Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  30.  Speicherbescheinigung.

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Wir  sahen  oben  (S.  121),  daß  ein  Aussteller  auf  einer  und
derselben  Giroanweisung  mehrere  Zahlungen  an  verschiedene
Empfänger  zur  Anweisung  bringen  kann  ;  daher  ist  es  nicht  weiter
auffallend,  wenn  auch  die  Giroquittungen  Zahlungen  an  verschiedene ­
  Empfänger  gemeinsam  aufführen.  Eine  solche  Giroquittung ­
  ist  z.  B.  BGU.  61,  die  im  Abschn.  39  näher  behandelt  werden
wird.  Eine  Giromeldung  dieser  Art  ist  BGU.  716  (224  n.  Ohr.);
’'Etouç  ipÍTOu  AÚTOKpÚTopoç  Kaíuapoç  MápKOu  AòpriXíou
Zeouiípou  ’AXeHávòpou  EucrePoOç  Eòtuxoúç  Zeßaaioö,  TTaOvi
Kß.  AòpnX(ioç)  OôaXépioç  Zq§eív[oç]  Kai  "ApTraXoç  Zapa-TTÍLuvoç
  [o]í  ß  Kai  oí  Xoi(TToi)  ô’iToX(ÔTOi)  Kiú(iariç)  Kap(avíòoç).
MepexpniLieOa  èv  0r|CTaupíú  Tqç  TrpoK(ei|U€vriç)  KÚj(|iriç)  |i[é]-Tpuj
  ò[ri(|ao<Jíuj)]  Eoartê  eTjqiTuui  ÓTrò  Tevr|(|LiáTuuv)  toO  a(ÙTOÛ)
Itouç  €Íç  NeíXov  TiKÓpcrei  xai  p(eTÓxoijç)  òri(|ao(7Íuuv)  ttupou
  dpraßag  rrévie  fipicru,  ^{ívovTai)  (írupoO)  e  (rípicTu).  X
ópoíuuç  eiç  TÒv  a(ÒTÒv)  xai  p(eTÓxooç)  òri(iaocríiuv)  irupoO
dpraßag  evòexa,  T(ívovTai)  (irupou)  la.  'Opoíiuç  [ei]ç  xòv
a(uxòv)  xai  )n(exó)x(ouç)  x(ax)oí(xujv)  òià  xújv  àrrò  Kap(avíòoç)
  TcupoO  dpxdßag  ôúo  qpiuu,  T(ívovxai)  (írupoO)  ß
(ííiLiiau).  r(ívovxai)  èrri  xò  a{úxò)  (irupoO)  i9.
Die  Speicherverwalter  von  Karanis  haben  an  Neilos  und  Genossen ­
  drei  Zahlungen  geleistet;  am  22.  Payni  51/2  Artaben,  am
30.  Payni  11  Artaben  und  an  einem  nicht  besonders  namhaft  gemachten ­
  Tage  2V2  Artaben,  zusammen  19  Artaben.  Neüos  und
Genossen  bilden  eine  Firma,  vielleicht  eine  Ackerpachtgesellschaft. ­
  Hinter  der  Firma  steht  bei  den  ersten  beiden  Zahlungen
'ònpoaíuuv*,  bei  der  dritten  Zahlung  dagegen  ‘xaxoixmv’^.  Die
Genetive  òripocríujv  und  xaxoixuuv  an  dieser  Stelle  bedeuten,  daß
die  Staatsbauem  und  nachher  die  Katöken  die  Zahler  sind  (vgl.
darüber  Abschn.  37).  Die  Genossenschaft  der  Staatsbauem  und  die
Genossenschaft  der  Katöken  würden  mit  einer  für  sie  beide  gemeinsam ­
  ausgeschriebenen  Quittung,  wie  oben  (S.  143)  die  kleinen
Steuerzahler,  gewiß  nicht  zufrieden  sein  ;  mithin  kann  die  Urkunde
keine  Giroquittung  sein.
BGU.  716  enthält  3  Zahlungen  von  zwei  verschiedenen  Zahlern
an  einen  und  denselben  Empfänger,  daher  ist  diese  Urkunde  eine
‘  Lies  euaiTov.  Vgl.  S.  157,  Anm.  1.
*  Nach  der  Lesung  von  Wilcken,  Archiv  I  S.  176  u.  BGU.,  Band  III  S.  4.
Preisigke,  Girowesen  im  griech.  Ägypten.  19
            
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