Eisenazetat
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Eisenhut
Damaststahl, Damaszenerstahl, eine nach
der Stadt Damaskus bezeichnete, in der Regel
'durch Zusammenschweißen von Schmiedeeisen
und Stahl entstehende Stahlsorte, zeichnet sich
durch ungemeine Zähigkeit aus und läßt auf geätzten
Flächen die nebeneinander liegenden Stahlund
Schmiedeeisenteile deutlich in bestimmten
Zeichnungen hervortreten. Er findet Verwendung
zu Degen-, Säbel-, Dolchklingen und Gewehrläufen.
Vielfach wird die Zeichnung lediglich
durch Atzen von Stahl hervorgebracht. Der
ungeheure Bedarf der deutschen Eisenindustrie
muß zu einem Drittel aus ausländischen Erzen
gedeckt werden, besonders aus Französisch-Lothringen
(Briey, Nancy, Longwy). Die unserer seitherigen
Grenze benachbarten französischen Vorkommnisse
schätzt man auf ötooo ha mit 3 Milliarden
Tonnen Eisen. Deutsch-Lothringen umfaßt
43000 ha Eisenerzfelder mit 1,8 Milliarden
Tonnen Eisen. Neuerdings sollen in Ooer.ranken
100000 ha Erzlager mit 1,7 Milliarden Tonnen
gefunden worden sein.
Eisenazetat (Essigsaures Eisen, Ferriazetat,
lat. Ferrum aceticum, frz. Acetate de fer,
engl. Acetate of iron) wird in reinem Zustande
durch Auflösen von Eisenhydroxyd in Essigsäure
dargestellt und kommt in Form seiner
wäßrigen Lösung als dunkelbraunrote Flüssigkeit,
Liquor ferri acetici (frz. Solution d’actitäte
Ferrique, enjfl. Solution of Ferric acetate),
in den Handel. Ein technisches Präparat, das
sog. holzessigsaure oder holzsaure Eisen
(Eisenbeize, Eisenbrühe, Schwarzbeize,
lat. Ferrum pyrolignosum) findet als Beize in der
Färberei und Druckerei Anwendung. Etwaige
Zusätze von Eisenvitriol erkennt man an dem
Auftreten eines Niederschlages mit Bariumchlorid.
Eisen Chlorid (Eise ns esquichlorid, Anderthalbchloreisen,
Eisenperchlorid, Ferrichlorid,
lat. Ferrum sesquichloratum, frz. Perchlorure
de fer, engl. Sesquichloride of iron). Die
wasserfreie Verbindung FeCl a erhält ‘man in Form
grünlich-schwarzer, metallisch glänzender Kristallblättchen,
die bei durchfallendem Lichte granatrot
erscheinen, auf trockenem Wege durch Sublimation,
daher die Bezeichnung Eisenblumen
oder Eisensublimat (lat. Ferrum sesquichloratum
sublimatum, Flores martis). Aus der Luft
ziehen die Kristalle Feuchtigkeit an und zerfließen
zu edner dunkelbraunen Flüssigkeit, dem
sog. Eisenöl (lat. Oleum martis, Liquor stypticus
Lofi). Im Handel findet sich hauptsächlich
eine konzentrierte wäßrige Eisench'.oridlösung
(lat. Liquor ferri sesquichlorati, frz. Solution
de perchlorure de fer, engl. Solution of Ferric
Chloride), eine dickflüssige, dunkelbraune Flüs
sigkect vom spez. Gew. 1,480—1,484, die beim
Verdünnen mit Wasser eine gelbe Farbe annimmt.
Außerdem führt man ein kristallisiertes
wasserhaltiges E., das zum Unterschiede von
dem sublimierten wasserfreien E. Ferrum sesquichloratum
cristallisatum genannt wird. Verwendung
finden die genannten Salze in der Medizin
als blutstillende Mittel, ferner in der
Chemie, in der Technik, z. B. als iBeize und als
Desinfektionsmittel.
