191
Zeugnissen gleichzeitig auch als Käufer von anderen auftritt.
Betrachten wir beispielsweise eine Markgenossenschaft, die aus
1000 Wirtschaftseinheiten besteht, mit einer Kaufkraft, wie wir
sie in dem Schema A dargestellt haben, so werden folgende Pro
dukte notwendig sein:
I. Nahrungsmittel (Grad der Notwendigkeit: 10, 8,
5, 4) je 50 Mark auf jedes Bedürfnis, zusammen 200 Mark
pro Wirtschaft oder 200 000 Mark für die Markgenossen
schaft.
II. Wohnung (Grad der Notwendigkeit: 9, 6) je 50 Mark,
gleich 100 Mark pro Wirtschaft, oder insgesamt
100 000 Mark.
III. Kleidung (Grad der Notwendigkeit: 7, 5) zusammen
100 000 Mark.
IV. Schuhwerk (Grad der Notwendigkeit: 5) zusammen
50 000 Mark.
V. Schmucksachen (Grad der Notwendigkeit: 4) zu
sammen 50 000 Mark.
Wenn nun beispielsweise Schuhwerk statt für 50 000 Mark
für 100 000 Mark hergestellt wurde, so wird eine Hälfte des
Schuhwerkes, da die Kaufkraft der Bevölkerung beschränkt ist,
überhaupt keinen Absatz finden; oder die gesamte Menge des
Schuhwerkes wird bedeutend unter ihrem Wert abgesetzt wer
den. Jeder Schuhmacher kann aber seine Bedürfnisse nur dann
decken, wenn er seine Erzeugnisse nach ihrem Arbeitswerte ver
äußert. Nur in diesem Falle reicht seine Kaufkraft dazu aus.
Es erhellt daraus, daß ein Teil der Schuhmacher sein Handwerk
aufgeben muß, um sich irgend einer anderen Beschäftigung zu
widmen. So wirkt der Dringlichkeitsgrad der Bedürfnisse auf die
planmäßige Verteilung der gesellschaftlichen Produktivkräfte,
aber dies geschieht jetzt durch Vermittlung des Marktes, wo die
Konkurrenz einen Druck auf die Produzenten ausübt und sie ver
anlaßt, Waren bloß in bestimmtem Umfange zu produzieren.
Wie in der Naturalwirtschaft der technische Fortschritt, das
Sinken des relativen Wertes einzelner Produkte, so führt auch
das Fallen des Tauschwertes (Preises) in der Tauschwirtschaft