Full text: Kann das Geld abgeschafft werden?

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mungsgrund des Tauschwertes ausmacht, im Preis durch die quan- 
titative Feststellung verdrängt; Unterschiede der Art werden zu 
Verschiedenheiten des Maßes, die Mannigfaltigkeit des Was ver- 
einfacht sich zum Wieviel. Der persönlich - subjektiv- 
speziell-qualitativ bestimmte Tauschwert weicht also 
im Preis einem gesellschaftlich - objektiv-generell- 
quantitativ festgesetzten Verkehrswert, dessen Aus- 
drucksmittel letzten Endes die Zahl ist. 
Daß der Unterschied des Preises vom Tauschwert doch hier und da 
schon anerkannt wird, zeigt Amonns Erklärung des Preises als der 
‚Objektivation der individualistischen Verkehrsbeziehung ... Verschiedene 
Verkehrsobjekte können einen ganz gleichen Preis im sozialen Verkehr und 
labei doch eine ganz verschiedene Bedeutung für die konkreten Wirtschafts- 
zwecke der einzelnen Individuen haben, für welche ein und derselbe Preis 
ım sozialen Verkehr gilt‘ (S. 341). Ebenso ist nach Ste phinger der 
Preis als „Verkehrswert nicht mit dem Tauschwert identisch; denn der 
Verkehrswert beruht auf quantitativer Überlegung, der Tauschwert aber 
‚St die Brauchbarkeit, Tauschmittel zu sein‘ (Theorie, S. 216). Endlich 
stimmen auch Cassel und Schum peter dieser Auffassung des 
Preises zu: Cassel betont die Notwendigkeit, die Waren für den Markt- 
verkehr zu ‚„tarifieren‘“, und Schumpeter hebt hervor, daß „auf dem 
Markte jedes Gut nur einen Preis haben wird: alle Wirtschaftssubjekte rech- 
nen mit diesen Preisen und treffen miteinander in diesem Punkte auf ge- 
meinsamem Boden zusammen“ (Theorie, S. 75). 
Der Maßstab dieses Verkehrswertes nun, der Generalnenner 
der gesellschaftlichen Werthaltungen, die „abstrakte Rechnungs- 
sinheit“ (Liefmann), die den zahlenmäßigen Ausdruck der Preise 
ermöglicht — das ist das Geld. So ist es, in seiner Wesenheit 
als „Rechenpfennig“ (Schumpeter), ein unerläßliches Hilfsmittel für 
den Marktverkehr, wo seine Anwendung allein die Schwierigkeit 
der „qualitativen und quantitativen Nichtdeckung von Angebot und 
Nachfrage“ (Adolph Wagner) überwinden läßt. 
Hiermit übereinstimmend auch Cassel: „Ein Gut, das die Rolle 
sines gemeinsamen Nenners tür die Schätzungen anderer Güter spielt, nennen 
wir Geld“; es ist das „Substrat der allgemeinen Rechnungsskala‘“ (Sozial- 
Skonomiie, S, 38/30). Nach Soda sind in der Marktwirtschaft „der wirt- 
schaftliche Wert und der objektive Ausdruck des Wertes, d. h. das Geld, zwei 
gleichzeitig. entstehende Korrelatbegriffe‘‘ (Geld, S. 166/167); denn das 
Geld ist „‚die gleichzeitig mit der Verkehrswirtschaft entstehende Institution 
ınd zwar ihre immanente begriffliche Voraussetzung‘, nicht etwa nur „eine 
spezielle Institution zur Zeit der Verkehrswirtschaft, neben der verschiedene 
andere Institutionen gleichberechtigt bestehen‘ (ebenda, S. 153). Soda 
will sogar den ‚„‚Geldbegriff als die begriffliche Voraussetzung der verschie- 
denen (wirtschaftlichen) Grundbegriffe in den Mittelpunkt der Wirtschafts- 
‚chre gestellt‘ sehen (ebenda, S. 163; vgl. auch unten ıo. Kapitel, IB.
	        
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