Arsenik
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Artillerieholz
arsensaurem Kupfer bestehenden grünen Farben
(s. Schweinfurter Grün).
Arsenik (lat. Arsenicum, frz. und engl. Arsenic)
schlechthin oder weißer A. ist de arsenige Säure.
Außerdem bezeichnet man im Handel und Verkehr
das metallische Arsen (s. d.) als grauen
oder schwarzen A., die Schwefelverbindungen
hingegen als gelben oder roten A. Der weiße
Arsenik, in chemischer Hinsicht arsenige Säure
oder Arsentrioxyd (As 2 0 3 ), findet sich in der
Natur als Oxydationsprodukt arsenhaltiger Erze
in Form der Arsenikblüte' und wird« hüttenmännisch
im großen beim Rösten von Arsenerzen
in Flammenöfen gewonnen. Die hierbei
verflüchtigte und in gemauerten Kanälen mit
Kühlkammern wieder verdichtete arsenige Säure
kommt entweder als weißes Pulver (Giftmehl,
Arsenmehl, Hüttenrauch, Hüttenmehl, lat. Arsenicum
album pulveratum, Acidum arsenicosum,
frz. Acide arsdnieux, Arsenic blanc, engl.
Arsenious Add, White Arsenic) oder als geschmolzene,
farblose, glasartige, bald undurchsichtig
werdende Masse (porzellanartige arsenige
Säure, Arsenikweißglas) in den Handel. Zur
weiteren Reinigung kann sie noch einer besonderen
Sublimation unterworfen werden. Die
arsenige Säure verwandelt sich beim Erhitzen
auf 2i8°, ohne zu schmelzen, in einen geruchlosen
Dampf, der sich an kälteren Teilen wieder
zu glänzenden oktaedrischen Kristallen verdichtet.
Beim Glühen mit einem Kohlesplitter
im einseitig geschlossenen Glasrohr entsteht ein
schwarz glänzender Spiegel von metallischem
Arsen unter gleichzeitigem Auftreten von Knoblauchgeruch.
Arsenik ist in kaltem Wasser nur
wenig, in heißem Wasser leichter löslich und
wirkt schon in Menge von 0,005—°>°5 S giftig,
in Dosen von 0,1—0,3 g tödlich. (Gegengift:
frisch gefälltes Eisenhydroxyd Antidotum
Arsenici.) Als Gift der Abteilung I
darf A. nur von Apothekern und Drogisten
mit Erlaubnis zum Gifthandel der Abteilung 1
gegen Giftschein an bekannte Personen, und
zwar als Mittel zum Vertilgen von Ungeziefer,
Ratten, Füchsen und Mardern, nur mit einer
in Wasser leicht löslichen grünen Farbe gefärbt,
verkauft werden. Arsenik dient in der chemischen
Industrie als Ausgangsmatcrial zahlreicher
Arsenpräparate und findet in der Technik
Anwendung zur Herstellung optischer Gläser,
von Schweinfurter Grün, zum Konservieren von
Tierbälgen, zur Behandlung von Haaren in der
Hutmacherei und als Beize' in der Färberei und
Druckerei. Hingegen ist er, wie auch die verwandte
Arsensäure (As 2 0 6 , Ars.enpentoxy d,
lat. Acidum arsenicicum, frz. Acide arsenique,
engl. Arsenic Acid) aus Anilinfarben-, besonders
Fuchsinfabriken, jetzt vollständig verdrängt. —
Der rote Arsenik (Arsenrotglas, Arsenrubin,
Rubinschwefel, Realgar, lat. Arsenicum
sulfuratum rubrum, frz. Rdalgar, Sulfure
rouge d’arsdnic, engl. Realgar), in chemischer
Hinsicht Arsendisulfid (Arsensulfür, Z-weifach
Schwefelarsen, eine Verbindung von 75 Teilen
Arsen und 32 Teilen Schwefel (as> 3 ) findet
sich in der Natur ziemlich selten in schön rubinroten
Kristallen (Andreasberg a. H., Vesuv,
•St. Gotthard), wird aber meist künstlich durch
Destillation von Arsenik und Schwefelkies dargestellt
und bildet dann rubinrote bis braunrote,
mehr oder weniger durchscheinende Stücke von
muschligem Bruch und siegellackähnlichem Aussehen.
