herunterregulieren könnte.“ Ein Metallarbeiter: „Schraube meine
Hoffnungen und Wünsche stets auf ein Minimum herab. Hier
durch allein bekommt man einen gewissen Grad von Zufrieden
heit und Festigkeit im Wollen. Man wird selbstloser.“ Ein Textil
arbeiter: „Ich wünsche mir wenigstens soviel zu ersparen, um
im Alter nicht darben zu müssen. Dann will ich heruntersehen
auf das wirre Getriebe, welches man Leben nennt. Heute wün
sche ich das Eine: Die Werktagsarbeit soll und darf nicht von
mir als sklavische Pflicht gefordert werden etc.“
Welche Hoffnungen und Wunsche haben Sie?
Bergarbeiter. Entlohnungsform: durchweg Akkord.
Alter
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5
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Durchschn.
Wochen
verdienst
Art der
:schäftigung
Jhr.
M.
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20
—
17-
Hauer
Ich hoffe mir besser zu gehn und wün
sche dies zu erwarten, wenn wir mal die
Ochsen aufwecken, die jetzt noch tief im
Schlafe liegen. (4.) [B. S.]
21
20,—
Lehr
hauer
Lieber durch die Waffen sterben alls denn
Tod durch Hunger erleiden. Ich möchte
auch sagen daß es uns bald eine andere
Zeiten folgen werden 3.40 M. pro Schicht
verdienen und zu dann noch eine alte
Mutter zu nähren so kann mann keine gute
Kost führen. Höchstens saure Suppen und
Heringe. So ist das Los des öberschle-
sischen Hauers. (3.) [B. S.]
22
25,—
Berg
mann
Einen Wunsch hab ich nur für mich und
die ganze Menschheit. Das Sie bald recht
bald mitgenieße von den Schönheiten der
Welt. Genug birgt die Welt davon um
alle Menschen glücklich und zufrieden zu
machen. (2.) [B. R.]
214
Jhr.
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M.
23
24
4
25
26
20,-
23,-
25,— Berg- Ich hoffe das wir einst aus diesem Skla-
mann fenjoch raus kommen und ein besseres Da
sein vristen wir wir es heute haben. (4. t.)
[B.R.]
Berg- Ich hoffe daß sich die Zeit dahin wenden
mann möge, daß man wenigstens einmal im spä
teren Leben an den Freuden dieser Welt
teilnehmen kann. Denn die Jugendzeit
habe ich im Kampfe für bessere Lebens
bedingungen geopfert. Ich hoffe daß ich
vieleicht einmal die Zeit lebe, daß ich
wenigstens Jährlich vieleicht 14 Tage we
nigstens dazu benutzen könnte eine Reise
zu tun. Damit ich am Ende meiner Tage
wenigstens mehr gesehen habe als den
schrecklichen Schlund des Schachtes. (3.)
[B. Schles.]
Berg- Meine Hoffnungen und Wünsche sind
mann zahlreich. Kurz, ich wünsche ein anderes,
menschenwürdigeres Leben zuleben. Denn
dieses Leben unterscheidet sich nicht viel
von dem Leben eines Sklaven oder Last
tieres. Und, da ich dieses andere Leben
nur durch die erringung der Freiheit be
kommen kann, so wünsche ich nichts
sehnlicher, als daß man endlich den Kampf
für die Freiheit wagt. Und für diesen
Kampf wünsch ich mir nur dies eine: Lie
ber Tot als wieder Sklav. (3. t.) [B. S.]
21— Schlep- Ich wünsche mir in Sozialdemokratischen
per ! Sinn Sterben. (3.) [B. Schles.]
215