Merkolintschurz
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Metanilgelb
köperter M. mit baumwollener Kette und Kamm
garneinschlag, führt die Bezeichnung Para-
matta.
Merkolintschurz ist ein mit Quecksilbersalbe
imprägniertes Gewebe, welches gegen venerische
Krankheiten auf der Brust getragen wird.
Mesotan, eine klare, ölartige Flüssigkeit von
aromatischem Geruch und dem spez. Gew. 1,200,
besteht aus dem Salizylsäuremethoxymethylester
05114(011)000 . CH 2 . OCHj, und wird durch
Behandlung von Chlormethyläther mit Natrium-
salizylat hergestellt. Es ist in Wasser wenig,
in Alkohol, Äther, Benzol und fetten Ölen
leicht löslich. Im Gemisch mit Olivenöl dient
es an Stelle von Gaultheriaöl zum Bepinseln der
Haut bei Rheumatismus, hat aber wegen der
leichten Abspaltung von Formaldehyd oft un
angenehm reizende Nebenwirkungen. Zur Ver
meidung von Zersetzungen muß M. vor Licht
und besonders vor Feuchtigkeit gut geschützt
aufbewahrt werden.
Messing (frz. Lacton, engl. Yellow brass, Brass)
ist die gebräuchlichste Legierung der beiden
Metalle Kupfer und Zink, die sich zwar in
jedem beliebigen Verhältnisse zusammenschmel
zen lassen, aber erst bei einem Überschüsse des
Kupfers brauchbare Legierungen ergeben. Im
Gegensätze zu dem Tombak (s. d.), das weniger
als 18 0/0 Zink enthält, faßt man unter dem
Namen Messing alle .Kupfer-Zink-Legierungen
mit mehr als 18.% Zink zusammen. Die verschie
denen Handelssorten des Messings (Gelbguß)
enthalten überaus wechselnde Mengen der bei
den Metalle, doch liegt der Gehalt an Zink in
der Regel zwischen 20 und 40 0/0, meist sogar
zwischen 24 und 3Ö°/o. Nur die zu Möbel
beschlägen benutzten Legierungen sind bisweilen
zinkreicher. Die physikalischen und technischen
Eigenschaften der Messingsorten hängen von
ihrem Gehalt an Kupfer und Zink ab. Mit stei
gendem Kupfergehalte wird die Legierung wei
cher und dehnbarer. Mit steigendem Zinkgehalte
erhöhen sich Härte und Schmelzbarkeit, wäh
rend das spezifische Gewicht, die Geschmeidig
keit und Hämmerbarkeit sinken. Auch die
Earbe wird von der Zusammensetzung gesteigert.
Die Regel, daß eine Kupfer-Zink-Legierung um
s 9 röter aussieht, je höher der Kupfergehalt,
gilt aber nur bei mehr als 70 0/0 Kupfer. Hin
gegen ist eine Legierung aus gleichen Teilen
beider Metalle röter als eine solche aus 80 °/o
Kupfer und 20 0 /o Zink. Zur Darstellung des M.
