Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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berg  und  Baumgarten  besetzen,  an  den  Schlössern  das  Wappen
der  Stadt  anschlagen  und  später  auch  seine  Häuser  in  der
Stadt  versiegeln 1 ).  Seine  Briefschaften  wurden  aufgefangen  und
vom  Rat  geöffnet.  Die  Augsburger  glaubten  sich  berechtigt,  in
dieser  Weise  gegen  ihren  ungehorsamen  Bürger  vorzugehen,  riefen
aber  dadurch  dessen  Erbitterung  im  höchsten  Grade  hervor.
Der  Gang  der  Kriegsereignisse  ist  zu  bekannt,  als  dass
hier  darauf  eingegangen  zu  werden  brauchte.  Die  Uneinigkeit
in  der  Kriegführung  der  Schmalkaldener  ermöglichte  es  dem
Kaiser,  Erfolge  zu  erzielen,  die  den  Städten  weiteren  Widerstand ­
  gefährlich  erscheinen  liessen.  Eine  der  ersten,  die  sich
unterwarf,  war  Ulm.  Mit  ihr  hatten  Hans  Paumgartner  und  sein
Sohn  David  die  Unterhandlungen  geführt,  die  am  22.  Dezember
1546  mit  der  Unterwerfung  der  Stadt  ihren  Abschluss  fanden 2 ).
Die  übrigen  ober  deutschen  Städte  folgten  dem  Beispiel  Ulms 3 ).
Nur  Augsburg  nahm  Paumgartner  bei  seiner  Friedensvermittlung
  aus.  Er  wollte  die  Stadt  wohl  von  den  andern  trennen,
und  es  ihr  so  erschweren,  die  Gnade  des  Kaisers  zu  erlangen 4 ).
Während  sich  dann  im  Januar  1547,  als  auch  an  Augsburg  die
Frage  der  Unterwerfung  herantrat,  Anton  Fugger  in  selbstloser ­
  und  aufopfernder  Weise  um  seine  Vaterstadt  annahm,
stand  Paumgartner  grollend  beiseite  und  tat  nichts,  um  ihre
schwierige  Lage  zu  erleichtern  und  den  zürnenden  Kaiser  zu
versöhnen 5  6 ).  Er  gönnte  vielmehr  der  Stadt  ihre  Demütigung.

l )  Augsburger  Stadtarchiv:  Litteraliensammlung  20.  August,
21.  August.  Am  26.  August  teilte  Matthäus  Langenmantel  dem  Rat  in
Augsburg  mit,  dass  sich  Fugger,  Paumgartner  und  Welser  zu  Ingolstadt
aufhalten.
*)  Irrigerweise  hält  Ranke:  Deutsche  Geschichte  im  Zeitalter
der  Reformation  (Sämtliche  Werke  4.  Bd.  S.  333)  die  Paumgartner
für  geborene  Ulmer.  Bereits  Gutzkow  in  dem  erwähnten  Roman  Hohenschwangau ­
  Bd.  s  S.  460  hat  den  Sachverhalt  richtiggestellt.
3 )  Auch  bei  der  Unterwerfung  der  andern  oberdeutschen  Städte
war  Paumgartner  beteiligt.  Wegen  Konstanz  siehe  z.  B.  Briefwechsel
der  Gebrüder  Blaurer.  Hrsg,  von  der  Bad.  Hist.  Kommission,  Freiburg
i.  Br.  Bd.  II  S.  558,  1908  ff.
*)  A.  v.  D  r  u  f  f  e  1:  Des  Viglius  v.  Zwichem  Tagebuch  des  Schmalkaldischen
  Donaukriegs,  München  1877  S.  238  wird  erzählt,  wie  Paumgartner ­
  darauf  ausging,  Augsburg  von  den  Verhandlungen  auszuschliessen.
6 )  Anton  Fuggers  Haltung  geht  am  deutlichsten  hervor  aus  den
Briefen,  die  er  an  Herbrot  richtete.  (Ztschr.  d.  Hist.  Ver.  f.  Schw.  u.  Nbg.
I  S.  260  ff.)
            
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