Eisenchlorür, FeCl 2 (Eisenmonochlorid,
Einfachchloreisen, Ferrochlorid, lat. Ferrum
chloratum, frz. Chlorure de fer, engl. Chloride
of iron), bildet im wasserfreien Zustande
weiße Kristalle, findet sich aber im Handel gewöhnlich
nur wasserhaltig in durchsichtigen, bläulichweißen
Kristallen, d.e ihrer Zerf.ießlichkeit
wegen in gut verschlossenen Gefäßen aufbewahrt
werden müssen. Eine Lösung des E. in Wasser
wird Liquor ferri chlorati genannt.
Eisenchromat (chromsaures Eisen), Fe 2 .
(CrOJä, entsteht beim Vermischen von Eisenchloridlösung
mit Kaliumdichromat als ein gelbes
Pulver, das in der Malerei (Sideringelb) Anwendung
findet und wegen seines Verhaltens in
der Hitze in der Porzellanmalerei zu braunen
Tönen benutzt wird.
Eisenholz (frz. Bois de fer, engl. Iron-wood).
Diesen Namen führen im Handel verschiedene,
durch ungewöhnliche Härte sich auszeichnende
Hölzer. Fast jedes heiße Land hat seine besonderen
Arten solcher hartholzigen Bäume, die
zu den Klusiazeen, Laurazeen, Rubiazeen und
Sapotazeen gehören. Der von der Botanik als
„echter“ oder „wahrer“ bezeichnete Eisenholzbaum
(Metrosideros vera) stammt von den
Molukken. Die im Handel vorkommenden Hölzer
sind gewöhnlich dunkelfarbig, so schwer, daß sie
im Wasser sinken, und so hart, daß sie sich nur
mit den besten Instrumenten bearbeiten lassen.
Vorheriges Einlegen in heißes Wasser macht sie
jedoch gefügiger. Sie dienen zu verschiedenen
kleinen Handwerkszeugen, zu Walzen und
Drechslerwaren und werden von Ostindien,
Kotschinchina, Java, Sumatra, Madagaskar, Südund
Westafrika, Mittel- und Südamerika und
Australien eingeführt.
Eisenhut (Sturmhut, lat. Aconitum). Von
dieser zu den Ranunkulazeen gehörigen Giftpflanze,
Aconitum Napellus, gibt es viele
verschiedene Arten, die man gewöhnlich in gelbund
blaublühende gruppiert. Nur von den letzteren
werden die Blätter und die Knollen medizinisch
verwendet. Die Eisenhutblätter, auch
Eisenhutkraut (lat. Herba aconiti, frz. Herbe
d’aconit, engl. Leaves of aconite) genannt, werden
kurz vor oder während der Blüte, womöglich
von wildwachsenden Pflanzen, gesammelt und
getrocknet. Sie sind handförmig in fünf Lappen
(die oberen Blätter nur in drei) geteilt, welche
wiederum eine Teilung in je drei Lappen zeigen.
Die obere Seite der Blätter ist lebhaft grün und
glänzend, die untere matt und heller, der Geruch
nur sehr schwach, der Geschmack scharf und
brennend. Sie sind sehr giftig und enthalten
als charakteristische Bestandteile Akonitin s.d.),
Napellin und Akonitsäure. — Die rübenförmigen
Akonitknollen (Mönchswurz, Fuchswurz,
Teufelswurz, lat. Tubera aconiti, frz.
Racine d’aconit, engl. Aconite root) sind s cm
lang und bis zu 2,5 cm dick, ziemlich glatt, nur
wenig gefurcht und innen weißgrau. Auf dem
Querschnitte zeigen sie eine starke, dunkelpunktierte
Rinde und zwischen dieser und dem Holzkörper
bei den Knollen von Aconitum Napellus
eine in 5—8 spitzige Strahlen und spitze Buchten
auslaufende sternförmige Linie. Bei anderen
Akonitümarten sind diese Strahlen und Buchten
mehr stumpf und abgerundeter. Die von den
Wurzelfasern bei der Einsammlung befreiten
Knollen sind geruchlos, haben aber einen bitteren