w urde früher Galmei mit zerkleinertem Kupfer
Ut M Kohlenstaub direkt zusammengeschmolzen,
fahrend man heutzutage stets von den reinen
Metallen ausgeht. Die letzteren werden zunächst
Itl kleineren Tiegeln im Gemisch mit Kohlenklein
Un d mit Kohlenstaub überschichtet zum Schmel-
V n , erhitzt, dann wird der Inhalt aller Tiegel ver-
e 'nigt, gerührt und abgeschäumt und in Mulden
begossen. Die erstarrte, noch heiß zerschlagene
Masse liefert das Rohmaterial für Gelbgieße-
V le n. das sog. Stückmessing. Zur Herstellung
es von Pumpen- und Spritzenfabrikanten, Gra
vuren und Gürtlern benutzten Tafelmessings,
''urd (jj e geschmolzene Legierung zwischen zwei
sroße, rnit Lehm und Kuhmist überzogene Gra
bplatten gegossen. Die 6—20 mm dicken Platten
MI1 d zunächst raüh und durch Oxyd geschwärzt
und werden daher durch Beizen, Schaben, Ho
beln oder durch Glätten zwischen stählernen
Walzen weiter vorgerichtet. Durch mehrmaliges
Strecken der Platten entsteht das Messing
blech und aus letzterem das Drahtband, wel
ches die Drahtzieher verarbeiten. M. wird häu
figer als Kupfer und Zink allein verarbeitet,
weil es die guten Eigenschaften beider Metalle
vereinigt und doch billiger als Kupfer ist. Es
übertrifft das Kupfer an Härte und Widerstands
fähigkeit gegen Atmosphärilien und besitzt eine
schönere Farbe und große Politurfähigkeit, Wie
Kupfer ist M. in der Kälte sehr dehn- und
hämmerbar, läßt sich mit Leichtigkeit strecken,
treiben, zu dem dünnsten Blech auswalzen und
zu feinstem Draht ausziehen. Wegen seiner
Dünnflüssigkeit füllt es die Formen gut aus und
gibt dichte Güsse. — Als besondere Arten des
Messings sind zu erwähnen: Prinzmetall mit
67—75 0/0 Kupfer und 25—33°/o Zink, C ui vre-
poli, Glanzmessing für Möbelbeschläge u. dgl.,
Chrysorin aus 60 °/o Kupfer und 4o°/o Zink,
Platine, eine weiße Legierung aus 43 °/o Kupfer
und 570/0 Zink. Durch geringe Zusätze anderer
Metalle erhält man: Yellow metall aus 6o°/o
Kupfer, 40% Zink und 2 °/o Eisen, Deltametall
(s.d.), Duranametall mit 650/0 Kupfer, 290/0 Zink,
1,5% Eisen, 1,50/0 Aluminium, 2°/o Zinn und
Antimon, Aluminiummessing mit 8 °/o Alu
minium. Die ebenfalls hierher gehörenden Leo
ninischen Waren aus vergoldetem Draht und
Lahn, die Tressen, Kantillen und Quasten wer
den nach dem Verfahren der Zementation in
der Weise hergestellt, daß man die kupfernen
Drähte und Bleche in feuerfesten, luftdicht ver
schlossenen Kasten zugleich mit Zink erhitzt.
Das, Zink verdampft und verbindet sich mit
dem Kupfer auf der Oberfläche der Gegen
stände zu Messing.
Metallbeizen sind Lösungen von Säuren und
Salzen oder Gemischen beider, welche dazu
dienen, die Oberfläche metallener Gegenstände
zu reinigen, zu mattieren oder dunkler zu färben.
Zum Reinigen und Blankmachen (Abbrennen)
benutzt man für Kupfer und seine Legierungen
meist ein Gemisch von Schwefelsäure und Sal
petersäure, für Zink und Eisen verdünnte Schwe
felsäure allein. Eine mattierte und gemusterte
Oberfläche entsteht bei Anwendung von Sal
peterschwefelsäure mit einem Zusatz von Zink
vitriol und Kochsalz oder Salmiak. Die Dunkel
färbung (das Brünieren) wird bei Kupfer durch
Behandlung mit einer wäßrigen Lösung von
Kupferazetat, Salmiak und verdünnter Salpeter
säure, bei Eisen (Gewehrläufe) durch eine Ätzung
mit Salpetersäure und nachfolgende Behand
lung mit Silbernitratlösung erzielt.
Metanilgelb (Orange MN, Tropaeolin G.
Viktoriagelb), ein seit 1882 bekannter Azo
farbstoff, findet sich in verschiedenen Arten
im Handel. Das eigentliche M., ein braun
gelbes, in Wasser mit orangegelber Farbe lös
liches Pulver, besteht aus dem Natronsalze des
Metaamidobenzolsulfosäureazodiphenylamins, C 18 ,
H u N 3 S0 3 Na, und färbt Wolle im sauren Bade
orangegelb. Die Sulfosäure des M. führt die
Bezeichnung Metanilgelb S. Metanil
orange I wird durch Einwirkung von Meta-