Geschlechts. Die deutschen Siedlungen hatten nach Meitzen die
Form von geschlossenen Dörfern.
Der wirtschaftliche Zusammenhang des Geschlechts löst sich
allmählich auf, obgleich er immer noch nicht ganz verschwindet.
Der Zusammenhang zwischen einzelnen Familien bleibt nicht
nur dank dem gemeinsamen Viehweiden, sondern auch, weil ge
wisse Bedürfnisse nur durch Personen befriedigt werden können,
die gleichzeitig für eine ganze Reihe von Wirtschaften arbeiten,
— durch Handwerker.
Eine je größere Rolle der Ackerbau in der Wirtschaft spielt,
von um so größerer Bedeutung werden die Bedürfnisse der Wirt
schaft, um so mehr Arbeit wird auf die Verfertigung von Werk
zeugen und anderen Produktionsmitteln verwendet, und um so
mannigfaltiger wird die wirtschaftliche Arbeit. Gewisse Pro
duktionszweige fordern eine Spezialisierung der Arbeit in dem
Maße, daß nur ein gewandter Handwerker diese ausführen kann.
Die Arbeitsteilung innerhalb der Wirtschaft erscheint lange
vor der Entstehung des Handwerks, wahrscheinlich gleichzeitig
mit der Wirtschaft selbst, und wird wohl vor allem durch'den
Unterschied des Geschlechts und Alters und durch die Sorge um
die Nachkommenschaft hervorgerufen. Wenigstens trifft man
schon bei den Tieren während der Aufzucht der Jungen eine
Arbeitsteilung zwischen dem Männchen und dem Weibchen.*)
Mit der Entwicklung der Bedürfnisse, mit der Entstehung von
Wirtschaftsbedürfnissen neben den persönlichen, wird auch die
Arbeit in der Wirtschaft mannigfaltiger, und jedes Mitglied der
Familie hat auch verschiedene Arbeiten auszuführen. Wir haben
*) Mit einem Kind auf dem Rücken (die Hände der Kinder in der
ältesten Zeit der Quartärperiode waren organisch dazu angepaßt, um
sich am Hals zu halten) konnte die Frau nicht einem Tier nachjagen.
Sie war also durch Naturverhältnisse darauf angewiesen, Pflanzen zu
suchen, diese zuzubereiten und die Hauswirtschaft zu führen. Der
Mann beschäftigte sich dagegen mit Jagd und darauf auch mit Vieh
zucht. Die Rolle der Frau in dem sozialpolitischen Leben wurde durch
die Bedeutung der Pflanzennahrung in der Wirtschaft bestimmt. Den
Schritt von der Pflanzen- und Tiersammlung zur Jagd macht ausschließ
lich der Mann; denn die Frau, die sich nicht rasch bewegen konnte,
mußte sich auf die alte Produktionsweise beschränken. Die Mensch-