Die Schule der Science sociale
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de Tour villes die Familie die wichtigste menschliche Gruppe,
und ihre Klassifikationen der sozialen Gebilde sind in erster
Linie solche der Familien.
Es war ein großer Fortschritt, als die Mitglieder der Schule
der Science sociale die Kindererziehung als differenzierendes
Moment der Familien an die Stelle des Erb systems setzten. Einmal
entsprach dies einer tatsächlich tiefem Erkenntnis der Wirklichkeit
als sie Le Play besessen; andererseits aber wurde gerade
dadurch erst die Bahn frei für den Evolutionismus. Im
Keime ist derselbe allerdings schon in der Nomenclature sociale
de Tour villes enthalten. Denn dieses Erzeugnis eines systematisch
und tief denkenden Geistes, welches zunächst nur ein vervollkommnetes
Forschungsinstrument an der Stelle von Le Plays
Familienmonographie sein will, ist tatsächlich auch eine soziale
Doktrin. Die Orientierung der Schlußfolgerungen einer jeden
Monographie, welche in den Rahmen der „Nomenclature“ hinein
ausgenommen wird, ist a priori gegeben, sie liegt in der letztlichen
Bedingtheit einer jeden wirtschaftlichen und sozialen Erscheinung
durch die geographische Beschaffenheit des Territoriums.
Die ganze Einseitigkeit, der ganze Determinismus oder, wenn
man will, der historische Materialismus, der die Lehre der
Schule kennzeichnet, ist bereits in der „Nomenclature“ enthalten.
Die konstruktive Tätigkeit der Schule der Science sociale
bestand bisher überwiegend im Aufstellen von konkreten
Kausalreihen zwischen allen auf unserem Planeten vorhandenen
Territorien und den beiden Arten von Familien- und
Gesellschaftsformationen. Zwischenglieder sind dabei die Arbeitsverfassung
und Eigentumsordnung. Nichts hindert, daß in der
Folge auch die weiteren Kategorien der „Nomenclature sociale“
ausgebaut werden.
Das Einschachtelungsverfahren, durch welches Demolins
Tausende und Abertausende von beobachteten Erscheinungen
in die Fächer und Unterfächer der „Nomenclature“ unterbringt,
um Kausalzusammenhänge zu eruieren, ist recht schwerfällig
und kompliziert. Es mag sein, daß man mittels dieses Verfahrens
das eine oder das andere Mal zur Aufdeckung eines vorher
nicht beachteten Kausalzusammenhanges gelangt. Jedenfalls aber
dürfte in weitaus den meisten Fällen auch ohne diese Einschachtelung,
und zwar mit wesentlich geringerem Aufwand an Zeit