Während das reine Arsensulfür ungiftig |
ist, wirkt das im Handel vorkommende Kunstprodukt
wegen seines wechselnden Gehaltes an I
arseniger Säure giftig. Es findet Anwendung in 1
der Feuerwerkerei zur Herstellung des indischen i
Weißfeuers, ferner zum Enthaaren von Fellen, i
in der Schrotherstcllung und zum Reduzieren 1
von Indigo in der Zeugdruckerei. — Gelber 1
Arsenik (Arsengelbglas, Arsenpigment,
gelbes Schwefelarsen, Operment,Rauschgelb,
Auripigment, lat. Arsenicum sulfu- |
ratum citrinum seu flavum, frz. und engl.
Orpimcnt) hat als Mineral (Harz) die Zusam- |
mensetzung des Arsentrisulfids (As 2 S 3 ) und ist |
ungiftig, während die künstlich durch Sublima- j
tion von Arsenik mit Schwefel hergestellte
Verbindung erhebliche Mengen, bis zu 900/0,
arsenige Säure enthält und daher giftig wirkt.
Das zitronen- bis orangegelbe Pulver, welches j
beim Erhitzen dunkler bis braunrot wird, bildet j
im Gemische mit Kalk und Wasser das Enthaarungsmittel
der Orientalen (Rhusma) und
findet als Königsgelb, Chinagelb, Per- !
sischgelb, Spanischgelb beschränkte An- 1
Wendung in der Ölmalerei. Alle unter der Be- I
Zeichnung „Arsenikalien“ zusammengefaßten j
Arsenverbindungen des Handels werden nur
dann zum Eisenbahntransporte zugclassen, wenn j
sie in doppelte Fässer oder Kisten verpackt
sind, auf welchen mit schwarzer Ölfarbe die
Worte „Arsenik (Gift)“ in leserlichen Buch- j
staben angebracht sind. Die Böden der Fässer j
müssen mit Einlagereifen, die Deckel der Kisten
mit Reifen oder eisernen Bändern gesichert wer- j
den. Die inneren Fässer oder Kisten sind von 1
starkem, trocknem Holze zu fertigen und inwendig
mit dichter Leinwand oder ähnlichen
dichten Geweben zu verkleben, oder es werden I
Eisentrommeln mit Holzüberfässern verwendet, j
Diese Vorsichtsmaßregeln sind vorgeschrieben, j
damit eiqe Verstaubung nicht eintreten kann. ;
Arsenjodid (Arscnjoclür, Jodarsen, lat. Ar- '
senium jodatum, frz.Jodure d’arsenic, ertgl. Ar- :
senious jodide) besteht aus roten, glänzenden, j
hexagonalen Kristallen, welche von Alkohol unverändert,
von Wasser unter Zersetzung gelöst j
werden. Die sehr giftige Substanz wird, beson- I
ders in Form der Donovanschen Lösung j
(Arsenjodid, Quecksilberbijodid und Kalium- .
jodid), gegen Krebs, in Form von Salben auch j
gegen Lupus, verordnet.
Arsenwässer, heilkräftige Mineralwässer von i
Leviko,Roncegno,Kudowa,Baden-Baden, welche j|
gelöstes Arsen in Menge von 3—9 mg in 1 I
enthalten.
Artillerieholz nennt man die zur Herstellung ,
der Holzteile an Feldkanonen geeigneten rohen !
Holzarten. Für Felgen, Speichen und Naben der -
Kanonenräder benutzt man das gewöhnliche ’
Stellmacherholz, namentlich von Buchen, Hainbuchen,
Eschen, Ulmen, Eichen und Ahorn. Das ’
Lafettenholz wird am besten aus Ulmenholz,
womöglich von Ulmus suberosa, geschnitten.
Wegen der Seltenheit dieses Holzes werden
auch astfreie Eichen und starke Rotbuchen verarbeitet.