Full text : Die Volkswirthschaftslehre

Buch  2.  àp.  1.  Produktionsmittel.

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Mxàl.
S  57.
Kapital  ist  jedes  Product,  welches  wieder  zur  Pro
ditclion  bestimmt  und  behufs  dieser  benutzt  wird.
Physiokratischer  scits  bezeichnete  man,  vom  gewöhnlichen
Sprachgebrauche  abweichend*),  als  Kapital  jeden  aus  ztvar  ein
gekommenen  aber  nicht  verbrauchten  Gütern  zurückgelegten  und
angehäuften  Vorrath  an  solchen.  Nach  überwiegender  Berück
sichtigung  der  Verwendung,  welche  von  dem  so  für  die  Zukunft
aus  den  Ueberschüssen  der  Vergangenheit  angesammelten  Productenvorrathe
  gemacht  wird,  gelangte  man  später  zu  der  Annahme,
das;  die  Kapitaleigenschaft  sich  aus  der  „productiven  Zweck-'
beziehuug"  ergebe.  Dies  führte  aldauir  daraus  hin,  bisweilen  auch
Grundstücke,  welche  jene  Beziehung  gewinnen,  zum  Kapital  zu
rechnen.  Von  den  in  vergänglichen  Producten  bestehenden
Kapitalien  unterscheiden  sich  jedoch  die  in  begrenzter  Ausdehnung
gegebenen  und  fortdauernd  in  ihrem  bisherigen  Bestände  benutzbaren ­
  Grundstücke  so  wesentlich,  das;  diese  doch  immer  wieder  neben
jenen  als  eine  ganz  besondere  Kapitalart  unterschieden  werden
müßten.  Es  bleibt  deshalb  gerechtfertigter,  nur  solche  wiederum
zur  Production  verwendete  wirthschaftliche  Güter  als  Kapital  aufzufassen, ­
  welche  Ergebniß  einer  Production  sind.

im  Verbrauchtwerden.  Beim  Gebrauche  wird  es  ztvar  in
seiner  bisherigen  Form  schneller  oder  langsamer  verbraucht,
erscheint  aber  wirthschastlich  dann  als  erhalten,  wenn  dessen
Werth  in  demjenigen  des  Productionsergebnisses  entsprechet,
deir  Wiederersatz  findet.

§  5W.
Hauptbestandtheile  des  Kapitals,  welches
wirthschastlich  vorgeschrittenere  Völker  benutzen,  sind:

*)  Unter  capitale  (von  caput,  Haupt)  verstand  man  im  mittelalterlichen
Latein  die  in  einem  Darlehn  hingegebene  Geldsumme  (Hanptgeld,  Hanptstamm).
            
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