Full text: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Erwin Respondek, 
für die Kaufleute und Industriellen weiter gezogen. Sie finden für ihre 
berechtigten Wünsche die denkbar geneigteste Berücksichtigung. So 
leisteten die Bankanstalten Verzicht auf ein vorheriges Akzept oder 
die Bankdomizilierung; Schecks, Wechsel werden auf das befreundete 
Ausland zum Inkasso genommen, bis zum Eingang des Gegenwertes 
diskontiert und auch kreditiert, Überweisungen von Konto zu Konto 
zu den billigsten Gebühren vollzogen. 
Durch diese vielseitigen Hilfsmaßnahmen hat die Notenbank den 
Grund zu einer neuen gedeihlichen Entwicklung des Wirtschaftslebens 
gegeben, auf dem für die nationale Verteidigung und Wohlfahrt des 
Landes, soweit sie auf wirtschaftlichem Gebiete liegen, langsam weiter 
gebaut werden kann. 
Die Privatwirtschaft stellt aber nur geringe Anforderungen an die 
Leihbereitschaft der Notenbank, obgleich ihr weitherziges Kreditange 
bot zu einer lebhafteren Inanspruchnahme geradezu einladet. Das Porte 
feuille der Handelswechsel weist demnach keine nennenswerten Ausschläge 
nach unten oder oben auf und der Bestand an den während des Krieges 
durch das Wirtschaftsleben erzeugten Wechseln übersteigt im Durch 
schnitt kaum 300 Mül. Frcs. Es steht außer Frage, daß das französische 
Noteninstitut sämtliche Möglichkeiten versucht, alle Erleichterungen ge 
währt hat, um die Entwicklung des Wirtschaftslebens zu fördern und ihm 
zur Lebhaftigkeit zu verhelfen. Aber wie schwach und langsam dieses 
Wiederaufleben erfolgt, geht aus der Entwicklung des Wechselbestandes 
hervor. Die Bank besaß im Portefeuille als Minimalbestand am 10. 
Februar 1915; 213 Mül. Frcs., als Maximalsumme am 24. Dezember 1915 
395 Mül. Frcs. Im Jahre 1916 war bis zum 3. August der niedrigste 
Bestand 366,00 Mül. Frcs., der höchste 467,00 Mül. Frcs. 
Dies bedeutet gegenüber den Ziffern der Friedenszeiten eine Ver 
minderung von durchschnittlich 1250—1500 Mül. Frcs. 1 ). Es ist aber 
zu berücksichtigen, daß ein sehr hoher Betrag von Moratoriumswechseln, 
der seit Kriegsbeginn das Wechseiportefeuüle der Notenbank stark 
belastete, rasch durch die Wirtschaftenden abgebaut wurde. Dieser 
freiwillige Abbau erreichte in der Jahresepoche 1915; 
24. Dezember 1914 . . . 3478,00 Mül. Frcs. 
23. Dezember 1915 . . . r83g,oo „ „ 
d. b. eine Höhe von . . 1639,00 Mül. Frcs. 
In der Zeit vom 
23. Dezember 1915 . . . 1839,00 Mül. Frcs. 
bis 3. August 1916 . . . 1438,00 „ „ 
eine Höhe von 401,00 Mül. Frcs. 
l ) Nach den Wochenausweisen früherer Jahre war der durchschnittliche Wechsel- 
bestand: 1911 .... 1200 Mül. Frcs. 
1912 .... 1300 „ „ 
1913 .... 1500 „ „ 
Dagegen in den vorangehenden Jahren erheblich unter xooo Mül. Frcs.
	        
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