$ 53. Messung des Preisniveaus durch Indexziffern. 415
und Reis, Der im englischen Handel und Konsum sehr wichtige
eizen hat also in dieser Gruppe eine relative Bedeutung von 3/g, im
Totalindex von %45, bekommen. } /
Um eine im großen und ganzen richtige Vorstellung der Be-
wegungen des allgemeinen Niveaus der in Gold ausgedrückten Preise
seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts zu gewinnen, können wir uns
wahrscheinlich mit ziemlicher Zuverlässigkeit des Sauerbeckschen
Index bedienen. Daß wir englische Preisindexziffern in diesem Zu-
sammenhang vorziehen, hat seinen Grund in drei verschiedenen Um-
ständen, nämlich erstens, daß England in der Periode, mit der wir uns
hier beschäftigen werden, also in der Zeit seit Mitte des neunzehnten
ahrhunderts, in der Hauptsache ein Freihandelsland gewesen ist,
zweitens, daß der englische Markt in dieser Periode vor allen anderen
der Welthandelsmarkt war, drittens, daß England die ganze Periode
hindurch eine effektive Goldwährung aufrechterhalten hat. Für die
Frage, mit der wir uns hier besonders beschäftigen, vom Einfluß der
oldversorgung der Welt auf den Geldwert bei Goldwährung, hat der
letztgenannte Umstand natürlich ausschlaggebende Bedeutung.
Wir wollen aus diesen Gründen unseren folgenden Untersuchungen
die Sauerbeckschen Indexziffern zugrunde legen!). Um auch ein
ngefähres Bild von der Entwicklung des allgemeinen Preisniveaus das
ganze neunzehnte Jahrhundert hindurch zu gewinnen, wollen wir zur
Serie der Sauerbeckschen Indexziffern, die mit dem Jahre 1846 be-
ginnt, die von Jevons berechneten Indexziffern für die Zeit von
1800—1845 fügen?). Die Jevonsschen Indexziffern erstrecken sich
bis zum Jahre 1865. Die beiden Serien decken sich also für die zwanzig-
jährige Periode 1846—1865. Die Durchschnittsziffer für diese Periode
ist für Jevons Index 75,3, für Sauerbecks Index 93,1. Beide Serien
können vielleicht am besten auf einem und demselben Diagramm
zusammengestellt werden, wenn man solche Skalen wählt, daß diese
Durchschnittsziffern übereinstimmen. _ / /
Wenn man die Sauerbeckschen Indexziffern studiert, fällt es auf,
daß das allgemeine Preisniveau für die beiden Jahre 1850 und 1910
sehr nahe auf derselben Höhe gestanden hat. Die Indexziffer für 1850
ist 77, diejenige für 1910 78. Bei einem solchen Vergleich ist es aber.
natürlich von Bedeutung, daß man sich nicht mit der Gegenüber-
stellung zweier vereinzelter Jahre begnügt, sondern auch die nächst-
liegenden Jahre mit in Betracht zieht. Wir finden, daß -der Durch-
chnitt der Indexziffern für die vier Jahre 1848—1851, die auf das
Krksenjaht 1847 folgten, 76 beträgt, während der entsprechende Durch-
schnitt für die vier auf das Krisenjahr 1907 folgenden Jahre 1908—1911
ich auf 76% beläuft. Die Übereinstimmung zwischen dem allge-
?) Dieselben sind in Tab. I im Anhang wiedergegeben.
?) „Wholesale and retail prices‘‘. 1903. (321) p. 450