Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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rührenden  Geschäfte  erledigt  und  auch  neue  abgeschlossen.
Am  15.  März  1550  begann  die  Rückzahlung  der  8000  fl  mit
Silber,  die  Hans  1546  dargeliehen  hatte 1 ).  Im  Jahre  1552  wurde
den  beiden  Brüdern,  den  Fuggern,  Haug  und  Neithart  ein
Silbervertrag  von  54  545  M  eingelöst,  an  dem  sie,  wie  die
Kammer  annimmt,  abgesehen  vom  Interesse,  einen  Nutzen
von  80  000  fl  hatten 2 ).
Indessen  scheint  das  Interesse  der  Brüder  am  Metallhandel
nicht  sehr  lebhaft  gewesen  zu  sein,  auch  fehlte  die  beim  Kaufmann ­
  so  nötige  Ordnung  in  der  Geschäftsführung.  Als  die
Tiroler  Regierung  im  Jahre  1553  erledigte  Silberverträge  zurückverlangte, ­
  mussten  die  Paumgartner  erklären,  sie  hätten  dieselben ­
  verloren  „neben  anderen  mehr  ihren  brieflichen  Gerechtigkeiten“. ­
  Es  wurde  ihnen  sodann  auf  erlegt,  Kassationsbriefe ­
  auszustellen,  in  denen  sie  die  Erfüllung  der  Verträge
bestätigten,  da  die  Regierung  „glaubwürdig  erfahren  hatte,
dass  sie  einen  ansehnlichen  Verlust  mit  mehreren  anderen  ihren
brieflichen  Gerechtigkeiten  zu  ihrem  merklichen  Nachteil
genommen  haben“.  Der  Vorfall  zeigt,  dass  Hans  Georg  und
David  Paumgartner  für  das  kaufmännische  Geschäft  Geschick
und  Neigung  fehlte 3 ).  Dies  geht  auch  daraus  hervor,  dass  sie
bald  nach  ihres  Vaters  Tod  aus  dem  Tiroler  Bergbau  sich  zurückzogen. ­
  Bereits  im  Jahre  1553  verkauften  sie  ihre  Bergwerksanteile ­
  an  Hans  Paul  und  Hans  Heinrich  die  Herwart 4 ).  Damit
lösten  sie  auch  alle  Beziehungen  zur  Tiroler  Regierung,  mit
der  ihr  Haus  seit  mehr  als  einem  halben  Jahrhundert  in  innigster
Geschäftsverbindung  gestanden  hatte,  und  zugleich  das  Band,
das  nach  ihres  Vaters  Willen  die  beiden  Brüder  zusammengehalten ­
  hatte.  Sie  gaben  nun  die  Geschäfte  auf  gemeinsame
Rechnung  auf  und  jeder  ging  seine  eigenen  Wege.  Das  Jahr  1555
können  wir  als  den  Höhepunkt  ihres  Lebens  bezeichnen.  Unter
die  Stände  des  Reiches  aufgenommen,  haben  sie  damals  dem
Reichstag  zu  Augsburg  beigewohnt  und  den  Reichstagsabschied
—  den  Augsburger  Religionsfrieden  —  mit  unterzeichnet 5  6 ).
1 )  Entbieten  und  Befehl  (1550)  fol.  36.
2 )  Missiv  an  Hof  (1553)  fol.  177.
3 )  Missiv  an  Hof  (1553)  fol.  279;  Geschäft  von  Hof  (1554)  fol.  100;
Missiv  an  Hof  (1554)  fol.  86.
4 )  Entbieten  und  Befehl  (1553)  fol.  394;  Gemein  Missiven  (1554)
fol.  525.
6 )  Neue  und  vollständige  Sammlung  der  Reichsabschiede  4  Teile,
            
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