Mengkorn
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Merino
die grüne Sarepta-M. Bei uns werden besonders
die mittelgroßen, grünlichen, gepreßten
Früchte geschätzt. — Einer anderen Art, Citrullus
vulgaris (Cucumis citrullus), gehört
die sog. Wassermelone (frz. Melon d’eau,
engl. Water melon) an, deren Fleisch nur im
Innern rot, süß und saftig ist und zum Unterschiede
von der echten M. schwarze oder rötliche
Samen umschließt. Die M. enthält neben 91,5 °/c
Wasser 0,84% Protein, 0,13 °/o Fett, 3,450/0
Zucker, 2,900/0 stickstofffreie Extraktstoffe, 0,660/0
Rohfaser und 0,52 °/o Asche. Sie bildet eine
außerordentlich beliebte Frucht, die teils, wie
in Italien die Wassermelone, geradezu als Volksnahrungsmittel.
Verwendung findet, teils bei uns
nach Zusatz von Zucker, oder in Ungarn mit
Paprika als Delikatesse geschätzt wird.
Mengkorn (Mengfrucht) ist ein Gemenge
verschiedener Getreidearten, meistens Roggen
und Weizen, die absichtlich untereinander gebaut
werden. Der Anbau von zusammen wachsenden
Getreidearten oder Hülsenfrüchten ist, sicherer
und darum der Ertrag etwas höher, das Gemenge
aber nicht so gut wie die Einzelfrüchte
verkäuflich und der Preis daher etwas geringer.
M. kommt nur im Ortshandel vor und ist nicht
zu verwechseln mit den Gemischen aus mehreren
Sorten gleicher Frucht, wie sie besonders im Großhandel
der Ostseeländer gebräuchlich sind. —
Das Mengfutter, von welchem in der Landwirtschaft
viel Gebrauch gemacht wird, setzt man aus
verschiedenen Sämereien, besonders aus Wicken
und Hafer oder aus Gräsern und Kleesämereien
zusammen.
Menstruationsmittel zur Beseitigung von Blutstockung
bei Frauen sind meist wertlose Geheimmittel,
die entweder aus gepulverter römischer
Kamille oder aus Destillaten harmloser
Drogen bestehen, z. B. Uterosan, Cito usw.
Mennige (Bleimennige, Bleizinnober,
Bleirot, rotes Bleioxyd, Saturnzinnober,
lat.Minium, Plumbum oxydatum rubrum, frz. Mine,
Rouge de saturne, engl. Red lead) wird dargestellt
durch wiederholtes Erhitzen (Brennen) von feingemahlener
Bleiglätte auf 450 0 bei Luftzutritt,
bis das gelbe Bleioxyd in ein lebhaft rotes
Pulver übergegangen ist. Nicht zu verwechseln
mit Eisenmennige (s. d.) I Eine besonders
feine und feurige Sorte, die Orange-M. (Pariser-M.,
frz. Mine orange, engl. Saturnine red)
entsteht durch Erhitzen von Bleiweiß oder kohlensaurem
Blei. M. ist ein schweres rotes, in
Wasser unlösliches Pulver und besteht in chemischer
Hinsicht aus einem Gemenge von Bleioxyd
und Bleisuperoxyd, welches auch wohl
als ein Salz der hypothetischen Orthobieisäure,
Pb 3 0 4 , aufgefaßt wird und 90,7 °/o Blei neben
9,3 °/o Sauerstoff enthält. Beim Übergießen mit
Salpetersäure färbt sich die M. unter Abscheidung
von Bleisuperoxyd und gleichzeitiger Bildung
von löslichem Bleinitrat braun, hingegen
wird sie durch Salpetersäure unter Zusatz von
Zucker oder Oxalsäure völlig gelöst. Die M. wird
als Malerfarbe in öl und auf Kalk benutzt, ist
jedoch hierzu wegen ihrer geringen Haltbarkeit
nicht zu empfehlen. Wichtiger ist ihre Verwendung
in Firnis als rostschützender Anstrich zum
Grundieren von Eisen, ferner mit Bleiweiß und
Firnis, zusammengeknetet als Kitt für Flanschen
an Dampfleitungsröhren und kupfernen Destillationsapparaten
sowie zur Herstellung feiner Bleigläser
(Kristallglas, optische Gläser) und Glasuren.
