Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  47.  Schwierige  Urkunden.

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Eine  dritte,  zu  Irrtum  leicht  Anlaß  gebende  Urkunde^  ist
P.  Teb.  n  395  (150  n.  Chr.):
’'Etouç  TpKTKaiòeKÚTOu  AÒTOKpÚTopoç  [KaííJapoç]  Tirou
AiXíou  ‘AòpiavoO  ’Avrmveívou  [Zeßaarojö  EuaeßoOg,  Mecropn
  Z.  Aià  xfiç  MéXavoç  [rpaTréJZTiç  ávxiKpuç  Tu-Xaíou.
  ZuuxTÍpixoç  [  o]u  TTairTríiuvi  àTTOÒeòiYfiéviu
Yupvamápx(in)  [  Jeívou  YeTU|avamapx(nKÓxoç)  òià  feppavoO
  [àTréxeivJ  aòxòv  Trapa  xoû  Z[ui]xr|pixou  ôv  ujcpei-X[e]v
  [auxin]  Kara  òia[Yp]aq)àç  òúo  xf^ç  auxfiç  xparréíriç
[èXaíou  èXajívou  p€x[p]r|Tf|V  [ê]va,  Kai  pqbêv  [aòxòv  áyKa]-Xeív
  irepi  pri[ò]evòç  ánXwç  TTpá[T(paxoç)  èTYparrrou]  xai  dypaqpou
  p[éxpi  x]dç  [è]ve(Txd)[(T]riç  ^pépa[g  xpójTTiu  prjòeví,
[Ka]i  àK[úpo]uç  €[Í]v[ai  x]àç  òi[aTp]aq)àç  [rrjavxi  xôi
[.]..  èK[iq)€po]yxi.  (2.  Hand)  [TT]aTT[Trí]mv  à7r[oò]€ÒeiTpév[o]ç
  tn[p]va(Tíapxoç  [ò]i[à  fJeppavoO  dnéxm  napà  x[oú]
lujxripíxou,  ôv  uj(p[eiX]é  poi  èXaí[o]u  pexpnxòv  êva  xaxà
òiaTpa(p[àç  ò]úo  xdç  aux^ç  xparréZriS,  «Ç  xai  àKÚpouç  eivai,
[Kai  oò]òè[v]  èvK[aX]iú  Ttepi  [oòò]e[vòç  aTrjXiúç  7T[p]áYp[axoç
K]a0[iú]ç  [7rpÓK€ix]ai.
Diese  Urkunde  enthält  alle  Teile  einer  selbständigen  Girobankbescheinigung: ­
  Zeit,  Bankfirma,  Zahler,  Empfänger,  Zahlung,
wofür.  Betrag,  Bedingung  (siehe  oben  S.  213ff.).  Nur  der  Betrag
ist  auffallend,  er  besteht  nicht  in  Geld,  sondern  in  Olivenöl.
Grenfell  und  Hunt  sprechen  auch  hier  von  „banking  transactions
involving  payments  in  kind“.  Aber  die  Banken  beschäftigten  sich,
wie  wir  schon  sahen,  sicher  nicht  mit  Privat-Ölguthaben.  Andererseits ­
  kann  man  die  „Bank  des  Melas,  gegenüber  dem  Tychaion“
(vgl.  oben  S.  35)  nicht  als  Privat-ßentamt,  wie  die  xpárreía  in  P.
Fay.  96,  erklären.  Es  muß  daher  die  Urkunde  so  aufgefaßt  werden,
daß  die  Lieferung  von  einem  Metre  tes  Olivenöl  gar  nicht  durch
Vermittelung  der  Bank  vor  sich  geht,  sondern  unmittelbar  aus  der
Hand  des  Soterichos  in  die  Hand  des  Pappion.  Der  Grund,  weshalb
die  Bank  des  Melas  die  hier  vorliegende  Urkunde  ausfertigt,  liegt
eigentlich  auch  gar  nicht  in  dem  Umstande,  daß  Öl  geliefert  wird,
als  vielmehr  in  dem  Umstande,  daß  im  Zusammenhänge  mit
dieser  Öllieferung  zwei  alte  Girobank  Verträge  (xaxa  bia-Ypaqpàç
  òúo)  ungiltig  werden.  Diese  zwei  alten  Girobankverträge
hatten  unbedingt  eine  Geldzahlung  im  Girowege  durch  Ver-*
  Über  den  Eingang  dieser  Urkunde  siehe  oben  S.  221.
Preisigke,  Girowesen  im  griech.  Ägypten.

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