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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
leise nach Klagenfurt. Dort singen und klingen wiederum
Melodien und Lieder. Aber es ist kein mittelalterlicher, ritter-
licher Minnesänger, der sie ersann und zuerst den Lüften
anvertraute. Viele von uns haben ihn wohl selbst auf dem
Konzertpodium gehört und seine gefühlvollen Kärntner Lieder
sich vom Komponisten selbst vortragen lassen. Es ist Thomas
Koschat. Sein etwas rührseliges Lied „Verlassen bin i“ hat
seinen Namen in alle Welt getragen. Ganz seltsam hatte es mich
berührt, als ich vor 25 Jahren ein Negerquartett dieses gefühl-
vollste aller Lieder mit prächtigen Stimmen singen hörte.
Klagenfurt ist Koschats Heimat. Im entzückenden Koschat-
Stüberl zu Klagenfurt wollen wir ein Glas leeren als Dank für
den wackeren Sänger, der uns, damals waren noch schönere
Zeiten, mit seinen Liedern so oft in eine bessere Traumwelt
entführt hat.
Geschwindigkeit ist keine Hexerei. Klingsors Zaubermantel
ist mein eigen. Er trägt uns mit Gedankenschnelle in eine dritte
Stadt, die zugleich eine der internationalsten Badestädte ist,
nach Karlsbad. Wer von Karlsbad gehört hat, dem ist auch das
Cafe Pupp nicht fremd. Es ist zwar, wie immer zur Kurzeit,
von einem eleganten Publikum überfüllt, aber wir werden
schon noch ein Plätzchen finden, wo wir eine Schale Haut oder
einen Kapuziner zu uns nehmen können. Dieses vornehme
Kaffeehaus ist wirklich international. Von ihm könnte der
Dichter gesungen haben: Wer zählt die Völker, kennt die
Namen, die gastlich hier zusammenkamen.
Unbedenklich können wir den Klingsorschen Zaubermantel
wieder ausbreiten und das alte, wehmütige Volkslied anstim-
men: „Fern im Süd das schöne Spanien!“ Ein spanisches
Volks-Kaffeehaus habe ich schon immer gern kennen lernen
wollen. Aber?! Das soll ein „Kaffeehaus‘“ sein? „Ja, lieber
Harry Nitsch, du kosmopolitischer Wanderjäger nach schönen
Hotels, es ist so!‘, höre ich einen stolzen Hidalgo lächelnd
sagen. „Wenn wir Spanier ins Kaffeehaus oder ins Restaurant
gehen, dann wollen wir etwas sehen. Und wenn wir etwas sehen
wollen, dann müssen wir uns auf die Straße, vors Kaffeehaus
oder Restaurant, setzen. Dort lassen wir die Passanten an uns
vorüberziehen. Wie im Kino. Wenn dir das auch spanisch
vorkommt. Dafür bist du ja in Madrid, also in Spaniens Haupt-
stadt. Wie? Warum man nur Männer sieht? Warum die Frauen
schüchtern an der Türe stehen? Mein Lieber, unsere Frauen