Vorwort.
Die vorliegende Darstellung des Girowesens im griechischen
Ägypten kann nicht diejenige Vollständigkeit bieten, die man von
einer Darstellung des neuzeitlichen Girowesens erwarten muß. Für
das alte Ägypten sind wir auf zufällige Funde angewiesen, und
wir müssen damit zufrieden sein, daß wir die Verhältnisse nur bruchstückweise
zu erkennen vermögen. Aber auch so schon bemerken wir
zu unserer Überraschung, daß der Giroverkehr damals in Hinsicht
seiner vielseitigen Durchbildung und in bezug auf die Häufigkeit
seiner Verwendung einen Stand erreichte, den unser neuzeitliches
Giro wesen nicht erreicht. Gerade jetzt, da unsere deutsche Postverwaltung
daran arbeitet, den noch jungen Postscheckverkehr mehr
und mehr allen Schichten der Bevölkerung zugänglich zu machen,
war es für mich als alten Beamten dieser Verwaltung eine besondere
Freude, in das Girowesen des griechischen Ägyptens einzudringen
und zu prüfen, wie man damals den praktischen Betriebsdienst
eingerichtet hat, um den Giroverkehr zu sichern und
zu heben.
Dankbar gedenke ich der freundlichen Unterstützung, die
mir bei dieser Arbeit von seiten der Herren Professoren Dr. Bruno
Keil und Dr. Wilhelm Spiegelberg zuteil geworden ist ; beide haben
die Korrekturbogen mitgelesen und mit Kat und Tat mir zur Seite
gestanden. Insbesondere habe ich unserem Meister der Papyrusforschung,
Herrn Professor Dr. Ulrich Wilcken, zu danken, der
ebenfalls die Korrekturbogen mitlas und dabei in zahlreichen
Fällen Rat und Hülfe spendete.
Straßburg im Elsaß, den 8. März 1910.
Friedrich Preisigke.