Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Sandpapier

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Santonin

blaßgelbe,  sehr  dickflüssige,  kratzend  schmekkende
  Flüssigkeit  von  anhaltendem  aromatischen
Gerüche.  Das  spez.  Gew.  beträgt  0,974—0*985,
die  Linksdrehung  im  too-mm-Rohr  —16  bisao 0 .
Das  Öl  besteht  zu  90  °/o  und  darüber  aus  zwei
isomeren  Alkoholen,  a-  und  ß-Santalol,  und
im  übrigen  aus  einer  ganzen  Reihe  von  Verbindungen, ­
  von  denen  hier  die  Kohlenwasserstoffe ­
  Santen  und  Santalen,  die  Alkohole  Saintenonalkohol
  und  Teresantalol,  die  Aldehyde
Nortrizykloeksantalal  und  Santalal,  die  Ketone
Santenon  und  Santalon  sowie  die  Teresantalsäure
  und  Santalsäure  genannt  seien.  Es
löst  sich  in  fünf  Teilen  7o°/oigem  Alkohol.  Das
sog.  westindische  S.  von  Amyris  balsamifera
unterscheidet  sich  von  dem  echten  oder  ostindischen ­
  durch  seine  Unlöslichkeit  inyoo/oigem
Alkohol,  seine  Rechtsdrehung  und  das  niedrigere
.spez.  Gew.  (0,950—0,970).  Es  enthält  u.  a.  das
Sesquiterpen  Kadinen  und  den  Alkohol  Amyrol,
aber  kein  Santalol.  Das  echte  S.  wird  als
Parfüm,  hauptsächlich  aber  in  Gelatinekapseln
(Santal  Midy)  gegen  Tripper  angewandt.
Sandpapier  (Flintpapier)  wird  in  gleicher
Weise  wie  Glaspapier  (s.  d.)  hergestellt  und  benutzt. ­

Sandriedgraswurzel  (Sands  eggen  wurzel,
deutsche  Sassaparille,  lat.  Rhizoma  caricis,
  frz.  Racine  de  carex,  engl.  Carex  root).  Das
Sandriedgras  oder  die  Sandsegge,  Carex
arenaria,  ist  auf  dem  Küsten-  und  Dünensand
der  Nord-  und  Ostsee  sowie  landeinwärts  auf
unfruchtbarem  Sandboden  weit  verbreitet  und
nützt  durch  die  sehr  langen  Kriechwurzeln,  welche ­
  dem  lockeren  Sande  Halt  verleihen.  Die
Wurzeln  oder  Ausläufer  werden  im  Frühjahr  gesammelt ­
  und  getrocknet  und  in  etwa  2  m  langen
Bündeln  zum  Verkauf  gebracht.  Sie  sind  etwa
federkieldick,  außen  hellbräunlich,  innen  weiß
und  durch  Knoten  gegliedert,  von  denen  die
kleinen  fadenförmigen  Wurzeln  ausgehen.  Frisch
hat  die  Wurzel  einen  harzig-balsamischen  Geruch, ­
  der  beim  Trocknen  verschwindet,  und  einen
süßlich  und  schwach  bitteren  Geschmack.  Sie
dient  offizineil  als  blutreinigendes  Mittel.  —  Die
Wurzel  des  weit  verbreiteten  rauhen  Riedgrases ­
  (Carex  hirta),  welche  hier  und  da
ebenfalls  gesammelt  wird,  sieht  äußerlich  rotbraun ­
  aus  (daher  rote  Queckenwurzel)  und
bildet  kürzere  Stücke,  so  daß  die  Bündel  nur
6  dm  lang  sind.
Sandsteine  (frz.  Gres,  engl.  Sand-stone),  zu
den  Sedimentgesteinen  gehörige  Gebirgsarten,
kommen  nach  Farbe,  Härte  und  Nebenbestandteilen ­
  in  sehr  verschiedenen  Formen  vor,  bestehen ­
  aber  immer,  als  alte  wieder  zusammengebackene ­
  Sandlager,  aus  feineren  oder  gröberen
Quarzkörnern,  die  durch  irgendein  zwischengelagertes ­
  Bindemittel  zusammengehalten  werden. ­
  Je  nach  diesem  Zwischenmittel  unterscheidet ­
  man  tonigen,  mergeligen,  kalkigen  und  kieseligen
  S.,  von  denen  letzterer  der  härteste  und
beste  ist.  Der  Farbe  nach  gibt  es  ganz  weiße,
ferner  graue,  gelbliche,  grünliche  und  rote.  Der
färbende  Bestandteil  der  roten  und  gelblichen
Steine  ist  meist  Eisenoxyd.  Oft  erscheinen  die
Steine  durch  abwechselnde  verschiedenfarbige
Lagen  streifig  oder  geadert.  S.  werden  viel  als
Baumaterial  sowie  zu  Mühl-  und  Schleifsteinen