M. ist giftig und unterliegt somit den
Vorschriften für Gifte und für Bleifarben (s. d.).
Menthol (Menthakampfer, lat. Mentholum)
bildet den wichtigsten Bestandteil des Pfefferminzöls,
aus dem es sich bei starker Abkühlung
in langen prismatischen Kristallen abscheidet.
Zur Darstellung benutzt man vorwiegend
das japanische Pfefferminzöl sowie
das von Japan eingeführte Roh-M., welches nur
aus Petroläther oder Alkohol umkristallisiert zu
werden braucht. Die Pfefferminzöle werden vorher
durch fraktionierte Destillation von den
beigemengten Terpenen befreit. Das M. besitzt
den Geruch und Geschmack des Pfefferminzöls,
schmilzt um 43 0 herum und ist linksdrehend.
Es siedet bei 211—212 0 unzersetzt, läßt sich
aber schon bei niederer Temperatur sublimieren.
In chemischer Hinsicht ist es ein gesättigter
sekundärer Alkohol, C 10 H 19 OH, dessen entsprechendes
Keton, das Ment hon, den zweiten
Hauptbestandteil des Pfefferminzöls bildet. Auf
dieser Kenntnis beruht ein neues Verfahren
zur Gewinnung des gesamten im Pfefferminzöl
enthaltenen M. Behandelt man nämlich die
von der Kristallisation des M. zurückbleibenden
Mutterlaugen, deren Bestandteile, 6o°/o Menthon
und 40% Menthol, sich weder durch Kristallisation,
noch wegen der naheliegenden Siedepunkte
(Mehthon 206°) durch fraktionierte Destillation
trennen lassen, mit Hydroxylamin, so
geht das Menthon in Oximidomenthon über,
das als ein basischer Körper durch verdünnte
Schwefelsäure in Lösung gebracht und so von
dem rein zurückbleibenden M. getrennt werden
kann. Das Menthon gibt bei der Behandlung
mit Natrium in alkoholischer Lösung
ebenfalls M., so daß nahezu das ganze Pfefferminzöl
in M. übergeführt wird. — Reines M.
muß völlig trocken und ohne Rückstand sublimierbar
sein. Eine Auflösung in 1 ccm Eisessig
muß mit drei Tropfen Schwefelsäure und einem
Tropfen Salpetersäure farblos bleiben, während
eine schmutzig blaugrüne Färbung Thymol anzeigt.
M. findet im Gemisch mit Milchzucker
ausgedehnteAnwendung als Schnupfpulver (Mentholinpulver),
ferner als M.-Lanolin gegen
Frostbeulen und als M.-Vaseline gegen Rheumatismus
und in Form von Stiften gegen Migräne
(Migränestifte). In reinem Zustande
dient es zum Inhalieren bei Asthma sowie innerlich
gegen Rheumatismus, Durchfälle, Erbrechen.
Merino (engl. Merino, Marrino) heißen leichte
geköperte Zeuge aus Kammwolle mit dreifädigem,
auch vierfädigem, auf beiden Seiten gleichem
Körper. Sie kommen in allen Farben und
gemustert vor und waren eine Zeitlang zu
Frauenkleidern und Umschlagetüchern sehr beliebt.
Die durch Sengen, Scheren und heißes
Pressen mit Glanz appretierten Stoffe kamen
ursprünglich aus England und wurden dann
auch in Deutschland und Frankreich hergestellt.
Gegenwärtig ist die Ware meist durch die in
Deutschland zuerst gefertigten Thibets (vollere
und weichere Stoffe ohne glänzende Appretur)
verdrängt worden; Eine wohlfeilere hierher gehörige
Ware, ein halbwollener, dreifädig ge