Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  83.  Die  Vertragsmelderolle  des  Notariates.

433

unserer  Betrachtung.  Der  Text  lautet  mit  den  von  Wilcken  und
Grenfell^  gegebenen  Verbesserungen:
’ArroXXiúvioç  ó  Km  Aíòu|lioç  ’ATroX(Xuuvíou)  (JutrraGeiç  irpôç
TÚ)  Tp(aqpe»iv)  Aiß(0g)  T07T(apxíaç)  ’OHupu(T)x(eÍTOu).  Kare-XÚjpiaa
  TÒ  irpoKcíiuievov  auvKoXXiímpov  toO  útt’  époO  xeXeiuj-OévToç
  TÚ)  Meaopf]  privl  toO  èveotúJTOç  Itouç  xpnPÍaTKTjLioO)
a*  K(al)  év  eipopeviu  Km  ávaYpa((p^)  tóv  icrov.  Tú)  fáp  aÚTú)
)Lir|vi  òià  6  ir)p(€pú)v)  ouk  éTeX(eiÚJ0ri).  (’'Etouç)  lí'  Auto-KpaTÓp(ujv)
  Kaidápiuv  Aoukíou  Ze-rrripiou  Zeuiipou  EucreßoOg
TTepTÍva{Koç)  ApaßiKoO  ’AöiaßnviKoö  TTapGiKoO  pefíaTou  K(m)
MápKOu  AúpnXíou  ’Avtuj[vívou]  EuaeßoOg  ZeßaaTmv  l[K(ai)
TToußXiou  ZeTrTi|Liío[u]  Fexa  K(m)(rapoç  Z€ßa(JTo[ü]]j,  0új9  ò.
Wilcken  (Archiv  V  S.  282)  sagt  zutreffend,  daß  der  Bieter  in
P.  Grenf.  II  41  (Text  oben  S.  411  f.)  genau  das  zu  tun  verspricht,
was  in  P.  Ausonia  3  der  Angestellte  des  ypacpetov  wirklich  tut.
Wenn  meine  Vermutung  (siehe  unten  S.  439)  richtig  ist,  daß  die
Bietung  in  P.  Grenf.  II  41  auf  die  Dolmetscherstelle  des  ypacpeiov
abzielt,  so  wäre  P.  Ausonia  3  das  Benachrichtigungsschreiben*  des
Dolmetschers  an  die  dörfische  Staatsnotariatszweigstelle  darüber,
daß  er  (der  Dolmetscher)  die  Dienstpapiere  für  den  Monat^  Mesore
an  die  genannte  Notariatszweigstelle  abliefert.  Die  Dienstpapiere  sind
laut  P.  Ausonia:  1.  die  (demotische)  Vertragsurschriftenrolle
(auvKoXXnmpoç)  ;  die  Vertragsausfertigungen  dieser  Bolle  enthielten
vermutlich,  gleichwie  die  an  die  Vertragspartner  zurückgegebenen
Vertragsausfertigungen,  griechische  Übersetzungen.  2.  die  Vertragsmelderolle ­
  (eípópevov),  welche  griechisch  abgefaßt  sein  mußte.
3.  die  Versandliste*  (dvaTpatpp)  mit  der  Angabe  über  Gattung
und  Stückzahl  der  Rollen.
Die  Amtsbezeichnung  '(XuaxaOeiç  Trpòç  tú)  ■fp(a(peíuj)’  deutet
auf  eine  „Hülfskraft“  des  ypacpeiov,  was  auf  den  Dolmetscher  wohl
passen  könnte.  Der  Umstand,  daß  der  cruaxaGeíç  die  Dienstpapiere
an  das  Tpacpeiov  abzuliefem  hat,  damit  sie  dort,  und  nicht  bei
ihm,  weiter  behandelt  werden,  sowie  der  Umstand,  daß  im  Monate
Mesore  nur  ein  einziger  Vertrag  vorliegt,  stützt  die  Deutung  des
»  Archiv  V  S.  281  f.
*  löse  auf:  évóç.
®  vgl.  oben  S.  413.
*  In  P.  Grenf.  II  41  freilich  soll  das  Einreichen  derselben  Papiere  nicht
monatlich,  sondern  dritteljährlich  geschehen  (siehe  oben  S.  414).
®  vgl.  oben  S.  411  und  413.
Preisigke,  Girowesen  im  griech.Ägypten.

28
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.