Fünfzehntes Kapitel.
Die Verteilung der Produktivkräfte während
des Akkumulätionsprozesses.
I.
Der Kampf der Arbeiter um die Verbesserung ihrer Lage und
unter anderem um die Erhöhung ihres Arbeitslohns verschärft
sich immer mehr und nimmt, sich auf alle kapitalistischen Länder
ausdehnend, immer größere Dimensionen an. Der schwedische
Streik von 1909 zeigte der ganzen Welt nicht nur die Ausdauer der
Arbeiter in diesem Kampfe, sondern auch ihre internationale
Solidarität.
Die Praxis hat aber die Theorie überflügelt. Die Frage, welchen
Einfluß der Kampf um die Erhöhung des Arbeitslohns auf die
Entwicklung der Volkswirtschaft ausübt, ist noch vollkommen
ungeklärt, und stets müssen die Arbeiter die Argumente der
Kapitalisten und ihrer Helfershelfer anhören, daß die Erhöhung
des Arbeitslohns nicht nur die Entwicklung der Volkswirtschaft
hemmen, sondern zu einer völligen ökonomischen Stagnation
führen könne.
Um indes die Bedeutung des Arbeitslohnes zu erklären, ist es
notwendig, zuerst die Verteilung der Produktivkräfte in der Volkswirtschaft
zu untersuchen, wie sich diese im Laufe des Akkumulationsprozesses
darstellt. In dieser Beziehung ist die amerikanische
Statistik wertvoll, die Aufschluß über die Zusammensetzung
des Kapitals, den Arbeitslohn und den Unternehmer-Profit
gibt.