Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Lezithin

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Limettenöl

Lezithin  ist  ein  für  den  Lebensprozeß  außerordentlich ­
  wichtiger  Stoff,  der  sich  im  Gehirn
und  dem  Eigelb  in  besonders  reichlicher  Menge,
aber  auch  im  Blut,  den  Nerven  und  Pflanzensamen ­
  vorfindet.  Es  bildet  eine  wachsähnliche,
kristallinische  Masse,  ist  in  Alkohol  und  Äther
leicht  löslich  und  quillt  mit  Wasser  zu  einer
opalisierenden  Flüssigkeit  auf,  aus  welcher  es
durch  Salze  wieder  gefällt  werden  kann.  In
chemischer  Hinsicht  ist  L.  als  eine  esterartige
Verbindung  von  Cholin  und  Glyzerinphosphorsäure ­
  anzusprechen,  in  welcher  zwei
Hydroxylgruppen  durch  Palmitin-,  Stearin-  oder
Ölsäure  vertreten  sind.  Zum  Nachweise  und  zur
quantitativen  Bestimmung  des  L.  bedient  man
sich  der  Ermittlung  der  alkohollöslichen
Phosphorsäure  nach  Juckenack.  L.  wird
neuerdings  als  Zusatz  zahlreicher  diätetischer
Präparate  in  den  Verkehr  gebracht,  die  aber
z.  T.  nur  zweifelhafte  Bedeutung  besitzen.
Liatrisblälter  (Vanilleblätter,  lat.  Folia
liatris,  frz.  Feuilles  de  liatris,  engl.  Liatris  leaves),
von  Liatris  odoratissima,  einer  nordamerikanischen ­
  Komposite,  enthalten  eine  nicht  unbedeutende ­
  Menge  Kumarin,  1,50/0,  und  werden
als  Ersatz  der  Tonkabohnen  bei  der  Herstellung
von  Schnupftabak  verwandt.
Lichtgrün.  Diesen  Namen  führt  teils  das
Methylgrün  (s.  d.),  teils  ein  anderer  Teerfarbstoff, ­
  der  aus  dem  Natronsalze  der  Diäthyh
dibenzyldiamidotriphenylkarbiinoltrisulfosäure  besteht ­
  und  als  Lichtgrün  S,  Lichtgrün  SF,
Säuregrün,  Säuregrün  SOF  in  den  Handel
kommt.  Der  Farbstoff  bildet  ein  dunkelgrünes,
nicht  glänzendes  Pulver,  welches  in  Wasser  und
in  Alkohol  löslich  ist  und  Seide  und  Wolle  im
saueren  Bade  grün  färbt.
Lichtpauspapier,  mit  rotem  Blutlaugensalz  imprägniertes ­
  Papier  zur  Herstellung  weißer  Abzüge ­
  (Kopien)  auf  blauem  Grunde.
Liebersche  Kräuter  (Hanfnesselkraut,
Blankenheimer  Tee,  lat.  Herba  galeopsidis
grandiflorae,  frz.  Herbe  de  galdopside,  engl.
Galeopsis).  Unter  diesem  Namen  kommt  das
zur  Blütezeit  gesammelte  Kraut  von  Galeopsis
Lad  an  um  im  geschnittenen  Zustande  in  den
Handel.  Die  Pflanze  gehört  zur  Familie  der
Labiaten,  ist  in  Mittel-  und  Westeuropa  heimisch ­
  und  bildet  ein.  beliebtes  Mittel  gegen
Lungenleiden.
Liebsföckelwurzel  (lat.  Radix  levistici,  frz.
Racine  de  livöche,  engl.  Lovage  röot),  die
Wurzel  einer  ausdauernden  Doldenpflanze,
Ligusticum  levist  ic  um  seu  Levisticum
officinale,  die  in  Süddeutschland,  Italien,  der
Schweiz  und  Frankreich  in  Berggegenden  wild
wächst  und  bei  uns  angebaut  wird.  Alle  Teile
der  Pflanze  haben  einen  eigentümlichen  aromatischen ­
  Geruch  und  brennend  scharfen  Geschmack, ­
  doch  werden  Jetzt  nicht  mehr  wie
früher  Kraut,  Samen  und  Wurzeln,  sondern  nur
noch  die  letzteren  medizinisch  benutzt.  Man
gräbt  die  starke,  spindelförmige,  öfter  mehrköpfige ­
  Hauptwurzel,  die  sich  gegen  die  Spitze
in  einige  einfache  Zweige  teilt,  im  Frühjahr  von
2—4jährigen  Pflanzen,  spaltet  die  dicken  Wurzelteile ­
  bei  der  Ernte  der  Länge  nach  und  hängt
die  Stücke  an  Fäden  gereiht  zum  Trocknen  auf.
Die  getrockneten  Wurzeln  haben  ein  weiches,

