China
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Chinarinde
sodium), in chemischer Hinsicht unreines Natriumnitrat,
NaNO a , findet sich in der die
Grenze zwischen Chile und Peru bildenden Wüste
Atacama, die allem Anschein nach den Boden
eines Natronsees gebildet hat, in Form von Ausblühungen,
S—7 cm dicken oberflächlichen Krusten
oder ausgedehnten Lagern von 25—150 cm
Mächtigkeit, die mit einer 50—7$ cm dicken sandigen
Tonschicht bedeckt sind. Das Mineral wird
an Ort und Stelle oberflächlich durch Umkristallisieren
gereinigt und kommt dann als sog. „Caliete“
mit 90—93%, oder neuerdings auch mit
98—99% Nitrat in den Handel. Der Versand
erfolgt in 100 kg fassenden Säcken, die leicht
Feuchtigkeit anziehen und daher trocken gelagert
werden müssen. Zum Schutz gegen Verfälschungen
läßt sich der Käufer einen bestimmten
Stickstoffgelialt von 10—15% zusichern und
durch Analyse kontrollieren. Ch. bildet eines der
wichtigsten Stickstoffdüngemittel und das Ausgangsmaterial
zur Herstellung fast aller Stickstoffverbindungen,
insbesondere der für die
Sprengstoffherstellung unentbehrliehen Salpetersäure
und des Kalisalpeters. Ep wurde daher in
ständig steigenden Mengen von Chile ausgeführt,
nach Deutschland im Jahre 1913 allein 750000 t,
und auf die Abschneidung dieser Zufuhr setzte
England große Hoffnungen für den Verlauf des
Krieges, Es wurde aber enttäuscht durch die
von deutschen Chemikern entdeckten Verfahren
zur Bindung des atmosphärischen Stickstoffs, die
unter Ammoniak, Kalziumzyanamid und Salpeter
näher besprochen werden. Nach dem Kriege wird
Deutschland voraussichtlich von Ch. völlig unabhängig
sein und vielleicht sogar Salpeter aus-,
führen können.
China heißt in England das Porzellan; daher
Ch ina clay — Porzellanton — ein in England
vorkommender, blendend weißer, voluminöser,
sehr plastischer, etwas fetter Ton, der wegen
seiner vielseitigen Brauchbarkeit nach andern
Ländern, auch nach Deutschland, ausgeführt wird.
Man braucht ihn bei uns in der Färberei als
Zusatz zu Satinierfarben, die dadurch beim Reifen
einen schöneren Glanz annehmen, in Zeugdruckereien
zur Farbenverdickung, hauptsächlich
über als Zusatz zum Papierzeug, um dem Papier
^ehr Schwere und Körper zu geben.
, China-Alkaloide (frz. Alcaloides de quinquina)
lst der Sammelname für alle in den verschiede-Chinarinden
enthaltenen Pflanzenbasen, von
denen Chinin, Chinidin, Zinchonin und
■^'nchonidin die grüßte Bedeutung besitzen.
Außer diesen kennt man noch eine ganze Reihe
v °n Alkaloiden, welche entweder nur aus ein-Ze
lnen Arten von Chinarinden erhalten wurden,
°der sich in den Mutterlaugen der Chininherst
ellung ansammeln oder aber als Umwandlungs-Zeugnisse
der natürlichen Basen anzusehen
sind. Als Vertreter dieser Ch. seien angeführt;
'Gnchotin (Hydrozinchonin), Zinchamidin(Hya
J°zinchonidin), Hydrochinidin, Hydrochi-5,
ln ._ Kuprein, Chinamin, Konchinamin,
jpbairamin, Arizin, Parizin, Kuskonin,
£°nkuskonin, Apochinin, Dikonchininund
*" a ytin. Die meisten dieser Ch. sind kristallisierte,
wohlcharakterisierte Verbindungen und wer-Ctv
'L’ besonders das wichtigste von allen, das
hinin, in besonderen Artikeln behandelt. Hingegen
ist das sog. Chinioidin des Handels, ein
Abfallprodukt aus den Chininmutterlaugen, ein
Gemisch verschiedener amorpher Basen und
wegen seiner wechselnden Zusammensetzung in
der Medizin durch die reinen Chininpräparate
nahezu völlig verdrängt. NeuereVersuche machen
es wahrscheinlich, daß demnächst die synthetische
Darstellung mehrerer Ch. gelingen wird, doch
steht die Ertragsfähigkeit derselben in Hinblick
auf den geringen Preis des Naturerzeugnisses
noch zu bezweifeln.
