Object: Mehr Freiheit im Welthandel!

deutschen Firmen und russischen Abnehmern, jede Anpassung 
an die wahren Bedürfnisse des Verbrauchs ist durch das Monopol 
erschwert, da der Erzeuger nicht mit dem Verbraucher un- 
mittelbar zusammenkommt. Das russische Außenhandels- 
monopol wirkt daher als eines der größten, wenn nicht als das 
größte Handelshemmnis in der Weltwirtschaft. Der russische 
Markt mit seinem ungeheuren Reichtum, der sowohl äußerst 
lieferfähig wie auch sehr aufnahmefähig war, ist in weitem 
Maße noch von den Beziehungen zur übrigen Welt abgesperrt. 
Das Außenhandelsmonopol verträgt sich nicht mit einer freien 
Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen unter den 
Völkern. Auf die Dauer kann ein so bedeutender Markt, wie 
der russische, nicht aus der Weltwirtschaft ausgeschaltet bleiben, 
und auf die Dauer erscheint es nicht möglich, die wirtschaft- 
lichen Beziehungen zu Rußland in den gegenwärtigen staat- 
lichen Zwangsformen zu unterhalten, ohne daß ein Moment 
anhaltender Unsicherheit auf dem Weltmarkte besteht. 
4. Valuta-Dumping. 
Das Sinken verschiedener ausländischer Valuten verur- 
sacht für die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen In- 
dustrien große Gefahren. Die Entwicklung der Währung in den 
beteiligten Ländern heischt daher lebhafteste Aufmerksamkeit. 
Sie macht Erwägungen darüber notwendig, auf welche Weise 
ihr zu begegnen ist. Die Schädigung durch das Valuta-Dumping 
liegt nicht allein darin, daß sie zu einer unerwünschten Steige- 
rung der Einfuhr nach Deutschland führt, sie beruht vielmehr 
weiter in der Erschwernis des Absatzes deutscher Krzeugnisse 
im Auslande, Die Kaufkraft der valutaschwachen Länder 
selbst ist geschwächt, die Aufnahme unserer Erzeugnisse in 
dem zu normalen Zeiten üblichen Umfange nicht möglich. 
Außerdem sind sie infolge der Schleuderpreise für ihre eigenen 
Erzeugnisse in der Lage, unsere Güter auf dem Weltmarkte 
zu unterbieten und sie zu verdrängen. So bietet die tschechische 
Industrie in Spanien - bestimmte Eisenwaren um 10—25% 
niedriger an ‘als die deutsche. Die Vertreter der deutschen 
Firmen berichten, daß sie unter diesen Umständen nicht mehr 
in der Lage sind, auch nur einen einzigen Auftrag hereinzuholen. 
Die vielen Versuche eines Emaillierwerkes, bei äußerster Preis- 
stellung mit Belgisch-Kongo wieder ins Geschäft zu kommen, 
mißglückten. In einem Falle hatte die Firma bei einem Auf- 
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