  Wirtschaftslebens,  wenn  es  sich  darum  handelt,  Wirkungen
an  ihre  Ursachen  zu  knüpfen  ;  denn  die  Ursachen,  unter  deren
Einfluß  die  Erscheinungen  stehen,  sind  unendlich  verschieden
und  häufig  einander  entgegengesetzt,  und  es  ist  meist  unmöglich, ­
  den  Anteil  einer  jeden  zu  unterscheiden.  .  .  .  Man  wird
vielleicht  sagen,  diese  Unmöglichkeit  sei  eine  relative  und  vorübergehende, ­
  und  komme  von  der  Unvollkommenheit  unserer
heutigen  Beobachtungsmittel.  Ich  halte  sie  dagegen  für  eine
wesentliche  und  radikale,  weil  sie  aus  der  unendlichen  Verschiedenheit ­
  der  Ursachen,  welche  die  sozialen  Erscheinungen  beeinflußten, ­
  folgt.“  Darum  ist  ohne  die  Deduktion  die  Nationalökonomie ­
  nicht  aufzubauen.  Es  wird  aber  die  Aufgabe  der  Beobachtung ­
  sein,  die  Deduktion  zu  kontrollieren 1 ).
Das  Ergebnis  von  Villey  s  Beobachtung  der  heutigen  Wirklichkeit ­
  zwecks  Revision  der  klassischen  Dogmen  ist,  daß  der
genossenschaftlichen  Entwicklung  die  Zukunft  gehört.  Er  schreibt  :
„Das  Individuum  wird  zwischen  der  Assoziation  und  dem  Staate
erdrückt.  Die  Assoziation  will  sich  aller  Äußerungen  der  individuellen ­
  Tätigkeit  bemächtigen,  der  Staat  dieselben  reglementieren ­
  ...  Die  Assoziation  ist  das  Gesetz  der  Zukunft!“ 2 )
Bei  dieser  Lage  der  Dinge  fährt  Villey  fort,  wäre  es  unangebracht, ­
  gegen  den  Strom  schwimmen  zu  wollen.  „Das  Individuum ­
  verschwindet  und  bald  werden  nur  mehr  Kollektivitäten
vorhanden  sein.  Man  darf  sich  der  neuen  Ordnung  der  Dinge
nicht  verschließen,  sondern  man  muß  möglichst  viel  Ordnung
und  Harmonie  hineinbringen.“  Das  kann  man  durch  Förderung ­
  der  freien  Assoziation.  Sie  muß  siegreich  gegen  die  Zwangsassoziation ­
  des  sozialistischen  Zukunftsstaates  —  gegen  den
Villey  stets  kampfbereit  ist  und  bei  jeder  Gelegenheit  polemisiert ­
  —  vordringen  und  die  soziale  Solidarität  verwirklichen.

')  ibid.  p.  28  ff.
2 )  ibid.  p.  785-36.
            
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