Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Taxin

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Tee

nach  oben  verästelten  Stengel,  gegenüberstehende,
länglichovale  Blätter  und  sehr  kleine,  trichterförmige, ­
  dünnröhrige,  fünfspaltige,  rosenrote,  seltener ­
  weiße  Blüten,  die  eine  flache  Trugdolde
bilden.  Das  blühend  ohne  die  stärkeren  Stengelteile ­
  gesammelte  Kraut  ist  geruchlos,  schmeckt
aber  intensiv  und  rein  bitter  und  wird  in  Form
von  Abkochungen  und  Extrakten  zu  bitteren
Magenmitteln  wie  Enzianwurzel  gebraucht.  Außerdem ­
  verwendet  man  dasselbe  zum  Bittermachen
von  Likören.
Taxin,  ein  in  den  Blättern  von  Taxus  baccata
  (siehe  Eibenbaumblätter)  enthaltener
Giftstoff,  gehört  zu  den  stickstoffhaltigen  organischen ­
  Basen  und  bildet  ein  in  Alkohol  und
Äther  lösliches,  weißes,  kristallinisches  Pulver
von  bitterem  Geschmack.  Man  gewinnt  es  durch
Extraktion  der  Taxusblätter  mit  Äther,  Abdestillieren ­
  des  letzteren,  Behandeln  des  Rückstandes
mit  angesäuertem  Wasser  und  Fällen  mit  Ammoniak. ­
  T.  ist  für  medizinische  Zwecke  empfohlen ­
  worden.
Teakholz.  Der  auch  als  indische  Eiche
bezeichnete  Teakbaum,  Tectonia  grandis,
der  als  einer  der  höchsten  aller  Bäume  in  den
hoch  und  trocken  liegenden  Wäldern  Ostindiens
vorkommt,  zeichnet  sich  durch  schnelles  und
gerades  Wachstum  aus  und  erreicht  in  100  Jahren
seine  volle  Stärke.  Das  hellbraune,  poröse  und
ölhaltige  Holz,  das  sich  gut  bearbeiten  läßt,
bildet  wegen  seiner  Widerstandsfähigkeit  gegen
Wurmfraß  und  seiner  Haltbarkeit  im  Wasser,  die
dreimal  größer  als  diejenige  des  Eichenholzes  ist,
einen  gesuchten  Rohstoff  für  Wasserbauten.  Vor
allem  wird  es  beim  Schiffsbau,  u.  a.  als  Unterlage ­
  für  die  Panzerplatten  der  Kriegsschiffe  benutzt. ­
  Infolge  der  regen  Nachfrage  sind  die  Bestände ­
  bereits  stark  gelichtet,  nur  auf  Malabar,
Java  und  Zeylon  ist  der  geschätzte  Baum  noch
in  größeren  Mengen  erhalten,  und  man  hat
daher  neuerdings  künstliche  Pflanzungen  angelegt. ­
  Die  Blüten  und  Blätter  der  T.  werden
in  den  Tropen  gegen  Cholera  und  Harnleiden
angewandt.  —  Australisches  T.  stammt  von
Endiandra  glauca,  afrikanisches  T.  von
Oldfielda  africana  und  Pterocarpus  erittaceus.
  Beide  sind  vortrefflich  für  denBau  von
Eisenbahnwagen  geeignet.
Tee  (lat.  Thea,  frz.  Thd,  engl.  Tea)  besteht
aus  den  zusammengerollten  und  getrockneten
Elättern  des  zu  den  Ternströmiazeen  gehörigen ­
  Teestrauches,  Thea  chinensis,  eines
immergrünen  Strauches  oder  kleinen  Baumes,
der  in  China  und  Japan  heimisch,  nach  Java,
Indien  und  Amerika  verpflanzt  worden  ist.  Er
ist  wild  wachsend  bis  zu  to  m,  angebaut  aber
höchstens  3  m  hoch,  trägt  glänzend  kahle,  lederartige ­
  Blätter,  weiße  oder  rosenrote  Blüten  und
dreifäcberige,  dreisamige  Kapseln  mit  kirschkerngroßen, ­
  glänzend  braunen  Samen.  Nach  der
Größe  der  Blätter  unterscheidet  man  den  kleinu
 nd  dickblättrigen  T.  (Thea  chinensis  microphyllä)
  in  China  und  Japan  mit  4—7  cm
'angen,  2—3  cm  breiten  Blättern  und  den  als
eigentliche  Stammpfianze  betrachteten  groß-  und
dünnblättrigen  oder  Assam-T.  (Thea  chi-■tensis
  assamica)  in  Ostindien  und  Zeylon  mit
•o—14  cm  langen  und  4—5  cm  breiten  Blättern.
Weniger  wichtige  Abarten  sind  T.  viridis  mit