Chinablau, ein dem Wasserblau (s. d.) nahe
verwandter Teerfarbstoff.
Chinagras (engl. Cloth grass, China grass)
nennt man die Bastfaser von Boehmeria nivea,
einer in China und Ostindien heimischen
Nesselart, die seit den ältesten Zeiten in Asien,
später auch in Europa zu Spinnfasern und feinen
Geweben (Nesseltuch) verarbeitet wurde, bis
die Konkurrenz der Baumwolle sie in den Hintergrund
drängte. Die französische Bezeichnung
Ramie (Ramd, Rameh) soll nach einigen Angaben
für die Faser einer verwandten Pflanize,
Boehmeria tenacissima, nach anderen lediglich
für verarbeitetes Ch. gelten. Der Anbau
des Ch., der sich über die ganze Erde zwischen
dem 43. Grad nördlicher und südlicher Breite
ausgedehnt hat und besonders in Ostasien, aber
auch mit großem Erfolge in Deutsch-Ostafrika
betrieben wird, erfolgt nicht durch Samen, sondern
durch Stecklinge oder Wurzelableger. Die
austreibenden geraden, fast gar nicht verästelten
Schößlinge werden, sobald sie 1—1,2 m lang
geworden sind, jedenfalls aber vor der Blüte
geschnitten (4—5 mal im Jahre, bei 7—8 jähriger
Ertragsfähigkeit der Pflanzungen) und sofort
durch Abstreifen von den Blättern und der Oberhaut
befreit. Die durch leichtes Rösten und
wiederholtes Waschen gewonnenen Fasern sind
0,5—1,2 m lang und werden 'in China vielfach
zu Fäden zusammengedreht, die zur Herstellung
von chinesischem Grasleinen dienen. In Europa
unterwirft man sie vielfach noch zur Entfernung
der Zellsubstanz einer Behandlung mit verdünnten
Säuren (Bleiche). Die gut vorbereitete Faser
ist sehr zart und fein und übertrifft an Festigkeit
selbst den russischen Hanf um das Doppelte.
Sie zeigt hohen, fast seidenartigen Glanz, läßt
sich leicht bleichen und wird dann blendend
weiß, während ungebleichtes Ch. durch Spuren
von Chlorophyll schwach gelb oder grünlich
gefärbt ist. Zu uns kommt die Faser meist als
kolonisiertes Ch. in einer der Baumwolle
ähnlichen Form. Die der Färbung entgegenstehenden
Schwierigkeiten sind jetzt anscheinend
überwunden. Ch. dient zur Anfertigung von
Posamentierarbeiten (Fransen, Schnuren, Borten),
von Vorhängen, Möbelstoffen nach Art baumwollener
Samte, von Glühstrümpfen, Banknoten,
neuerdings in steigendem Maße auch zur Herstellung
von Geweben für Kleidungsgegenstände
(Strümpfe, Trikot) usw. Vgl. auch Nessel.
Chinarinde (Fieberrinde, lat. Cortex chinae,
frz. Ecorce de Quina ou de Quinquina, engl.
Cinchona bark). Die Chinarinden stammen von
verschiedenen Arten der Gattung Zinchona,
Familie der Rubiazeen, ab, und zwar sowohl
von wild wachsenden als auch von angebauten
Pflanzen. Ihre Pleimat ist der zwischen dem