Full text : Die Arbeiterfrage

Alter

Tägliche
Arbeitszeit

Durchsehn.
Wochenverdienst ­


Art  der
eschäftigung

Jhr.

Std.

M.

m

25

9

35,—

Metallarbeit. ­


Streng  genommen,  ist  mir  Stundenlohn
lieber,  aber  da  die  üblichen  Stundenlöhne
größtenteils  sehr  gering  sind,  ausgenommen
einige  besonders  qualifizierte  Arbeiterkategorien, ­
  gebe  ich  der  Not  gehorchend  dem
Akkord  denVorzug,da  es  mir  auf  dieseWeise
möglich  ist,  einen  den  Ansprüchen  einer  gesteigerten ­
  Lebenshaltung  wenigstens  einigermaßen ­
  entsprechenden  Verdienst  zu
erzielen.  Vollständig  verwerfe  ich  den
Gruppenakkord,  da  bei  ihm  immer  die
schlechten  Arbeiter  auf  Kosten  der  schlechteren ­
  profitieren.  (2.)  [M.  B.]

26

10

30,—

Messer
arbeit.

Akkord,  weil  ich  hierdurch  mein  eigener
Herr  bin,  mir  also  keiner  etwas  zu  befehlen ­
  hat.  Auch  ist  die  Akkordarbeit  mir
deshalb  sympathischer,  weil  sie  einen  gewissen ­
  Ansporn  von  Fleiß  und  Regsamkeit ­
  mit  sich  bringt,  gerade  das  Gegenteil
von  der  Lohnarbeit,  welche  in  sehr  vielen
Fällen  der  Trägheit  Vorschub  leistet.  (1.)
[M.S.]

27

9

36,—

Metallschlei ­
 ­


Stundenlohn,  weil  man  da  ungeachtet  der
Güte  des  Materials  seinen  Lohn  verdient
und  bei  verminderter  Arbeitsgelegenheit
auf  seine  Mitkollegen  Rücksicht  nehmen
kann,  seine  Kraft  spart  und  so  Entlassungen
nach  Möglichkeit  hinausschiebt.  (2.)
[M.B.]

34

28

9 1 /*

28,—

Nähmasch.

Schlosser ­


29

8

45,-Dreher



30

97s

29,—

Eisendreher ­


31

9

36,—

Eisendreher ­


32

97z

42,—

Dreher

33

10

25,—

Metallformer ­


Stundenlohn.  Im  Akkord  wird  die  Arbeitskraft ­
  des  Arbeiters  zu  schnell  aufgezehrt.
Die  Arbeit  würde,  im  Zeitlohn  verrichtet,
präziser  sein,  die  sogenannte  Murksarbeit
würde  verschwinden.  (3.  t.)  [M.S.]
Über  diesen  Punkt  läßt  sich  streiten.  Denn
was  man  an  einem  tadelt,  findet  man
beim  andern  wieder.  Am  besten  ist  allerdings ­
  Stundenlohn,  aber  dann  ist  das  Aufpassersystem ­
  derartig  ausgebildet,  daß  man
nicht  imstande  ist,  ohne  Kontrolle  die  Arbeit ­
  einige  Augenblicke  zu  verlassen.  Andererseits ­
  bei  Akkordarbeiten  die  ewige
Streiterei  um  den  Preis.  Dennoch  ziehe
ich  Akkord  vor,  weil  es  ein  freieres  Arbeiten ­
  ist.  (2.  t.)  [M.B.]
Das  Arbeiten  im  Stundenlohn  ist  nach
meiner  Ansicht  relativ  zu  beurteilen.  Eine
Akkordarbeit  ist  jedenfalls  besser  auf  alle
Fälle,  aber  relativ  zu  beurteilen.  (3.)  [M.  S.j
Ich  arbeite  Lohn  entschieden  lieber,  denn
da  ich  nicht  so  ran  brauch  und  würde  meine
Gesundheit  schonen.  (3.  t.)  [M.  B.]
Akkord  verwerfe  ich,  fordere  Stundenlohn,
weil  das  Verhältnis  der  Kolegen  ein  harmonischeres ­
  ist.  (3.  t.)  [M.  B.]
Stundenlohn.  Es  schließt  das  beim  Akkordsystem ­
  übliche  Feilschen  und  Handeln  um
den  Arbeitspreis  aus  und  ermöglicht,  wenn
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