Pomeranzenöl
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Portwein
engl. Orange peas) haben die Größe einer Erbse
bis zu der einer Kirsche und eine rauhe, runzelige
Oberfläche von grünlichbrauner Farbe und ent
halten Hesperidin und ätherisches Öl. Man
verwendet sie zu Tinkturen und bitteren Likören.
— Von der Spielart Citrus Aurantium spata-
forma kommen die frischen Schalen in Zucker
eingemacht unter dem Namen Orangeat in den
Handel (vgl. Chinois). ’
Pomeranzenöl (lat. Oleum corticis aurantio-
tum, frz. Essence d’Oranges, engl. Oil of oranges),
das durch Auspressen der Pomeranzenschalen
gewonnene ätherische Öl, kommt als süßes und
bitteres in den Handel. Das gelbe bis gelb
braune süße Pomeranzenöl von Citrus Au
rantium, hat ein spez. Gew. von 0,848—0,853
Und dreht bei 20° zwischen —f— 95 0 30' und —[— 98
Das ebenso gefärbte bittere P. aus den
Fruchtschalen von Citrus A. Bigaradia
Unterscheidet sich Vom süßen hauptsächlich
durch den bitteren Geschmack und das ge
ringere Drehungsvermögen (+89 bis -[-94 0 ).
Spez. Gew. 0,852—0,857. Das bittere P., welches
die teurere Sorte darstellt, findet nur zur Her
stellung von Likören Verwendung, das süße
außerdem auch in der Parfümerie.
Ponceau. Diesen Namen führen zahlreiche
Hnander ähnliche Teerfarbstoffe, die sämt
lich vom Betanaphthol abstammen. Durch Be
handlung mit konzentrierter Schwefelsäure ent
stehen zwei isomere Disulfosäuren, welche durch
die verschiedene Löslichkeit ihrer Natriumsalze
J n Alkohol voneinander getrennt werden können.
Hie Säure des in Alkohol unlöslichen Natrium
salzes R wird mit A bezeichnet und gibt bei
der Behandlung mit den höheren homologen
Gliedern des Diazobenzols sehr schöne ponceau-
tote Farbstoffe, während die Säure des in Alko
hol löslichen Natronsalzes G, die man mit B be-
Jrichnet, mit jenen Homologen mehr gelbstichige
Farbstoffe liefert. Dadurch, daß man bald das
e >ne, bald das andere dieser Salze auf die Diazo-
Ve rbindungen des Benzols, Toluols, Xylols, Ru-
dtols, Äthylxylols oder Mesithylens einwirken
hißt, erhält man eine große Anzahl ähnlicher
^arbstoffe von verschiedenen Tönen, die in der
Färberei Verwendung finden. So sind Ponceau
1 1 3 R, 3 RB und S extra dem Biebricher Schar-
*ach ganz ähnlich. Ponceau G, GT, 2 G, 4GB
vs. Krozeinorange) und RT sind rote Pulver, die
tv°lle mehr orangerot färben, 3 G und 3 I färben
I°t- Ponceau 2R ist Xylidinpönceau (s. d.);
{ °nceau 3R (Kuinidinponceau) wird aus Diazo-
hurnolchlorid und ß-Napbtoldisulfosäu.re her-
Sostellt. Ponceau 4R und 6R (s.Neukokzin).
v°nceau s R ist ein Diazofarbstoff aus Amido-
^obenzol- und ß-Naphtoltrisülfosäure. Ponceau
4Rß ist gleich Krozeinscharlach.
Popelins (Popeleens), leichte durchsichtige
Gewebe zu Damenkleidern, wurden ursprünglich
au , s Seide gewebt, sind aber jetzt meist halb-
Se ’tlen, mit Einschlag von Kammgarn oder Baum
wolle, und in allen gangbaren Farben, glatt oder
Setnustert, vorhanden. Popeline de laine be-
ste ht nur aus Kammgarn.
