§ 56. Arbeit. 115
be^alb and) wd)t feiten ben Uebergang gu übertniegenber
Maschinenbenntznng.
Wer ein ganzes Produet anfertigen sann, bent steht ber
Bedarf Aller, die jenes gebrauchen, demjenigen hingegen, welcher
blos gewisse Theile eines solchen herzustellen vermag, lediglich die
Nachfrage der betreffenden Arbeitsgeber gegenüber. Ersterer ist
von der Masse der etwaigen Konsumenten feiner fertigen Waare,
letzterer von der verhältnißmäßig geringeren Anzahl der Benutzer
seiner einseitigen Leistungsfähigkeit und baoon abhängig, wie
Andere bei Ausführung der Arbeit mithelfen. Im Nothfalle ist
auch der gänzliche oder zeitweise liebergang zu einer ander
weiten Arbeitsart um so mißlicher, je weniger leicht aus
schließlich an eine einzelne Arbeitsverrichtung bei getheilter Arbeit
Gewöhnte sich in eine wesentlich andere Arbeitsthätigkeit zu schicken
vermögen, und je schwieriger es bleibt, in einer ungewöhnten
Beschäftigung innerhalb kürzerer Zeit die nämliche Arbeitsfertigkeit
zu erlangen, welche die darin bereits Eingeübteren vollauf
besitzen. Alles dies tritt jedoch bei Arbeitstheilung nur in ver
schärftem Maße ein, während eine gewißliche Abhängigkeit mit
schein Arbeitsverhältniß verbunben ist, und Schwierigkeiten jedem
Berufswechsel anhaften, insofern nicht die Arbeit so überaus ein
fach ist, daß sie gar keine sonderliche Geübtheit erfordert.
Diese möglichen ltnb oft genug wirklich erfolgenden Uebel-
stände vermögen aber keineswegs die ungleich größeren und
Allen zugutekommenden Vortheile aufzuwiegen, welche die
stetig zunehmende Arbeitstheilung darbietet, zumal jene doch
erst'111110^0% weit fi#arcr werben, wo
mm gleichzeitig mancherlei Umstände hinzutreten, die wieder
zu ihrer Abschwächung beitragen.
Zu der Zeit, in welcher sich die Arbeitstheilung so scharf
ausgebildet haben kann, daß neben den vielen guten nunmehr
auch einige übele Folgen derselben stärker hervortreten, ist der
Wrbcitömam fixerer, bie Mrbcit selbst ücrre#ben,eglid)er uņb
die Gefahr geringer geworden, daß berufliche Arbeitseinseitigkeit
allgemein menschliche Lebenseinseitigkeit herbeiführt.