fullscreen: Grundsätze der Volkswirtschaftslehre

Zweites Buch. 
Der Güteraustausch. 
E r st e s Kapitel. 
Vom Güteraustausch im allgemeinen. 
«3» diesem Buche haben wir mehrere hochwichtige Fragen zu beantworten 
Hub uns darüber klar zu werden, weshalb die Menschen und insbesondere die 
Familien es vorziehen, Güter zu kaufen und zu verkaufen, statt sich selbst mit 
bem Nothwendigen und Angenehmen zu versorgen, wie sich der Preis der 
^krschiedenen Waren bestimmt, und welches das Wesen und der Nutzen des 
Geldes, der verschiedenen Ersatzmittel desselben und des Credites ist. 
Bevor wir auf diese Gegenstände eingehen, ist nur noch zu bemerken, 
die Existenz des Privateigenthums die Voraussetzung für einen jeden 
^'Mtlichen Güteraustausch oder Güterumlauf bildet, da sich derselbe als die 
Übertragung des Eigenthums an etwas von einer Person auf eine andere 
äiarakterisirt. Je nachdem ein Gut gegen ein anderes eingetauscht oder gegen 
cn allgemeinen Werthmefser, das Geld, hingegeben wird, nennt man diesen 
^tausch Tausch im engern Sinne oder Kauf. Wird aber das Kaufen 
ìîņb Verkaufen gewerbsmäßig betrieben, so spricht man von Handel. Der 
. îìteraustausch bietet große Vortheile und ermöglicht die ausgiebige Ausnutzung 
er Hilfsquellen der Erde. 
Es lassen sich fünferlei Umstände anführen, die desien so allgemeine und 
îo umfangreiche Anwendung ganz erklärlich machen. 
Die Vortheile, welche sich aus der Arbeitstheilung ergeben, also die ver 
mehrte Geschicklichkeit, die Ausnutzung der Verschiedenheiten hinsichtlich der persön- 
, j Begabung und Veranlagung der Menschen, die Ersparnis, an Erlernungs- 
asten und alles dasjenige, wovon im 4. Kapitel des I. Buches die Ned e war, 
Bussen einen mannigfachen Austausch von Gütern und persönlichen Dienstleistungen 
^ Nothwendigkeit zur Folge haben. So kommt es, daß in einem Torfe nicht 
Obermann zugleich Schmied, Schuhmacher, Dachdecker oder Krämer ist, sondern
	        
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