. Porphyr nennt man Eruptivgesteine, die in
einer dichten odersehr feinkörnigen Grundmasse
l'hlreiche größere Kristalle oder Kristalltrümmer
41 ernlich gleichmäßig verteilt eingeschlossen ent
halten und deshalb auf Schlifflächen ein getüp
feltes oder gesprenkeltes Aussehen zeigen. Der
verbreitetste und für die Technik wichtigste
ist der quarz führende oder Relsitporphyr,
auch roter P. genannt, weil ihm diese Farbe in
seiner Grundmasse, wenigstens in gewissen Ge
birgen eigen ist, der aber auch grau, braun, grün
lich, gelblich oder bläulich erscheinen kann.
Seine Grundmasse ist ein inniges Gemenge von
Feldspat und Quarz, von dem sich die eingestreu
ten Körner oder Kristalle von Feldspat oder
Quarz in helleren weißlichen, rötlichen und an
deren Tönen abheben. Im' unbehauenen Zustande
benutzt man den P. als Baustein für Grund
bauten, bisweilen auch als Pflasterstein, zer
schlagen als Unterlage für Kunststraßen. Ver
möge seines hohen Kieseigehaltes ist er sehr
hart, dabei hoher Politur fähig und daher seit
alten Zeiten zu Kunstwerken, wie Vasen, Schalen,
Urnen, Tischplatten, Säulen und anderen bau
lichen Verzierungen benutzt worden. Am schön
sten kommt der rote P. im Ural- und Altai
gebirge sowie in Schweden (Elfdalen) vor. Die
Alten bezogen ihn von den Küsten des Roten
Meeres und vom Sinai. Grüner P., mit schwärz
lichgrüner Grundmasse und reichlich eingestreu
ten weißlichen oder hellgrünlichen Kristallen
findet sich auf Korsika, in Oberitalien und man
chen Gegenden am Rhein, schwarzer P., mit
schwarzem Grund und weißen Feldspatkristallen,
auf Korsika, solcher mit schwarzgrünem Grund
und weißen Albitkristallen zu Beresowsk in Si
birien.
Porschkraut (lat. Herba ledi palustris, frz.
Rosmarin sauvage, engl. Wild rosmary), das
Kraut der im nördlichen Europa heimischen Eri-
kazee Ledum palustre, besitzt grüne, dem
Rosmarin ähnliche braunfilzige Blätter mit kur
zen Stielen, starkem Geruch und aromatischem
Geschmack. Wegen des in ihm vorhandenen äthe
rischen Öls, das den giftigen Ledumkampfer
enthält, findet es als Mittel gegen Keuchhusten
und Rheumatismus, äußerlich zu Bädern sowie
zur Vertreibung von Motten, Wanzen und ähn
lichem Ungeziefer Verwendung.
Porter nennt man in Deutschland alle dunklen
englischen Biere, während in England nur die
leichten dunklen Biere, das gewöhnliche Getränk
der arbeitenden Klasse, so bezeichnet werden,
die schwereren Exportbiere aber Stout (Double-
Stout, Extra-Stout, Brown-Stout) heißen. Der
Stout wird aus einem Gemisch von hellem und
dunklem Malz unter Zusatz von Farbmalz und’
Zucker hergestellt. Der Hopfenzusatz ist gering.
Porter wird in verschiedenen Stärken von 28 °/o,
20—230/0, 15—18 0/0 und 12—150/0 Stammwürze-
gehalt eingebraut. Der Alkoholgehalt der stär
keren Sorten beträgt gegen 5 °/o.
Portwein, ein zu den süßen Südweinen gehö
render, stark alkoholischer Wein, wird in Portu
gal in der Weise hergestellt, daß man den sehr
dunklen Most nach beendeter Gärung mit Spiri
tus versetzt. Bei geringeren Jahrgängen erfolgt
außerdem ein Zusatz von Jerropiga, einem
nach Art der Aropa eingedickten Moste sowie von
Holunderbeerextrakt. Der P, enthält neben etwa
80/0 Extrakt mit 6°/o Zucker, 0,40/0 Weinsäure,
0,340/0 Glyzerin und 0,2 °/o Asche, 16—170/0 Al
kohol. Nach längerem Lagern scheidet derWein