Teer
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Teer
werden neuerdings. in steigenden Mengen aus
Zeylon, Ostindien und Java eingeführt. Sie besitzen
einen kräftigeren Geschmack als. der chinesische
Tee, aber ein weniger, feines Aroma.
Als wirksame Bestandteile enthält der T.
vor allem Koffein (Teein), dessen Menge zwischen
i und 5 °/o schwankt und im Mittel 2,6%
beträgt. Am reichsten an diesem Stoffe sind die
besseren schwarzen und die geringeren grünen
Sorten. Die Feinheit des T. wird aber nicht
durch das Koffein, sondern durch das in Menge
von V2—i°/o vorhandene ätherische Öl verursacht.
Der zusammenziehende Geschmack beruht
auf der Anwesenheit von Gerbstoff, der
im frischen Teeblatt etwa 20—25 °/o, im grünen
T. 16—18% und im schwarzen 10—12% ausmacht.
Um nicht zu herbe Aufgüsse zu erhalten,
empfiehlt es sich daherj den T. mit heißem
Wasser nicht zu lange, sondern nur bis zur hellgelben
Farbe ziehen zu lassen. Von anderen
Stoffen enthält der Tee noch 20—40% Protein,
3—15 0/0 Fett, Chlorophyll, Wachs und Harz,
9—iS°/o Rohfaser und erhebliche Mengen, 4 bis
8%, Mineralstoffe, die durch einen hohen Mangangehalt
ausgezeichnet sind. Wegen seines Gehaltes
an Koffein wirkt der T. anregend auf
Nerven und Gehirn, erregt aber im Übermaß
Schlaflosigkeit, Zittern und Abspannung. Der
hohe Preis veranlaßt zahlreiche Verfälschungen.
Beimischungen von fremden Blättern: Weiden
(Kanton-T.), Weidenröschen (Russischer,
Koporischer, Iwantee), Schlehen, Erdbeeren,
Eschen, Ulmen, Holunder, Rosen, Johannisbeeren
(Warschauer T.), Steinsamen (Böhmischer,
Kroatischer T.) und zahlreichen
anderen, sind beobachtet worden und wegen der
kennzeichnenden Zähne, Idioblasten und Gesamtform
des echten T. leicht nachzuweisen. Als Verfälschung
ist auch die Beimischung minderwertiger
Sorten zu guten zu betrachten. Die Untersuchung
erstreckt sich auf die Bestimmung des
Wassergehaltes (8'—12 0/0), der Asche (mindestens
3, höchstens 8o/ 0 , davon 500/0 in Wasser
löslich), des wäßrigen Extrakts (30—400/0, mindestens
240/0), des Teeins (1 o/ 0 ). Ein Mittel zur
Vorprüfung auf extrahierte Blätter bietet die
Erhitzung zwischen zwei Uhrgläsern, wobei
echte Ware ein Sublimat von Koffeinkristallen
liefert. Die Aufbewahrung des T. muß in
gut verschlossenen Gefäßen bei Lichtabschluß
erfolgen, da er leicht Gerüche anzieht und
bei Feuchtigkeit modrig wird. — Als Deutscher
Tee, Haustee, Waldtee und unter
ähnlichen Bezeichnungen sind in der Kriegszeit
vielfach Gemische verschiedener Blätter , und
Kräuter von Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren,
Waldmeister u. dgl. sowie auch Hagebuttenkerne,
Apfelschalen benutzt worden. Durch
Fermentieren der genannten Blattsorten hat
man versucht, Teesorten herzustellen, die demechten
chinesischen Tee ähneln; ob sich diese
Erzeugnisse im Verbrauche halten werden, hängt
von der Zukunft der deutschen Einfuhr ab.
Teer (lat. Pix, frz. Goudron, engl. Tar). Diesen
Namen führen alle bei der trockenen Destillation
organischer Körper entstehenden Stoffe, die eine
ölige, mehr oder weniger dickflüssige, zähe Beschaffenheit,
eine braune bis schwarze Farbe
und meist einen unangenehmen Geruch haben.
