Contents : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Bestimmung  der  Zuokerarten.

Da  in  den  Laboratorien  das  Arbeiten  bei  15°  mit  Schwierigkeiten  verbunden  ist,
so  kann  man  nach  dem  Vorschläge  von  W.  Fresenius  auch  eine  Polarisationstemperatur
  von  20°  wählen;  es  ändert  sich  dann  aber  unter  Berücksichtigung  der
Drehungsänderung  mit  steigender  Temperatur  die  angegebene  Formel  für  die  Berechnung ­
  der  Glukose  und  Fruktose  in:

1  =

0,525  s  —  (a)

und  d  =

0,955  s  4-  («)

oder  d  =  s  —  1.

1,456  1,455
Dieses  Verfahren  geht  von  der  Voraussetzung  aus,  daß  der  Gesamtzucker  bekannt ­
  ist,  was  aber  nicht  zutrifft,  weil  von  vornherein  nicht  feststeht,  in  welchem
Verhältnis  Glukose  und  Fruktose  vorhanden  sind,  beide  aber,  wie  vorhin  gezeigt
ist,  Fehlingsche  Lösung  in  verschiedenem  Grade  reduzieren.  Wenn  aber  der
Gesamtzucker  als  Invertzucker  berechnet  wird  und  die  Mengen  Glukose  und  Fruktose
nicht  sehr  weit  voneinander  abweichen,  so  ist  der  Fehler  meist  nicht  groß  und  kann
das  schnell  auszuführende  Verfahren  zur  annähernden  Ermittelung  dienen,  während
die  vorhin  erwähnten  Titrationsverfahren  sichere  Ergebnisse  liefern  können.

3.  Bestimmung  von  Saccharose,  Glukose,  Fruktose,  Maltose,
Isomaltose,  Pentosen  und  Dextrin  nebeneinander.  Bei  gleichzeitiger  Anwesenheit ­
  dieser  Zuckerarten  und  des  Dextrins  bestimmt  man:
a)  Das  gesamte  Reduktionsvermögen  für  Fehlingsche  Lösung:
«)  in  der  Lösung  direkt,
ß)  nach  der  Inversion  mit  Invertin  (bei  50—55°),
y)  in  dem  Gärrückstande  nach  dem  Vergären  mit  einer  geeigneten,  d.  h.
Maltose  nicht  vergärenden,  reingezüchteten  Weinhefe  direkt,
d)  in  dem  nach  y  erhaltenen  Gärrückstande  nach  der  Inversion  mit  Salzsäure
nach  Sachsse  mit  1,  2  und  3  Stunden  Kochdauer,
k)  Die  Dextrine  durch  Alkoholfällung  in  der  ursprünglichen  Lösung.
Ans  diesen  Bestimmungen  ergibt  sich:
1-  die  Saccharose  aus  der  Differenz  von  a  und  ß,
2.  die  Summe  von  Glukose  und  Fruktose  aus  der  Differenz  von
cc  und  y,
3-  die  Summe  von  Maltose  und  Isomaltose  aus  der  Differenz  von
d  und  b,
4-  über  die  Bestimmung  von  Pentosen  in  einem  Gemisch  mit  Hexosen  vergl.

S.  231,
der  Gehalt  an  Dextrinen  aus  b.
Sind  einzelne  der  angeführten  Zuckerarten  nicht  zugegen,  so  können  unter
Ständen  Vereinfachungen  eintreten.
Aus  dieser  Übersicht  ergibt  sich  keine  Trennung  von  Maltose  und  Isomaltose
m  keine  Trennung  von  Glukose  und  Invertzucker;  auch  ist  keine  Eücksicht  gemen
  auf  den  Einfluß,  den  die  Gegenwart  von  Saccharose  auf  das  Reduktionsermögen
  anderer  Zuckerarten  ausübt.
sich  wer I V0 'I e  Ergänzung  der  gewichtsanalytischen  Bestimmungen  ergibt
in  , lln * er  Umständen  durch  Heranziehung  der  polarimetrischen  Zuckerbestimmung
Elüss^k  . Versc ^ ec ^ enen >  bei  dem  beschriebenen  Gang  in  Betracht  kommenden
Pjyj  V  enn  demnach  die  Werte  auch  nur  annähernde  sind,  so  ist  doch  in  allen
in"  T?!!’  we I c hen  Malzextrakt  oder  Stärkezuckersirup,  bezw.  Most  und  Süßweine
kand^ 1 ^ 6  k° mmen >  ein  Bedürfnis  für  eine  solche  Trennung  der  Zuokerarten  vor-?
 n ’  un( I  Ihr  die  meisten  Fragen  genügt  die  nach  vorstehendem  Verfahren  zu
^zielende  Genauigkeit.
            
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