Geschichtlicher Überblick
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anstalteten Vorträge gewesen. Chevaliers Beziehungen zu
ihm und zur kaiserlichen Regierung waren sehr gute; er war
nämlich einer der ersten gewesen, welche sich nach dem Staatsstreich
vom 2. Dezember 1851 als Anhänger des neuen Regiments
im Elysee eingetragen hatten.
Als 1859 in England eine Whigregierung unter Lord Palmerston
ans Ruder gekommen war, gelang es den vereinten Bemühungen
Chevaliers und R. Cobdens, Napoleon zu bewegen,
mit der englischen Regierung Unterhandlungen anzuknüpfen
zwecks Verwirklichung zollfreier Handelsbeziehungen
zwischen beiden Ländern. Cobden hätte am liebsten auf vertragsmäßige
Tariffestsetzungen überhaupt verzichtet. Chevalier
hatte sich aber gelegentlich der Umfrage, welche Napoleon
bei den französischen Unternehmern durch eine Kommission
vornehmen ließ, davon überzeugt, daß nur äußerste Vorsicht
der handelspolitischen Wendung dauernden Erfolg zu sichern
vermöge. Darum wählte er den diplomatischeren Weg, durch
Wahrung des Anscheins eines Zollschutzes, der in minimalen
Sätzen zum Ausdruck kam, den Produzentenkreisen den Freihandel
schmackhafter zu machen. Anfang 1860 kam der epochemachende
Vertrag zu stände. In kurzer Zeit folgten ihm noch
zwischen Frankreich und verschiedenen Staaten des europäischen
Festlandes ein Dutzend andere, die der gleiche Geist
beseelte.
Chevalier wurde 1860 von Napoleon in den Senat berufen.
Die Kriegserklärung an Preußen im Juli 1870 gab ihm
noch einmal Gelegenheit, in sensationeller Weise für die Idee
des Weltfriedens einzutreten, indem er die Kriegserklärung im
Senate mißbilligte und allein von seinen sämtlichen Kollegen
gegen den Krieg stimmte.
Von den zahlreichen Gelehrten, welche unter dem zweiten
Kaiserreich der liberalen Schule der Nationalökonomie angehörten,
sollen nur noch einige der hervorragendsten hier Beachtung
finden. Es wird noch zu reden sein von Courcelle-Seneuil
und Cherbuliez, Wolowski, Batbie und Baudrillart, deren
Tätigkeit übrigens zum Teil bis weit in die Zeit der dritten
Republik hineinreicht. Vorab sei noch erwähnt, daß sich die
liberale Schule in den 40er und 50er Jahren des vorigen Jahr-