Häufig bildet der Teer ein Nebenprodukt, wie
bei der Herstellung von Leuchtgas und Holzessig.
Vielfach wird die Destillation aber auch
nur zum Zwecke der Teergewinnung ausgeführt,
wie z. B. beim Schwelen der Braunkohlen. Der
Teer ist kein einheitlicher Stoff, sondern ein
Gemisch zahlreicher verschiedener Verbindungen,
deren Art und Menge in den einzelnen Sorten
großen. Schwankungen unterliegt. Selbst in ein
und derselben Teerart, wie im Steinkohlenteer,
kann das Mengenverhältnis der- einzelnen Bestandteile
außerordentlich wechseln, je nach der
Art der Kohle und des Betriebes und besonders
der Temperatur und Dauer der Destillation. Im
Handel unterscheidet man hauptsächlich folgende
Teersorten: 1. Der Holzteer (vegetabilischer
Teer, lat. Pix liquida seu navalis,
frz. Goudron vegötal, engl. Vegetable tar), eine
schwarze bis dunkelbraune Masse von lang anhaltendem,
durchdringendem Geruch und scharfem,
bitterem Geschmack, brennt mit leuchtender,
rußender Flamme und löst sich völlig in
Alkohol, hingegen nur teilweise in Äther und
Terpentinöl. Das spez. Gew. beträgt ungefähr
1,060. Zurzeit wird der Holzteer meist als Nebenprodukt
bei der Herstellung des Holzessigs sowie
in denjenigen Gasanstalten, die noch Holz verarbeiten,
gewonnen. Doch stellt man ihn in
holzreichen Gegenden auch noch nach alter Art
in Teerschwelereien dar. Schon bei der
gewöhnlichen Meilerverkohlung läßt sich etwas
Teer gewinnen, wenn aus dem Inneren ein
schräg abfallendes Gerinne in ein verdecktes
Sammelgefäß geleitet wird. Bei der eigentlichen
Teerschwelerei benutzt, man gewöhnlich Kienholz,
harzige Wurzeln, Stöcke .»und Rinden, so
daß die übrig bleibenden Kohlen von geringem
Werte sind. Doch schwelt man bisweilen auch
andere Hölzer und schätzt namentlich den
Buchenholzteer als eine bevorzugte Sorte.
Das zuerst abfließende, dünnere und flüssig 6
Destillat (weißer T.) sieht bräunlich oder gelblich
aus, schwimmt auf Wasser und wird meist
zum Abdestillieren des Kienöls benutzt, wobei
als Rückstand weißes Pech hinterbleibt. Die
mittlere, etwas dunklere Sorte ist der Rad- oder
Wagenteer. Der letzte, dickste, schwarzbraune
und am übelsten riechende schwarze oder
Schiffsteer (lat. Pix navalis, frz. Poix noire,
engl. Pitch) dient zupa Teeren des Tauwerks und
Kalfatern hölzerner Schiffe. Der Holzteer besteht
aus Phenol, Kresol, Phlorol und ähnlichen
Körpern, ferner Brenzkatechin, Zedriret, einigen
flüssigen Kohlenwasserstoffen, et was Paraffin und
stickstoffhaltigen öligen Basen. Der Birkenteer
(lat. Oleum betulinum seu rüsci, frz. GoU'
dron de bouleau, engl. Birch tar), der in Rußland
in großer Menge erzeugt und zur Herstellung des
Juchtenleders verwandt wird, und der Buchenteer
sind durch einen höheren Gehalt an GuaJ a '
kol gekennzeichnet. Medizinisch wird Buchenteer
bei Hautkrankheiten sowie als Einreibung 5 '
mittel gegen Gicht und Rheumatismus angewand*-—.
2. Torfteer (frz. Goudron de tourbe, eng'-Turf
tar) gleicht dem aus harzarmen Hölzern g e '
wonnenen Holzteer, z. B. dem Buchenholzteer, 15
aber weniger geschätzt als der aus harzreiche 11
Hölzern bereitete Holzteer. Man erhält a 119
gutem Torf eine Ausbeute von 6—9 °/o.