langen,  breitlanzettlichen,  T.  Bohea  mit  kurzen,
verkehrt  eiförmigen,  und  T.  st  riet  a  mit  schmalen
Blättern.  Der  T.  wächst  in  China  zwischen
25  und  31 0  n.  Br.,  geht  aber  auch  bis  zu  40 0
n.  Br.  hauptsächlich  in  Betg-  und  Plügelland.
Man  baut  ihn  in  ganzen  Hainen  oder  in  Reihen
zwischen  Feldern  und  selbst  auf  Dämmen  der
Reisfelder  in  leicht  sandigem,  ajber  gut  gedüngtem ­
  Boden.  Die  aus  Samen  gezogenen  Pflänzlinge ­
  werden  in  Abständen  von  1,25  m  gepflanzt
und  im  dritten  Jahre  auf  etwa  60  cm  gestutzt.
Man  hält  die  Sträucher  beständig  unter  dem
Schnitt  in  I—3  m  Höhe,  lockert  häufig  die
Erde,  beseitigt  das  Unkraut  und  düngt  mäßig.
Nach  sieben  Jahren  werden  alle  Schößlinge  zu
neuem  Stockausschlag  abgeschnitten  und  treiben
dann  sehr  zarte  Blätter.  Die  Ernte  erfolgt  vierbis
  fünfmal  im  Jahre.  Im  Februar  und  März
pflückt  man  die  glänzenden,  eben  aus  der  Knospe
entfalteten  Blättchen  mit  weißer  Behaarung,  die
sog.  Teeblüten  (Pekko),  und  danach  in  Abständen ­
  von  1V2  Monaten  bis  zum  Oktober  die
später  entwickelten  Blätter,  von  denen  diejenigen
der  ersten  Ernte  die  besten  sind.  Zur  weiteren
Verarbeitung  werden  zwei  verschiedene  Verfahren
eingeschlagen,  je  nachdem  man  grünen  oder
schwarzen  Tee  zu  erhalten  wünscht.  Zur  Darstellung ­
  des  grünenT.  werden  die  Blätter  gleich
nach  dem  Pflücken  schwach  gedämpft,  mit  den
Händen  gerollt  und  in  Pfannen,  auf  freiem  Feuer
rasch  geröstet,  wobei  sie  ihre  grüne  Farbe  behalten. ­
  Der  schwarze  T.  entsteht  dadurch,  daß
man  die  schwach  erhitzten  Blätter  2—3  Tage
lang  einer  Gärung,  nach  Art  der  Braunheubereitung ­
  überläßt  und  dann  trocknet.  Durch  die
Einwirkung  von  Enzymen  (Oxydasen)  wird  hierbei ­
  ein  besonderes  Aroma  entwickelt,  ein  Teil
des  Gerbstoffs  zerstört  und  die  grüne  Farbe  in
Schwarz  umgewandelt.  Die  Abfälle,  Zweigspitzen
und  Stengelteile,  werden,  meist  unter  Zuhilfenahme ­
  von  Gummi,  Blut  oder  anderen  Bindemitteln, ­
  zu  Backstein-  oder  Ziegeltee,  Bruchtee, ­
  Würfeltee  oder  Lügentee  zusammengepreßt. ­
  Zur  Erhöhung  des  Duftes  werden  bisweilen ­
  wohlriechende  Blätter  und  Blüten  beigemischt. ­
  —  Von  den  zahlreichen  Sorten  des
chinesischen  T.  gehören  zum  schwarzen  T.
der  aus  den  jüngsten  Zweigspitzen  mit  noch
nicht  völlig  entfalteten,  silberhaarigen  Blättern
bestehende  Pekko,  ferner  der  Kongo  oder
Concho  mit  3—8  cm  langen,  U/s—2  cm  breiten,
braunen  bis  braunroten  Blättern,  Souchong  mit
ausgewachsenen,  s  cm  langen  und  bis  2  m
breiten  bräunlichen,  ins  Violette  spielenden  Blättern ­
  und  Kapernconcho,  Kaperntee,  die
geringste  Sorte  des  schwarzen  T.  Der  feinste
grüne  T.,  der  Haysan,  aus  bläulichgrünen,
zylindrisch,  nicht  spiralig  gerollten,  seidenhaarigen
Blättern,  zerfällt  in  die  beste  Sorte  Junghaysan
und  die  geringere  Haysanskin.  Auslese  ist  der
Kaisertee,  Imperial.  Gunpowder,  der  zu
Körnchen  geformt  in  den  Handel  kommt.  Tonkay ­
  oder  Twankay  bildet  die  Mittelsorte,  Perloder ­
  Pulvertee  die  geringste.  Weiter  kommt
aus  China  noch  sog.  gelber  Tee  (Blumentee),
der  in  gleicher  Weise  wie  der  grüne  hergestellt,
aber  im  Schatten  getrocknet  wird.  Er  umfaßt
den  gelben  Oolong,  den  gelben  Mandarinenund
  Karawanentee.  Ganz  ähnliche  Erzeugnisse
            
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