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Wenn wir unter der Zahl III das Bedürfnis nach Schuhen ver
zeichnen, so wird die Dringlichkeit bei dem ersten Paar Schuhe
gleich 5 Einheiten und bei dem nächsten gleich 2 sein. Wenn
wir ferner unter V das Bedürfnis nach Schmuck verstehen, so
ist es zunächst gleich 4 Einheiten, bald darauf sinkt es aber auf 1.
Es erhellt daraus, daß man bestrebt sein muß, vor allem die
dringlichsten Bedürfnisse nach Nahrung, Kleidung, Wohnung
usw. zu befriedigen. Sobald aber diese erst gedeckt sind, wird
man beispielsweise nicht noch ein Paar Stiefel kaufen, denn das
Bedürfnis danach ist jetzt geringer als das nach Schmucksachen.
Man sieht, daß das Grenznutzenprinzip von großer Bedeutung
für die Einteilung der Produktivkräfte der Wirtschaft in einzelne
Gewerbezweige ist, aber der Grad der Befriedigung jedes ein
zelnen Bedürfnisses wird durch die Produktivkräfte der Wirt
schaft, d. h. durch den Arbeitsaufwand bestimmt, der zur Er
zeugung der Produkte notwendig ist. Nehmen wir an, daß eine
Wirtschaft bei den gegebenen technischen Bedingungen nur
1000 Einheiten von Produktivkräften (Arbeitstage im Jahre) be
sitzt, und zwar drei Arbeiter, die zusammen in einem Jahre
1000 Tage arbeiten. Wenn zur Erzeugung eines Gegenstandes
oder, was dasselbe ist, zur Befriedigung des Nahrungsbedürfnisses
(dessen Dringlichkeit gleich 10 ist) 100 Arbeitstage notwendig
sind und ebensoviel zur Deckung anderer Bedürfnisse, so werden
die Wirtschaftskräfte folgendermaßen eingeteilt werden:
I II III IV V
10 9 7 5 4
8 6 5
5 '
4
Die meisten Produktivkräfte verwendet man auf die Produk
tion von Nahrungsmitteln (400 Tage), zur Befriedigung des Woh
nungsbedürfnisses etwas weniger (200 Tage), der Bedürfnisse an
Kleidung wiederum nur 200 Tage, während für die Deckung aller
übrigen Bedürfnisse etwa nur je 100 Arbeitstage übrig bleiben.
Steigt aber die Arbeitsproduktivität so, daß man in 60 Tagen
ebensoviel produziert, wie früher in 100 Tagen, so können auch