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verteilung für die ganze Gesellschaft gleich ist; ein Beruf hat
vielleicht verhältnismäßig viele jüngere Angestellte (z. B. die Eisenbahnverwaltung),
ein anderer Stand viele alte Mitglieder (z. B. die
Geistlichkeit, vergl. 8 287). Daher wird ein Vergleich der Promillenverteilung
von Sterbefällen in verschiedenen Berufsklassen nach dem
Alter des öfteren ganz wertlos sein. Wie im geschichtlichen Teile erwähnt,
wurde diese Methode allerdings in älteren Zeiten häufig angewandt,
sie kann jedoch stets nur als eine erste, ganz rohe Annäherung
angesehen werden, und in einer Zeit wie der unsrigen, die über so
riele rationell berechnete Sterbetafeln verfügt, würde man nie eine
Benutzung dieser veralteten Methode empfehlen können.
Das hier Entwickelte gilt auch hinsichtlich der Berechnung des
Durchschnittsalters beim Tode. Ob dieses Alter hoch oder
niedrig ist, das hängt u. a. von der Altersgliederung der Bevölkerung
ab und wird nicht zur Beurteilung des Gesundheitszustandes in der
betreffenden Klasse (vgl. $ 321) beitragen können. Insbesondere
gilt dies auch bei der namentlich in der älteren Medizinalstatistik
30 verbreiteten Anwendung von Erfahrungen unter den Patienten
der Krankenhäuser, die in der Regel ein auch in anderer Beziehung
ganz einseitiges Material abgeben werden (vgl. hierüber weiter unten).
308. Man hat gemeint, sich beim Studium der Todesursachen
von der Zusammensetzung der entsprechenden lebenden
Bevölkerung unabhängig machen zu können (vgl. $ 307). Die Sterbelälle
auf den Hospitälern und also in noch höherem Grade die Todesursachenstatistik
für die Gesamtbevölkerung würden hiernach ein
vorzügliches Material abgeben. Diese Theorie ist namentlich von
Körösy u. a. in seiner S. 85 zitierten Schrift verfochten worden.
Denkt man sich zwei Klassen, eine geimpfte und eine ungeimpfte,
jede mit ihrem Sterblichkeitsquotienten für alle Ursachen als Ganzes
genommen, dann behauptete Körösy, daß sich die Sterblichkeit an
Pocken normal wie diese Totalsterblichkeit verhalten müsse. Ist in
der einen Klasse die Totalsterblichkeit 2 °%, in der anderen 3 %
und die Sterblichkeit an Pocken in der einen Klasse 2 %,, So solle
sie normalerweise 3 %09 in der anderen sein, und erst nach Überschreitung
dieser Grenze könne man von einer Wirkung der Impfung
sprechen. Diese Behauptung, daß die Sterblichkeitsquotienten normalerweise
proportional sein sollten, hält jedoch nicht Stich. Faktisch
hat jede Ursache ihre eigenen Gesetze; bald wirken die betreffenden
Verhältnisse mit größerer, bald mit kleinerer Intensität.