Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  43.  Staatsgut,  Hausgut,  Krongut.

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die  ff)  des  Hausgutes  heißt  ebeu  entweder  fñ  ßacnXiKii  oder  yh
oumaKii.
Wilcken^  hebt  hervor,  daß  die  ßacnXiKn  yh  noch  in  der  Kaiserzeit ­
  erweiterungsfähig  war;  er  verweist  auf  P.  Teb.  II  302  und
P.  Oxy.  IV  721.  Die  erstere  Urkunde  ist  ein  Gesuch  von  Priestern
in  Tebtynis  an  den  Vizekönig  vom  Jahre  71/2  n.  Chr.;  sie  sagen,
daß  gewisses  Tempelland  unter  dem  Vizekönige  Petronius  zur  ßa-(TiXiKfi
  Yn  geschlagen  worden  sei.  Petronius  war  um  25  v.  Chr.  im
Amte.  Es  ist  erklärlich,  daß  in  dieser  sehr  frühen  Übergangszeit
das  Verfahren  noch  schwankte,  oder  daß  der  Begriff  der  oOcriaKf)
YH  sich  damals  noch  gar  nicht  herausgebildet  hatte.  Auch  P.  Oxy.
IV  721  fällt  in  die  frührömische  Zeit  (13/4  n.  Chr.);  überdies  kann
sich  der  hier  behandelte  Vorgang  auf  ein  Jahr  beziehen,  das  noch
erheblich  älter  ist;  der  Papyrusschreiber  hat  da,  wo  die  Jahreszahl
stehen  müßte,  Lücken  gelassen  (vgl.  den  Text  unten  S.  195  f.).
Jedenfalls  wissen  wir,  daß  die  ßaaiXiKf]  yÖ  in  römischer
Zeit  noch  vorhanden  ist;  sie  wird  von  der  òrigoaía  yh  streng
geschieden.  Es  sind  also  —  Punkt  7  —  die  ßaaiXiKf]  yü  und  die
òripocría  yÔ  nicht  dasselbe.  Die  Trennung  beider  Ländereigruppen
kommt  z.  B.  in  P.  Oxy.  VI  899,  22  (200  n.  Chr.)  deutlich  zum  Ausdrucke ­
  ^:  òietáucreTO  Ynv  ßacriXiKiiv  re  Kai  0ri[|iioö’]iav  irepi  re
KiLpriv  Boucreîp[i]v  Kai  OivTnpiv  Kai  Ta..  [  ]  ktX.
Daß  die  ßacnXiKf]  yo  Grundbesitz  des  Hausgutes  ist  —
Punkt  7  —,  geht  daraus  hervor,  daß  Erbpachtangebote  auf  ßauiXiKfi
yO  an  den  Idiologos  als  den  Hausgutminister  —  Punkt  8  —
zu  richten  sind,  nicht  etwa  an  die  Staatsregierung.  Die  ßamXiKf]  yü
gehört  also  in  den  Verwaltungskreis  des  Idiologos.  Wir  sehen  das
aus  P.  Oxy.  IV  721  (13/14  n.  Chr.).  Diese  Urkunde  ist  ein  Pachtangebot, ­
  gerichtet  an  C.  Seppius  Rufus,  dessen  Titel  zwar  nicht
genannt  wird,  der  aber  unzweifelhaft  der  Idiologos  ist^:
faiuji  ZeTTTiiiu  ‘Pouqpuui  napa  TToXépuuvoç  toO  Tpúcpuuvoç
Kai  [’ApxeXáou  ]  BouXópeOa  ihvncracrOai  èv  xôii
’OHupuYx[eÍTrii  KXiípuuv  tôjv^  dnò]  uttoXóyou  ßacriXiKfig  êiuç
‘  Archiv  V  S.  249.
*  vgl.  die  weiteren  Belegstellen  bei  Wilcken,  Archiv  V  S.  248.
®  Derselbe  Seppius  Rufus  ist  bezeugt  :  P.  Wess.  Taf.  gr.  7  Nr.  8,  1  ;
Taf.  11  Nr.  18,  1  u.  19,  6;  P.  Lond.  II  S.  149  Nr.  276,  1.  Vgl.  Paul  M.  Meyer,
Festschrift  für  Hirschfeld  S.  162;  Wilcken,  Archiv  IV  S.  394;  Otto,  Priester
und  Tempel  I  S.  173.
*  KXiípujv  Tûiv,  von  mir  ergänzt.  Die  Herausgeber  lassen  eine  Lücke
von  zusammen  18  Buchstaben.

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