schwammiges  Gefüge  mit  festerem  Kern  und
sind  äußerlich  gelbbraun,  innerlich  hellgelblich
gefärbt.  Die  dicke  Rinde  ist  höckerig,  querrunzelig
  und  längsrissig  und  zeigt  zahlreiche
orangegelbe  Balsambehälter,  die  beim  Drücken
ihren  aromatischen  Inhalt  austreten  lassen.  Die
Droge,  die  außer  Zucker  balsamisches  Harz
und  ätherisches  öl  als  Träger  des  Geruches  und
Geschmackes  enthält,  dient  in  Form  von.  Abkochungen ­
  als  harntreibendes  Mittel  und  hauptsächlich ­
  zur  Bereitung  aromatischer  Liköre.
Zum  Schutz  gegen  Wurmfraß  muß  sie  gut  verschlossen ­
  aufbewahrt  werden.  Die  bisweilen
beigemengte  Angelikawurzel  ist  daran  zu  erkennen, ­
  daß  sie  im  Gegensatz  zu  L.  einen  strahligen
  Querschnitt  zeigt.
Lignum,  Holz.  Im  Drogenhandel  führt  man
folgende  Holzarten  unter  ihrer  lateinischen  Benennung: ­
  L.  campechianum,  s.  Blauholz;  L.
citrinum,  s.  Gelbholz;  L.  guajaci  seu  L.  sanctum,
  Franzosen-  oder  Pockholz,  s'.  unter  Guajak;
  L.  juniperi,  s.  Wacholder;  L.  quassia,
Quassienholz  (s.  d.);  L.  rhodii,  s.  Rosenholz; ­
  L.  santalinum,  s.  Sandelholz;  L.  Sassafras, ­
  s.  unter  Sassafras;  L,  suberinum,  s.
Kork  u.  a.
Liköre  (Liqueure,  frz.  und  engl.  Liqueures)
nennt  man  gesüßte  und  gewürzte  Branntweine,
als  deren  Grundlage  ein  feiner  fuselfreier  Spiritus ­
  (Feinsprit)  dient,  während  der  Zucker  in
Form  eines  farblosen  Sirups  zugesetzt  wird.
Zum  Aromatisieren  benutzt  man  bei  den  feineren ­
  Sorten,  wie  Benediktiner,  Chartreuse  (s.  d.)
usw.,  Destillate  und  Auszüge  aromatischer
Pflanzenteile,  bei  den  gewöhnlicheren  meist
ätherische  Öle  und  Essenzen.  Auch  werden  die
mit  Phantasienamen  belegten  oft  mit  künstlichen ­
  oder  natürlichen  Farbstoffen  gefärbt,  und
zwar  rot  mit  Koschenilletinktur,  grün  mit
Chlorophyll,  Gemischen  von  Safran-  und  Indigotinktur ­
  oder  Teerfarbstoffen.  Der  Alkoholgehalt
soll  mindestens  20V01.0/0  betragen.  Fruchtsaftliköre ­
  (Himbeer-,  Kirsch-,  Ebereschen- ­
  usw.  L.)  dürfen  ihre  Farbe  nur  dem
Gehalte  an  natürlichem  Fruchtsaft  verdanken
und  nicht  weniger  als  20V0I.  °/o  Alkohol  enthalten. ­
  Cherry-Brandy  ist  im  wesentlichen
eine  Zubereitung  aus  Kirschwasser  (s.  d.)  oder
Kirschwasserverschnitt  und  Kirschsirup  mit  mindestens ­
  27  Vol.  0/0  Alkohol.  Sehr  stark  versüßte,
dickflüssige  L.  werden  als  Cremes  oder  Huiles
(Vanille-creme,  Huile  de  rose),  gleichzeitig  mit
Obstsäften  versetzte  als  Ratafia  (s.  d.j  bezeichnet. ­
  Weniger  starke  heißen  Doppelliköre
und  die  einfachen  Aquavite.  Eierkognak
(s.  d.)
Limburger  Käse  (Belgischer  Backsteinkäse) ­
  wird  in  der  belgischen  Provinz  Limburg,
und  zwar  hauptsächlich  in  der  Umgegend  von
Hervd  in  Form  quadratischer  Stücke  von  12  bis
13  cm  Kantenlänge,  6—8  cm  Höhe  und  0,75  bis
1  kg  Gewicht  hergestellt.  Er  gehört  zu  den
halbfetten  Käsen  mit  mindestens  20  0/0  Fett  in
der  Trockensubstanz  (s.  Käse)  und  wird  in  bezug ­
  auf  Dicklegen,  Salzen  und  Reifen  ähnlich
wie  Edamer  behandelt.  Der  Versand  erfolgt
meist  in  Kisten  zu  12—100  Stück.
Limettenöl  (Limonöl,  lat.  Oleum  limettae,
frz.  Essence  de  limette,  engl.  Oil  of  limetta),
            
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