Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil III. Geld-Giroverkehr. 
nämlich das Drittel eines Hauses, eines Hofes und einer still 
liegenden Ölmühle usw., gegen den abgeschätzten Preis (Erbpacht 
kaufgeld) von 120 Silberdrachmen nebst Beikosten, und ich bin 
bereit, falls mir der Zuschlag erteilt wird, (diesen’Betrag) an die 
Staatskasse zu zahlen“ usw. 
Hier wird also Staatsgut vererbpachtet, daher wird das 
Pachtgesuch an den arpairiTÓ? als den Vertreter der Staatsbehörde 
gerichtet. Das Erbpachtkaufgeld fließt in die Staatskasse und 
verbleibt endgültig in dieser Kasse. 
Eine Vererbpachtung von Staatsgut liegt auch vor in 
P. Lond. III S. 110 Nr. 1157a, 11 ff. (246 n. Chr.): 
KXauòíuj MapKéXX[iu túj òiaôTipoTjáTUj KuOoXiKip xai Map- 
KÍiu ZaXouTapÍLU tô» Kp[aTÍcrTUJ èTrirpóinu] Zeßa[crTUJv] irapà 
AúppXíoo ’ATToXXoòiúpou oïoO Zaßeivou ßev£q)iKi[ap]iou èrr- 
[áp]x[ou] AítÓ7t[too]. BoúXopm ihvpcrauGai Kaxà rà KeXeoa- 
Gévxa^ òqp’Opôiv èx xoO òrnuocríou dirò f)Tro[XÓTOu] àqpópou 
XOÛ eíç TTpcicriv èmYetpapiLiévou kxX., âo-rrep (d. i. òpaxpàç) 
KupmGeiç òiaTpáipiu [eiç x]nv èv ‘EppoO ixóXei òripocríav 
xpÚTreZav, èàv òè pf| KopuuGuò, où KaxacrxçOÓcropai x^be 
xf) aixpcn. Aieuxúxei. 
Zur Zeit dieses Papyrus wird die Staatsfinanzverwaltung durch 
den kuGoXikóç, anscheinend den Nachfolger^ des òioikíixiíç, vertreten*. 
Unter ihm standen, wahrscheinlich als Vorsteher der verschiedenen 
Bezirke des Landes, èmxpoTroí Zeßacrxiliv (procuratores Augustorum). 
So ist in unserer Urkunde Marcellus der Finanzminister, Salutarius 
der Vorsteher eines Bezirkes, der mindestens die Gaue Hermopolites^ 
und Oxyrhynchites“ umfaßt. Der Papyrus ist ein Erbpachtan 
gebot, an die Adresse der beiden® Beamten gerichtet. Auch hier 
‘ d. i. auf Grund der von dir veröffentlichten Bedingungen. 
* In BGU. 8 Kol. 2, 29 erscheint der Titel òioiKriTnç noch für die Zeit 
um 248 n. Chr. : év roîç ëmoxaXeîoi poi úttò [Où]€XXi][iou M]a5ípou toO Kpa- 
TÍOTou bi[oi]KriToO ktX. Vielleicht ist diese Zeit die Zeit des Schwankens in 
der Betitelung des genannten Beamten. 
® Paul M. Meyer, Klio VII S. 135 f. ; Festschr. f. Hirschfeld S. 147. Eine 
Neuerung des Diokletian ist der KaGoXiKÓç nicht, da er im obigen Papyrus 
schon 246 n. Chr. vorkommt. 
^ P. Lond. III S. 110 Nr. 1157a, Iff. 
® P. Oxy. I 78,15. 
* Ein gemeinsames Büro (Wilcken, Archiv IV S. 540) brauchen beide 
Beamte nicht zu bilden, ebensowenig wie der oÍKovópoç Kaiodpujv und der
	        
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