Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

270

Teil  III.  Geld-Giroverkehr.

auch  bei  Geldzahlungen  ein  solcher  Fernverkehr  vorhanden  war.
Freilich  besitzen  wir  nur  spärliche  Zeugnisse.
Ein  Beispiel  ist  BGU.  1064  (um  278  n.  Ohr.).  Hier  werden
durch  die  Bank  in  Oxyrhynchos  an  einen  Gläubiger  60  000  Drachmen
zurückgezahlt,  die  der  Schuldner  in  einer  anderen  Stadt,  in  Hermupolis,
  offenbar  ebenfalls  durch  die  Bank,  empfangen  hatte  (siehe
S.  204  f.).  Ein  anderes  Beispiel  scheint  BGU.  445  (um  149  n.  Ohr.)
zu  sein.  Die  Erklärung  dieser  Urkunde  wird  im  Abschn.  66  gegeben ­
  werden.
Ein  Zeugnis  für  den  Fernverkehr  einer  Stadtgemeinde
ist  P.  Fay.  87  (155  n.  Chr.).  Diese  Urkunde  ist  ein  Quittungsbogen ­
  i,  ausgestellt  von  einer  Bank  im  Dorfe  Euhemereia  über
fortlaufend  bei  dieser  Bank  für  Rechnung  eines  städtischen  Beamten ­
  in  Alexandreia  eingezahlte  Geldbeträge.
’'Etouç  in  AÒTOKpáTopoç  Kaíuapoç  Tirou  Ai\í[o]u  AòpiavoO
  Avrujveívou  ZeßadroO  EuaeßoOg,  M€x(eip)  xZ.  ’Enoín-(jev
  èrri  T(nv)  Tirou  <Í>X(aouiou)  Eúrux(iòou)  rpá7T(elav)
  EuòaijLiiJuv  lapamuuvoç  K(ai)  |Liérox(oi)  èmrnpnTai  urrap-XÓvroiv
  OÏKOU  TTÓXeiuç  AXeSavòpéujv  (upórepov)  ’louXiou  ’A-(jKXnmáòou
  (piXoô‘ócpo(u)  ôvriuv  nepí  KiújLi(nv)  Eònpepeiav  eiç
qpópo(v)  il  (êrouç)  ráXavr[o]v  êv  xai  òpax(pàç)  rerpaxKTxeiXiaç,
  èni  rip  rò  icrov  èv  ’AXeSavòpeia  òoOfjvai
riu  67TÍ  rújv  crr€|i|Liárujv  upoxexiÍpiffiLiéviu),  Y(ivovrai)
(ráXavrov)  a  (òpaxpai)  8.  ’Eneiqp  n  ó  aúr(òç)  x(al)  |Liérox(oi)
óm(oíujç)  eiç  (pópo(v)  iZ  (Irouç)  ráXavrov  iv  x(ai)  òpax(|iàç)
xeiXiaç  rerpaxocriaç,  Y(ivovrai)  luç  TTpóx(eirai)  xrX.
In  Euhemereia  lagen  hiernach  Güter,  die  früher  dem  Philosophen ­
  Asklepiades  gehört  hatten  und  in  den  Besitz  der  Stadtgemeinde ­
  von  Alexandreia  übergegangen  waren;  sie  wurden  von
èmrnpnTcti  verwaltet.  Die  Stadtgemeinde  von  Alexandreia  hatte
angeordnet,  daß  die  Einkünfte  aus  diesen  Gütern  zu  besonderen
Zwecken  verwendet  werden,  und  zwar  zur  Verfügung  des  èiri  riûv
(Treppariuv.  Sobald  nun  die  Gutsverwalter  einen  größeren  Posten
Geldes  flüssig  gemacht  haben,  zahlen  sie  den  Betrag  bei  der
Bank  des  Eutychides  in  Euhemereia  für  Rechnung  des  èiri  tújv
aremuáriuv  in  Alexandreia  ein.  Bei  jeder  neuen  Zahlung  bringen
sie  den  Quittungsbogen  (unseren  Papyrus)  wieder  mit  und  lassen

‘  P.  Straßb.  I  S.  29.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.