Full text : Die Nationalökonomie in Frankreich

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Der  Interventionismus  an  den  Universitäten

A.  Kapitalnachfrage.  Es  gibt  fünf  Gründe,  warum  ein  Mann
bereit  sein  kann,  einen  Zins  für  die  Überlassung  eines  Kapitals
zu  zahlen.  Diese  fünf  Gründe  können  sowohl  miteinander,  als
mit  entgegenwirkenden  Kräften  in  mannigfache  Verbindungen
treten.  Es  sind:  1.  der  Umstand,  in  der  Gegenwart  mehr  Bedürfnisse ­
  zu  haben,  als  man  in  der  Zukunft  haben  wird  ;  2.  die
Aussicht  auf  Vermehrung  der  Hilfsmittel;  3.  die  Entwertung
zukünftiger  Güter  im  Verhältnis  zu  gegenwärtigen;  4.  die  Produktivität ­
  des  Kapitals;  5.  die  Tatsache,  daß  es  möglich  ist,
Gebrauchsgüter  zu  schaffen,  aus  denen  man  Genüsse  ziehen
wird,  deren  Gesamtnutzen  dem  überlegen  sein  wird,  was  diese
Güter  werden  gekostet  haben.
B.  Kapitalangebot.  Wenn  man  von  den  zahlreichen  Kapitalien ­
  absieht,  deren  Verwendung  als  solche  kein  Opfer  impliziert, ­
  die  sich  also  mit  einer  minimalen  Entlohnung  begnügen,
bleiben  als  Gründe,  warum  ein  Mann  für  die  Überlassug  eines
Kapitals  einen  Zins  verlangt  :  1.  die  Tatsache,  daß  die  Kapitalisation
  ein  Opfer  erheischt,  dessen  Bedeutung  schneller  wächst
als  die  Höhe  des  zurückgelegten  Kapitals;  2.  die  Entwertung
der  zukünftigen  Güter.
Wie  entsteht  nun  der  Zins?  Landry  formuliert  folgendes
Gesetz:  „Auf  der  einen  Seite  gibt  es  eine  gewisse  Anzahl  von
Verwendungsmöglichkeiten  für  Kapitalien,  bei  welchen  sie  einen
Mehrwert  abwerfen  ;  man  kann  diese  Möglichkeiten  nach  Maßgabe ­
  des  Abnehmens  der  Mehrwerte  ordnen,  und  man  hat  so
die  Kurve  der  Kapitalnachfrage.  Andererseits  kann  man  die  virtuellen ­
  Kapitalien  nach  den  Mehrwerten  ordnen,  welche  sie  einbringen ­
  müssen,  um  als  Kapitalien  verwendet  zu  werden  :  so
hat  man  die  Kurve  des  Kapitalangebots  Die  tatsächliche
Entlohnung  des  Kapitals  —  der  Zins  —  wird  durch  die  Begegnung ­
  der  beiden  Kurven  angegeben  werden.  Wie  der  Wert
der  Waren  zugleich  dem  Grenzgebrauchswert,  den  diese  Waren
für  die  Käufer  haben,  und  dem  Grenzopfer,  das  die  Verkäufer
sich  auferlegen,  wenn  sie  dieselben  hergeben,  gleichkommt,  so
kommt  der  Zins  zugleich  dem  Grenzmehrwert,  den  die  verwendeten ­
  Kapitalien  geben  werden  und  dem  Grenzopfer,  das
die  Kapitalisation  bedeutet,  gleich“  ’).

')  ibid.  p.  639.  Landry  führt  in  diese  Formel  noch  eine  weitere  Verwicklung ­
  durch  Berücksichtigung  der  Verschiedenheit  der  Dauer  des  Kapital-
            
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