Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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gartners  Handelsbeziehungen.  Im  Jahre  1436  wurden  Nürnberger ­
  Bürgern  in  den  jülichischen  Landen,  als  sie  von  einem
Markt  von  Antorff  (=  Antwerpen)  heimzogen,  ihre  Waren
weggenommen  und  sie  selbst  gefangen  nach  Geldern  geführt 1 ).
Unter  ihnen  befand  sich  auch  Konrad  Paumgartner  d.  J.,  der
wohl  im  Auftrag  seines  Vaters  den  Markt  besucht  hatte.  Erst
auf  die  energische  Einsprache  des  Nürnberger  Rats,  der  nach
Brüssel,  Löwen,  Aachen  und  an  den  Kurfürsten  Dietrich  II.
von  Köln  schrieb,  wurden  die  Gefangenen  wieder  in  Freiheit
gesetzt.  Dass  Paumgartner  auch  noch  Handel  mit  Gewürzen
trieb,  zeigt  ein  Vorfall  des  Jahres  1442.  Damals  lag  Ulrich
von  Cilly,  einer  der  mächtigsten  Herren  Steiermarks,  in  Fehde
mit  König  Friedrich  III.  und  glaubte  für  die  Forderungen,
die  er  an  diesen  hatte,  die  Reichsstadt  Nürnberg  haftbar  machen
zu  können.  Er  liess  daher  durch  seinen  Pfleger  Endres  von  Graben
in  Steiermark  einen  Warenzug  der  Nürnberger  überfallen,  der
fast  nur  Paumgartnersches  Gut,  nämlich  14  Saum  Pfeffer,
enthielt 2 ).  Der  Nürnberger  Rat  machte  alle  Anstrengungen,
um  seinem  Mitbürger  wieder  zu  seinem  Eigentum  zu  verhelfen,
worauf  Endres  von  Graben  die  Waren  schliesslich  wieder
herausgab.
Dies  sind  die  wesentlichsten  Nachrichten,  die  sich  über
Konrad  Paumgartners  Handel  erhalten  haben.  Es  sind  nur
zufällige  Notizen  ohne  inneren  Zusammenhang,  sie  lassen  aber
doch  erkennen,  dass  wir  es  hier  mit  einem  sehr  ausgedehnten
Grosshandel  zu  tun  haben,  wie  ihn  im  gleichen  Umfang  wenig
andere  Nürnberger  betrieben  haben  werden.  Im  Nord  westen
des  Reichs  so  gut  wie  im  Südosten,  in  den  Niederlanden  und  in
Steiermark  trafen  wir  Paumgartners  Warenzüge.  Seinen  Hauptstützpunkt ­
  aber  hatte  dieser  Handel  in  Venedig.  Um  das
Jahr  1434  war  dort  Konrad  Paumgartner  neben  dem  Augsburger ­
  Hans  Hoy  und  dem  Frankfurter  Konrad  Neuhaus  einer
der  bekanntesten  Kaufherrn 3 ).  Er  hatte  schon  zusammen  mit
Kress  im  Fondaco  ein  eigenes  Gewölbe  in  Miete  gehabt,  später
*)  Müllner,  Annalen  III  (Cgm  2074)  S.  390.
2 )  Kreisarchiv  Nürnberg:  Briefbuch  XV,  S.  255  u.  274.  Die  hierher
gehörigen  Urkunden  sind  abgedruckt  bei  Simonsfelda,  a.  O.  Bd.  I
Urk.  Nr.  439,  441  u.  ff.
3 )  Alexander  Dietz:  Frankfurter  Handelsgeschichte,  Frankf.  a.  M.
1910  Bd.  I  S.  259,  leider  ohne  Quellenangabe.
            
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