benutzt  und  in  dieser  Form  oft  weit  befördert.
Als  Baumaterial  können  sie  nur  da  versandt
werden,  wo  Flüsse  und  Ströme  wohlfeile  Verfrachtung ­
  ermöglichen,  wie  in  der  sächsischen ­
  Schweiz  (Quadersandstein),  ferner
auf  der  Mosel  bei  Trier,  Weser  u.  a.  Die
feinen  und  dichten  Steine  dienen  auch  zu  Steinund
  Bildhauerarbeiten,  wie  Tür-  und  Fenstersimsen, ­
  baulichen  Verzierungen,  Denkmälern
und  Statuen.  Gewisse  tonige  Sorten,  die
weder  zu  Bauten  noch  anderen  Zwecken  geeignet ­
  sind,  finden  wegen  ihrer  Feuerfestigkeit
als  sog.  Gestellsteine,  d.  h.  zum  Ausbau  der
heißesten  Teile  an  Eisenhochöfen,  technische
Verwendung.
Sanikel  (Saunikel,  lat.  Folia  saniculae,  frz.
Feuilles  de  sanicle,  engl.  Sanicle  leaves),  die  dreilappigen,
  ungleich  gezähnten  Blätter  der  in  Europa, ­
  im  nördlichen  Afrika  und  Mittelasien  heimischen ­
  Umbellifere  Sanicula  europea,
haben  einen  herben,  zusammenziehenden  Geschmack ­
  und  werden  in  der  Volksmedizin
gegen  Lungenleiden  verwandt.
Santonin  (Santoninsäureanhydrid,  lat.
Santoninum,  frz.  Santonine,  engl.  Santonin)  ist
der  wirksame  Bestandteil  des  sog.  Wurmsamens
(s.  d.),  aus  dem  es  fabrikmäßig  dargestellt  wird.
Zu  seiner  Gewinnung  kocht  man  den  Wurmsamen ­
  mit  verdünnter  Kalkmilch  aus,  zersetzt
die  so  erhaltene  Lösung  des  santonsauren  Kalkes ­
  mit  verdünnter  Salzsäure,  wodurch  das  S.
ausgefällt  wird,  entfernt  das  gleichzeitig  mit
abgeschiedene  Harz  durch  Behandlung  mit  heißem ­
  ammoniakalischen  Wasser  und  kristallisiert
das  noch  gefärbte  S.,  nach  Behandlung  seiner
alkoholischen  Lösung  mit  Tierkohle,  aus  Alkohol ­
  um.  Die  Ausbeute  beträgt  1,8—2,30/0.
Seit  einigen  Jahren  wird  in  Deutschland  nur
noch  wenig  S.  hergestellt,  da  eine  Fabrik  in
Taschkend  wegen  Ersparung  der  Transportkosten ­
  den  Samen  direkt  auf  S.  verarbeitet.
Man  erhält  das  reine  S.  in  schön  glänzenden,
weißen,  tafelförmigen  Kristallen,  die  geruchlos
und  geschmacklos  sind,  aber  in  alkoholischer
Lösung  stark  bitter  schmecken.  Der  Schmelzpunkt ­
  liegt  bei  170 0 .  In  Wasser  ist  das  S.  kaum
löslich  und  gegen  Lackmus  indifferent.  In
chemischer  Hinsicht  ist  es  das  Anhydrid  der
einbasischen  Santoninsäure,  C 16 H 20 O 4 ,  und
der  Formel  C 15 Hi 8 0 3  entsprechend.  Durch
Kochen  von  santoninsäurem  Barium  mit  Barytwasser ­
  entsteht  eine  neue,  aber  isomere  Säure,
die  Santonsäure.  Im  zerstreuten  Tageslichte,
schneller  im  direkten  Sonnenlichte,  färbt  sich
das  S.  gelb  und  muß  daher  in  schwarzen  Gläsern ­
  im  Dunkeln  aufbewahrt  werden.  Sein  Hydrat, ­
  die  Santoninsäure,  erleidet  dagegen  im
Sonnenlichte  keine  Farbenveränderung.  Will  man
gelb  gewordenes  S.  wieder  entfärben,  so  muß
man  es  aus  Alkohol  Umkristallisieren.  Das  S.
wie  auch  das  santoninsaure  Natrium  (lat.  Natrium ­
  santoninicum,  frz.  Santonate  sodique,  engl-Santonate
  of  Sodium)  wird  gegen  Spulwürmer
den  Kindern  gewöhnlich  in  Form  kleiner  Tabletten ­
  aus  einer  Eiweiß  und  Zucker  enthaltenden
leichten  Schaummasse  von  kegelförmiger  Gestalt, ­
  sog.  Santoninzeltchen  (lat.  Trochisci
santonini,  frz.  Pastilles  de  santonine,  engl.  Santonin ­
  Lozenges)  verabfolgt,  von  denen  die  schwä ­
            
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